Expertenchat

Zum Thema "Grenzen setzen, aber wie?"

Computerspiele - Welche Grenzen sind im normalen Ausmaß?

Bettina: Was kann ich tun, wenn mein 10jähriger Sohn die ganze Zeit Computer spielt?
Ute Paulweber: Wie viel Zeit verbringt ihr Sohn am Computer bzw. vor dem Fernseher?
Bettina: Sicher so an die 4 Stunden pro Tag.
Ute Paulweber: Hat er noch andere Hobbys bzw. wie viel Zeit verbringt er mit Freunden bzw. im Freien?
Bettina: Er hat fast keine Hobbys, außer mit seinen Freunden Computerspielen.
Ute Paulweber: Es ist sicher von Vorteil, wenn er mit seinen Freunden Kontakt hält, vielleicht könnten sie ihn auch dazu animieren seine Freunde einzuladen - dann kommen Sie auch auf andere Gedanken. Ich würde auch die "lange Zeit am Computer" und ihre Sorgen diesbezüglich mit ihrem Sohn ansprechen um gemeinsam Lösungen zu finden.

Telefonieren ohne Grenzen - wie kann ich hier sinnvoll einschreiten?

Lisa: Meine Tochter ist 14 Jahre, mein Sohn 10 - beide haben letztes Jahr zu Weihnachten ein Handy bekommen - eigentlich nur, um im Notfall anrufen zu können. Mittlerweile explodieren die Kosten fürs Telefonieren und die beiden smsen und telefonieren die ganze Zeit.
Ute Paulweber: Legen sie gemeinsam mit den Kindern Beträge fest, die im Monat verbraucht werden können - auch für sie selbst. Eine gute Möglichkeit die Kosten für "Minderjährige" in den Griff zu bekommen sind Wertkartenhandys.
Lisa: Was halten sie davon Zeiten einzuführen, an denen die Kinder nicht oder nur am Festnetz telefonieren dürfen?
Ute Paulweber: Um den Kindern ein Kostenbewusstsein beizubringen, ist es sicher am einfachsten wenn sie direkt sehen - ich telefoniere 5 Minuten und das kostet mich einen bestimmten Betrag.
Lisa: Da haben sie sicher recht Fr. Paulweber. Als ich Kind war, gab es nur Festnetz, ich musste immer fragen, ob ich jemanden anrufen darf und wenn ich zu lange telefoniert hab, haben meine Eltern mich drauf aufmerksam gemacht. Ich werd es mal mit Wertkartenhandys versuchen, dennoch habe ich keine Idee wie ich die Kinder mal dazu bewegen kann, was anderes zu tun als sich mit dem Handy zu beschäftigen.

Süchtig nach dem Handy!

Mauerblümchen: Auch ich hab mit meiner Tochter, sie ist 12 Jahre alt, ein Handyproblem - sie ist quasi süchtig danach.
Ute Paulweber: Handyverträge können von 12-jährigen noch nicht selber unterschrieben werden. Sie brauchen die Zustimmung der Eltern dazu - in diesem Alter können die Kinder die Größenordnung der Kosten noch nicht abschätzen - ich empfehle wirklich ein Wertkartenhandy mit einer bestimmten Summe pro Monat zur Verfügung zu stellen - alles was darüber hinaus ist muss vom normalen Taschengeld gezahlt werden.
Mauerblümchen: Ich wünschte, das meine Tochter ab und zu den Handyempfang verliert, dann kann sie nicht so oft telefonieren. Wie kann ich hier Grenzen setzen? Außerdem wird Ihr Handy 1x im Monat von den Lehrern konfisziert.
Ute Paulweber: Handys sind in vielen Schulen verboten - wenn sich ihre Tochter nicht daran hält - dann muss sie die Konsequenzen seitens der Schule tragen.
Mauerblümchen: Ja, ich kann immer zum Klassenvorstand gehen und es quasi auslösen. Bin ich die einzige mit diesen Problem?
Ute Paulweber: Ich würde mit ihrer Tochter sprechen unter welchen Bedingungen sie das Handy (Wertkartenhandy) wieder bekommt und welche Regeln dann gelten.
Mauerblümchen: Tja, ich knüpfe Bedingungen an ihre Noten - mit mäßigen Erfolg, sie wiederholt heuer die Klasse. Wenn das nicht besser wird. Ich zahle Nachhilfe, Handy, Internet - bald sehe ich mich nicht mehr aus!
Ute Paulweber: Die Konsequenzen bei Nichteinhalten von Regeln sollen nach Möglichkeit mit der Sache zu tun haben - Schulprobleme lassen sich meist mit zusätzlichen Verboten so nicht lösen.
Mauerblümchen: Aber was wäre der Ansatz für mein Problem?
Ute Paulweber: Das wichtigst bei Regelen aufstellen ist, dass dies ab der Volksschule gemeinsam passiert, es nicht zu viele sind und für die Kinder nachzuvollziehen. Bestärken Sie das positive Verhalten der Kinder.

Probleme mit brutalen Video und PC Spielen!

Konfuzius: ch hab mit meinem jüngsten das Problem mit Video bzw. PC-Spiele. Er ist 10 und möchte nur diese brutalen Spiele haben. Was kann ich da machen, bin ratlos!
Ute Paulweber: Sprechen Sie das Problem mit ihrem Sohn klar an und sagen sie ihm warum sie nicht möchten, dass er brutale Spiele spielt - suchen sie mit ihm gemeinsam Alternativen.

Richtige Nutzung neuer Medien?

Helmut: Meine Söhne sind 13 und 17 Jahre alt. Wenn wir am Sonntag mal gemeinsam was mit der Familie unternehmen, hängt der eine (17J) ständig am Handy und telefoniert sinnlose Dinge mit seinen Freunde, der andere ist mit seiner Play Station zu einer Einheit verschmolzen. Ich weiß mir keinen Rat mehr. Alles was wir tun, fruchtet nicht. Gibt es nicht irgendwo Tipps für Eltern wie sie Kinder zur richtigen Nutung von insbesondere neuen Medien erziehen können?
Ute Paulweber: Für 17- jährige ist der gemeinsame Sonntagsausflug meist nicht ihr Wunschtraum - gerade in diesem Altern sind die Freunde und Peergroups das wichtigste - ein Ablösungsprozess der für dieses Alter ganz normal ist. Medienerziehung heißt: gemeinsam in der Familie Lösungen zu finden - die für alle gelten
Helmut: Vielleicht sollten wir als Eltern mal in Streik treten. Ich lese immer wieder reden und Regeln aufstellen, aber wie bringe ich mein Kind/meiner Kinder dazu die auch einzuhalten. Es stimmt, das mein Sohn keine Sonntagsausflüge liebt, aber ich finde es wichtig ab und zu in der Familie auch was gemeinsam zu unternehmen. Freunde treffen und mit ihnen telefonieren, oder?
Ute Paulweber: Ich bin ihrer Meinung - habe auch drei pubertierende Jugendliche - bei uns gibt es jeden 3. Sonntag gemeinsames Mittagessen mit anschließendem Familienprogramm, welches wir abwechselnd aussuchen. An den anderen Sonntagen können die Jugendlichen machen was sie wollen.

Schlechter Umgang?

Andi: Wir haben folgendes Problem mit unserem Sohnemann: Er ist jetzt 15 und hängt die meiste Zeit mit seinen Freunden herum. Im Prinzip ist das ja nicht unbedingt schlecht, aber die haben einen sehr schlechten Einfluss. Er raucht und es ist schon mehrmals passiert, dass er total betrunken nach Hause gekommen ist. Wir wollen ihm natürlich nicht verbieten, dass er sich mit seinen Freunden trifft. Wenn man ihn darauf anspricht, schaltet er total ab und läuft davon. Haben Sie hier einen Tipp, wie man wieder auf eine ordentliche Ebene kommt und ihm klar machen kann, dass es nicht ok ist und sogar schädlich, wenn er so viel trinkt!
Ute Paulweber: Das wichtigste ist sicher, dass sie im Gespräch mit ihrem Sohn bleiben. Machen Sie ihm nicht nur Vorwürfe, aber sprechen sie ruhig ihre Ängste und Befürchtungen klar an.
Andi: Aber wenn er weder mich noch meine Frau an sich heranlässt, können wir auch schlecht mit ihm reden. Vielleicht haben wir es verabsäumt in der Vergangenheit die richtigen Grenzen zu setzen. Die Frage ist, ob man zum jetzigen Zeitpunkt noch etwas durch das setzen von Grenzen schaffen kann?
Ute Paulweber: Wenn wir auch das Gefühl haben sie hören uns nicht zu, sollen wir nicht schweigen. Eltern haben das Recht ihre Befürchtungen und Sorgen zu sagen. Es ist nie zu spät - um so älter die Kinder /Jugendlichen sind umso klarer müssen auch die Argumente bezüglich "Grenzen" sein.
Andi: Wir werden es weiterhin versuchen zu ihm durchzudringen. Und hoffen, dass er irgendwann mal selbst einsieht, dass sein Verhalten nicht in Ordnung ist!
Ute Paulweber: Sie machen es richtig - bleiben sie am ball und unternehmen sie oder sprechen sie mit ihrem Sohn auch über andere Dinge die ihn besonders interessieren, so merkt er dass ihnen viel an ihm liegt.

Gibt es irgendwelche Ratschläge die ich in diesem jungen Alter bei dem Umgang mit Handy, Festnetz und Co. beachten kann?

Wiener Brut:Ich hab einen Sohn, 3 Jahre alt, und es macht mir ein wenig Kopfzerbrechen, wenn ich den Eltern von älteren Kindern oder Jugendlichen hier so zuhöre. Gibt es irgendeine Broschüre, ein Buch etc.? Bin selbst erst 20. Jahre alt und irgendwie auch Handysüchtig.
Ute Paulweber: Machen Handys krank so schützen sie sich - Buchempfehlung

 
 

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