Erziehung zwischen Halt geben und loslassen

Erziehung zwischen loslassen und Halt geben

„Wer erzieht jongliert mit drei Bällen: Wärme, Regeln, Selbständigkeit. Aus Liebe fühlt sich das Kind angenommen, Regeln stützen das Zusammenleben mit anderen und ständige Ermutigung zur Selbständigkeit lässt es groß werden.“ - schreibt Hurrelmann.
Dieser Balanceakt scheint die große Kunst in der Erziehung zu sein.
Oft ist zu beobachten, dass einer dieser Begriffe im Umgang mit dem Kind zu wichtig genommen wird, ein anderer zu kurz kommt- dann ist die Balance nicht mehr möglich. Die Beziehung zu den Kindern gerät ins Ungleichgewicht.

Gibt man dem Ball der Wärme zu viel Gewicht und lässt ihn nicht aus der Jonglierhand, ist das Kind zwar mit Wärme und Liebe überflutet, es wird jedoch zu sehr eingeengt oder zu sehr verwöhnt.
Nimmt man den Ball der Regeln zu wichtig, „funktionieren“ die Kinder vielleicht eine Zeit über ganz gut, sie sind „gut erzogen“, wenn nicht vielleicht sogar gut dressiert.
Irgendwann aber, wenn die Kinder mehr und mehr zu hinterfragen beginnen, werden auch die vielen Regeln und Konsequenzen hinterfragt und die natürliche Autorität der Eltern wird in Frage gestellt.
Die Selbständigkeit als dritter Ball und Ziel in der Kindererziehung steht oftmals im Widerspruch zum Handeln der Eltern. Zwar wünschen sich die meisten eigenständige, selbstbewusste Kinder, können aber andererseits mit eigenständigem Handeln oder anderen Meinungen der Kinder nur schwer umgehen. Wer möchte, dass sich sein Kind etwas zutraut, muss ihm etwas zutrauen und ihm dies auch deutlich zeigen.

 
 

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