Das Fragealter

Zwischen dem dritten und sechsten Geburtstag erfährt der Wortschatz eines Kindes eine enorme Erweiterung. Einfache Sätze werden gebildet und zwischen vier und sechs Jahren spricht das Kind schließlich fließend. Nicht nur das „richtige Sprechen“ verbessert sich, sondern es nimmt auch die Kommunikationsfähigkeit zu.

Das Kind führt gerne Dialoge und hört auch dem Anderen zu. Es lernt sich mitzuteilen, zuzuhören, zu argumentieren und zu verhandeln und kann seine eigenen Empfindungen, Erfahrungen, Bedürfnisse und Erlebnisse ausdrücken. Sie gehen den Dingen auf den Grund, ihr Wissensdurst ist kaum zu bremsen und sie fragen laufend „Warum?“. Kinder wollen mit dieser „Fragerei“ ihre Eltern nicht nerven, sondern sie wollen entdecken, wie die Welt funktioniert.

Ihr Kind braucht Sie nun als Gesprächspartner/in, sprechen Sie viel mit ihm, hören Sie zu und erzählen Sie auch von sich. Bleiben Sie bei der „endlosen Fragerei“ geduldig und mache Sie sich mit Ihrem Kind auf die Suche nach der Antwort. Sorgen bezüglich der Sprachentwicklung besprechen Sie am besten mit dem Kinderarzt/-ärztin.

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Expertenstimmen

Das Fragealter

von Christine Kügerl

Haben Kinder bisher vor allem die Namen von Dinge und Tätigkeiten kennen gelernt, so wendet sich nun ihr Interesse zunehmend der Funktion der verschiedensten Dinge und Abläufe zu. Sie beginnen Sachverhalte zu durchdenken, auf die sie früher rein gefühlsmäßig reagiert haben. Sie gehen den Dingen auf den Grund und wollen herausfinden wie was funktioniert. Sie wollen neues Wissen erwerben und altes in neue Zusammenhänge bringen. Ihr Wissensdurst ist kaum zu bremsen. Sie fragen laufend „Warum?“ Kommt eine Antwort, so geht es meist mit dem nächsten „Warum?“ weiter. So entstehen richtige Frageketten, die auch sehr humorvoll und spaßig sein können. Ist eine „Warum-Kette“ zu Ende, beginnt manchmal das ganze Spiel von vorne.

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Von Papas Loch im Bauch

von Mag. Irene Kernthaler-Moser

Auch wenn Ihnen die vielen Fragen Ihres Kindes manchmal zu viel werden, wichtig ist, dass Sie verstehen, warum Ihr Kind Ihnen ein Loch in den Bauch fragt: Kinder im Vorschulalter wollen neues Wissen erwerben und bereits Gelerntes in neue Zusammenhänge bringen. Sie gehen Dingen auf den Grund und wollen herausfinden, wie was funktioniert. Ihr Wissensdurst ist kaum zu bremsen und so „hanteln“ sie sich von einem „warum“ sofort zum nächsten „warum“ weiter. Außerdem macht so eine Fragekette auch ungeheuer Spaß!

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Literaturtipps

Zweisprachige Kindererziehung

Dieses Buch schildert anschaulich, wie in einer deutsch-französischen Familie Kinder zweisprachig heranwachsen. Das Besondere dieses Falles wird stets mit allgemeinen Erkenntnissen verknüpft, so daß das Buch in Familie und Schule als praktischer Ratgeber für zweisprachige Kindererziehung generell geeignet ist.
VON: Kielhöfer, Bernd / Jonekeit
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Kinderjahre: Die Individualität des Kindes als erzieherische Herausforderung

Nunmehr gibt es unter dem Titel Kinderjahre eine Fortsetzung für das Kleinkindalter bis zur Pubertät. Im Mittelpunkt seiner Betrachtungsweise steht das Kind in seiner persönlichen Entwicklung. Hierbei betont er ausdrücklich, dass die Individualität ausschlaggebend ist, denn so, wie jedes Kind eine unterschiedliche Nahrungsmenge benötigt, um satt zu werden, so dauert es eben auch unterschiedlich lange, bis es keine Windeln mehr braucht, lesen kann oder bereit ist sich für einen längeren Zeitraum von der Mutter zu lösen. Bei seinem kinderorientierten Erziehungsstil sind drei Kriterien für Largo unabdingbar: Wenn für die Kinder Geborgenheit, Zuwendung und soziale Anerkennung in erster Linie von Eltern oder den zuständigen Bezugspersonen geschaffen sind, wird sich ein Kind nach seinem eigenen Tempo normal entwickeln. Kinderjahre ist ein flüssig und gut lesbarer Ratgeber, der mit zahlreichen Beispielen aufwartet, in denen übernächtigte oder verzweifelte Eltern Hilfe finden. Sehr ausführlich geht Largo auf die Spielwarenindustrie ein, die gekonnt mit den Ängsten und dem schlechten Gewissen der besorgten Eltern spielt und diese hemmungslos ausnutzt, indem sie eine Fülle von Förderspielen für die Kleinen anbietet. Es ist bestimmt nicht so, dass es nach der Lektüre dieses Buches keine Streitigkeiten mehr in der Familie geben wird, doch vielleicht kann man sie in Zukunft gelassener mit Karl Valentin angehen: "Wir können Kinder nicht erziehen, die machen uns eh alles nach." --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
VON: Remo H. Largo
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