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Trotzphase: Geheimrezepte einer leidgeprüften Mutter

von Birgit S.

Rund um den zweiten Geburtstag ist etwas Sonderbares passiert: Aus meinem stets fröhlichen kleinen Schatz wurde ein grantiger Wutzwerg. Von einem Wutausbruch geht es beinahe nahtlos in den nächsten. Er brüllt, ist wankelmütig und sehr launisch. Im Supermarkt wirft er sich schreiend zu Boden. Ganz normal, oder doch nicht? Und was hilft wirklich? Erklärungsversuch, Entwarnung und Erfahrungsbericht aus Elternsicht.

Entwarnung Nummer 1: Die sogenannte Trotzphase ist ganz normal. Sie dauert angeblich etwa vom zweiten bis zum vierten Lebensjahr. Bei uns war sie bedeutend länger zu Gast, vermute ich mal stark. Manchmal glaube ich, sie kommt auch nach acht Jahren noch hin und wieder zu Besuch. Da müssen wir Eltern durch.

Entwarnung Nummer 2: Das Kind rebelliert nicht gegen die Eltern. Es kämpft mit den eigenen Unzulänglichkeiten und stößt an Grenzen – eigene körperliche und auch elterliche Grenzen. Und das ist frustrierend, sehr frustrierend sogar. Aber: Die Trotzphase ist ein wichtiger Schritt zur Selbständigkeit.
Wissenschaftlich betrachtet sind Wutausbrüche von Kleinkindern nichts anderes als vorübergehende Gewitter. Wir sollten Trotzanfällen also viel weniger Aufsehen schenken. Leichter gesagt als getan, aber es hilft ganz bestimmt, in solchen Situationen gelassen(er) zu bleiben.

Trotzanfall möglichst schnell beenden
Ein Trotzanfall läuft meist in drei Phasen ab:

  1. Schreien und brüllen: Hier geht erst mal gar nix. Emotionalität pur. Elterliche Erklärungen und Beschwichtigungen stoßen auf taube Ohren. Derartiges Bla-bla kann sogar ordentlich nach hinten losgehen und noch zusätzlich Öl ins Feuer gießen.
  2. Physische Reaktionen: Da fliegen Dinge, das Spielzeug wird auf den Boden geknallt oder gegen etwas getreten. Gratulation, das Schlimmste ist überstanden! Von nun an geht’s bergauf.
  3. Weinen und jammern: Jetzt ist das Kind empfänglich für Trost.

Die beste Möglichkeit, um einen Trotzanfall ehestmöglich zu beenden ist: gar nichts tun! Nichts, außer aufzupassen, dass sich das Kind nicht verletzt. Speziell in der ersten Phase ist das Kind ohnehin nicht ansprechbar. Als Elternteil sollten wir möglichst ruhig bleiben und auf keinen Fall ebenfalls emotional werden – leichter gesagt als getan, ich weiß.

Wenn das Kind dann in Phase drei langsam empfänglich für elterliche Worte wird: bloß nicht übertreiben! Statt Schimpf und Schande (wühlt das Kind nur zusätzlich auf!) und überbordendem pädagogischem Bla-bla besser nur wenige Worte sagen. Blick- und Körperkontakt ist meist hilfreicher als jeder Redeschwall. Grundsätzlich solltet ihr aber das Kind in seiner Not ernst nehmen und Verständnis ausdrücken: Ich verstehe, dass du jetzt wütend bist. Aber es geht nunmal nicht.

Unterm Strich sollten wir aber konsequent bleiben: Wenn wir zu oft aufgrund eines Trotzanfalls nachgeben, werden derartige Anfälle zum Mittel zum Zweck.

Trotzanfällen vorbeugen

Ganz verhindern werden wir die Trotzaktionen unserer Kinder nicht können – sie gehören schlichtweg zur Entwicklung dazu. Aber wir können ein paar Dinge tun, um potenzielle Konfliktsituationen zu minimieren:

  • Weniger ist mehr! Noch mal kritisch die familiären Regeln und Verbote überprüfen. Wenn etwas wirklich wichtig ist, dann konsequent bleiben. Bei anderen Dingen kann man fünfe auch mal gerade sein lassen.
  • Berechenbar sein: Heute so, morgen so? Besser nicht. Kinder sind verwirrt, wenn wir in ähnlichen Situationen immer wieder anders reagieren.
  • Klar kommunizieren: Seien wir mal ehrlich – wir Eltern neigen zu umfangreichem Erziehungs-Bla-bla. Nicht nur in diesem Alter gilt: Kurze, klare Ansagen ist effizienter als lange Erklärungen und Vorträge.
  • Veränderungen ankündigen: Wenn sich ein Kind mit etwas Vorlaufzeit auf etwas einstellen kann, kann es das auch leichter annehmen. Die Abfahrt zum Supermarkt also 10 Minuten vorher ankündigen.
  • Selbständigkeit unterstützen: Immer wieder Situationen anbieten, wo das Kind selbständig sein darf: z.B. zwei verschiedene Möglichkeiten anbieten und das Kind darf wählen oder Situationen, in denen das Kind das Tempo bestimmt.
  • Mehr Zeit einplanen: Je weniger Zeitdruck, desto besser für Eltern UND Kind: Eltern können gelassener bleiben, Kinder können in ihrem Tempo folgen.
  • Last but not least – Liebe zeigen: Was in Trotzmomenten schwer fällt, geht in guten Zeiten besser. In den Arm nehmen, kuscheln, aufmerksam zuhören und die Zuneigung auch verbal ausdrücken. Wann habt ihr zuletzt „Ich hab dich lieb!“ zu eurem Kind gesagt?

Geheimrezepte einer leidgeprüften Mutter
Zum Abschluss noch zwei Geheimrezepte einer leidgeprüften Mutter:

Geheimrezept Nummer 1:

„Manchmal denke ich mir einfach, dass diese Kinder hier nur zu Besuch sind und bald wieder abgeholt werden. Das hilft, ein bisschen Abstand zur Situation zu gewinnen und tief durchzuatmen.“

Geheimrezept Nummer 2:

Blöde Bemerkungen werden immer wieder mal kommen, auch wenn wir alles richtig machen: Jetzt weiß ich, warum es so viele gestörte Kinder gibt … (Eine meiner unschönen Begegnungen im Zuge einer akuten Trotzreaktion inklusive öffentlichem Appell an alle Miesepeter, Besserwisser und Laienkommentatoren da draußen.)

Da hilft nur eins: Ein dickes Fell zulegen und folgendes Mantra:

„Es ist normal. Andere Mütter haben auch trotzende Kinder.“

Mehr aus „Muttis Nähkästchen“ unter http://muttis-blog.net


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