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Babyblues

von Marlies Haderspeck

Das erwartete Baby ist endlich da, alle sind froh und glücklich und erwarten eine strahlende und glückliche Mutter, aber dieser ist gar nicht nach Strahlen zumute. Zwar ist sie froh, dass die Geburt gut gegangen und das Baby gesund ist, aber in der neuen Situation fühlt sie sich noch sehr unsicher. Die (vielen) BesucherInnen erschöpfen sie und eigentlich möchte sie nur ihre Ruhe haben. Jede kleinste Aufregung kann dazu führen, dass die frischgebackene Mutter mit einem Tränenausbruch reagiert. In der Klinik oder dem Sanatorium ist sie rundum betreut, sie fürchtet sich aber schon davor, wie sie den Tagesablauf mit dem Baby zu Hause schaffen soll…
Diese Situation kennen viele Mütter. Meist zwischen dem dritten und zehnten Tag nach der Geburt –oft in Verbindung mit dem Einschießen der Milch – treten die sogenannten „Heultage“ auf. Etwa 50 – 80 % aller Wöchnerinnen sind davon betroffen. Auslöser dafür sind die großen hormonellen Veränderungen, die mit der Geburt einsetzen und die völlig neue Lebenssituation, mit der sich die Mütter auseinandersetzen müssen: Ein Baby kommt auf die Welt und damit wird auch eine neue Mutter geboren. Sie muss sich in dieser neuen Rolle erst zurecht finden, viele Unsicherheiten und Ängste begleiten diese Phase. Darüber hinaus ist in unserer Gesellschaft das Bild der glücklichen, strahlenden Mutter, die immer perfekt ist und weiß, was ihr Baby braucht, sehr stark und der Anforderungsdruck auf Mütter sehr groß. Da ist es nicht verwunderlich, wenn sie wegen der vielen Aufregungen und Veränderungen verunsichert ist.

Die typischen Kennzeichen der „Heultage“ bzw. Babyblues können sein:

  • Häufiges Weinen und unerklärliche Traurigkeit
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Schlaf- und Ruhelosigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Stimmungsschwankungen und Empfindsamkeit
  • Ängstlichkeit und Reizbarkeit

Diese hormonell bedingte depressive Verstimmung sollte nicht länger als einige Tage anhalten, sie bedarf auch keiner medizinischen Behandlung, wohl aber intensiver Zuwendung.
Es kann im Laufe des ersten Lebensjahres des Babys aber auch zu einer schweren psychischen Störung, der sog. „Wochenbettdepression“ oder auch Postnatale Depression (PND) kommen. Diese betrifft ca. 10 – 20 % der Mütter und ist keine Laune, sondern eine ernste Erkrankung, die behandelt werden kann und muss. Dabei sind graduelle Abstufungen von leicht bis schwer zu unterscheiden. Typisch ist jedoch eine schleichende Entwicklung.

Die Kennzeichen der Postnatalen Depression können sein:

  • Müdigkeit, Erschöpfung und Energiemangel
  • Traurigkeit, häufiges Weinen und inneres Leeregefühl, Schuldgefühle,
  • allgemeines Desinteresse und sexuelle Unlust,
  • Konzentrations- Appetit- und Schlafstörungen,
  • Kopfschmerzen, Schwindel und Herzbeschwerden …
  • Ängste, extreme Reizbarkeit, Panikattacken und Zwangsgedanken (wiederkehrende destruktive Vorstellungen und Bilder)

Die schwerste aber auch seltenste Form der nachgeburtlichen Krise ist die postnatale bzw. postpartale Psychose, die Wochenbettpsychose, in deren Verlauf die betroffene Mutter den Kontakt zur Realität verlieren kann. Sie kommt bei einer bis drei von 1000 Müttern vor. Die postnatale Psychose entsteht vorwiegend in den ersten zwei Wochen nach der Entbindung, kann sich aber auch aus einer Depression entwickeln.

Es lassen sich folgende Formen unterscheiden:

  • manisch:, starker Antriebssteigerung, motorischer Unruhe, Verworrenheit und Wahnvorstellungen.
  • depressiv:, mit extremen Angstzuständen, Antriebs-, Bewegungs- und Teilnahmslosigkeit.
  • schizophren: mit Halluzinationen, Wahnvorstellungen und Antriebsarmut.
    Die beiden letztgenannten Formen können und müssen von einem Fachmann/Fachfrau behandelt werden (z.B. Arzt, Psychiater, Psychotherapeut). Die Ursachen für das nachgeburtliche Stimmungstief sind so vielfältig wie die Mütter verschieden sind und wie auch das jeweilige Erscheinungsbild der Krise ist..

Einige Tipps gegen den Babyblues

  • Versuchen Sie positiv zu denken, freuen Sie sich über Ihr Baby und all das Neue, das auf Sie zukommt.
  • Freuen Sie sich über die Freude der anderen!
  • Sprechen Sie über Ihre Sorgen mit ihrem Partner, anderen Müttern, Freundinnen
  • Scheuen Sie sich nicht, angebotene Hilfe anzunehmen bzw. diese auch einzufordern. Viele Menschen sind froh, wenn Sie helfen können (z.B. ein Essen bringen, die Wäsche waschen und/oder bügeln…)
  • Fühlen Sie sich nicht missverstanden, wenn Ihre Umgebung Ihre Gefühle nicht teilt.

Auch wenn Sie es momentan nicht glauben können, diese Phase geht vorüber!
Auch Väter können an einer Postnatalen Depression erkranken. Da Männer aber eher dazu neigen, psychische Belastungen lange zu verdrängen und sich sehr spät erst ärztliche Hilfe zu holen, werden die Symptome bei Vätern auch meist von der Umwelt erst spät erkannt und meist unterschätzt. Untersuchungen haben ergeben, dass oft ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der mütterlichen Erkrankung an einer Postnatalen Depression und der des Vaters besteht. Deshalb sollte der Vater immer mit untersucht werden, wenn die Mutter an einer Postnatalen Depression erkrankt ist.

Risikofaktoren können sein:

  • eine generelle Neigung zur Depression
  • eine vorherige Depression
  • eine veränderte finanzielle Situation und damit veränderte soziale Stellung, Arbeitslosigkeit und somit der erhöhte Druck nun für eine Familie sorgen zu müssen
  • Beziehungsprobleme
  • Eine ev. belastete Beziehung zu den eigenen Eltern

Väter reagieren auf verschiedene Arten:

  • Auf körperlicher Ebene mit Symptomen, wie Verspannung, Magenschmerzen, Durchfall, Herzrhythmusstörungen
  • mit veränderten Verhaltensweisen wie Rückzug (bleibt regelmäßig länger weg als sonst), mit Aggression
  • auf Gefühlsebene: Haben das Gefühl, das Kind und die Partnerin nicht (mehr) lieben zu können

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