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Babypflege vom 3. bis zum 12. Monat

von Christine Kügerl

Babypflege vom 3. bis zum 12. Monat

Situation des Kindes

Hier werden alle Veränderungen, die durch die Weiterentwicklung des Babys in der Zeit vom 3. bis zum 12. Monat für die Pflege eine Rolle spielen, erläutert.
Im Laufe des ersten Lebensjahres wird das Baby immer beweglicher. Es beginnt auch immer mehr, mit den Eltern bewusst Kontakt aufzunehmen, ihre Zuwendung zu erwidern und ab 6 bis 7 Monate auch immer mehr seine eigene Initiative einzubringen. All dies hat Auswirkungen auf die alltägliche Pflege des Babys.

Atmungsorgane:
Auch die Atmungsorgane des Neugeborenen sind für die normale Atmungsfunktion gut vorbereitet. Lunge und die Schleimhaut von Nase, Kehlkopf und Bronchien sind jedoch empfindlicher als die von Erwachsenen. Daher können Schadstoffe aus der Luft ein Baby noch mehr belasten als Erwachsene. Dies sollte sowohl bei der Wohnung als auch bei Ausfahrten beachtet werden.

Zunehmende Beweglichkeit:
Das Baby kann sich bald umdrehen, dann robben und krabbeln usw. Immer wenn es etwas Neues entdeckt, ist es davon meist so fasziniert, dass es dies immer wieder versuchen will. Wickeln sowie An- und Ausziehen kann für Babys in solchen Situationen eine unliebsame, störende Unterbrechung seiner Bewegungsbeschäftigung sein. Es wird daher immer wichtiger, auch auf den Rhythmus des Babys zu achten, es ein „Bewegungsspiel“ fertig machen zu lassen, wenn dies möglich ist und ihm auch anzukündigen, dass man es nun wickeln wird.

Wenn das Baby robbt, krabbelt, am Boden spielt und dann langsam zu gehen beginnt, hält es sich viel am Boden auf. Dies ist auch der beste Bewegungsplatz für das Baby. Gleichzeitig ist es dadurch jedoch auch allen Stoffen ausgesetzt, die sich am Boden befinden oder nach der Reinigung vom Boden „abdampfen“. Dies sollte bei der Bodenpflege berücksichtigt werden.

Eigeninitiative des Babys:
Mit den zunehmenden Fähigkeiten des Babys will es auch immer mehr mitgestalten. Von 5 Monate aufwärts erkennt es immer mehr die Reihenfolge von Abläufen. Es beginnt zunehmend mit den Eltern zu plaudern und will in eine Handlung miteinbezogen werden. Es ist, gut wenn Eltern dies erkennen und ihrem Sprössling z.B. die Haarbürste in die Hand geben, mit der es sich beschäftigen kann. Im Bad kann ein Waschlappen schon hilfreich sein, den das Baby selbst halten kann.

Immer wichtiger wird die Tatsache, mit dem Baby zu sprechen. Es erkennt immer besser am Tonfall von Mutter und Vater, worum es nun gehen wird und es beginnt auch immer mehr zu verstehen. Beim Anziehen wird es zunehmend beginnen, mitzumachen oder auch bei mangelnder Vorbereitung oder bei Ungeduld der Eltern (was in Stresssituationen eben öfters der Fall ist) sich dagegen zu wehren. Eltern brauchen immer mehr Geduld und auch Fantasie, wie sie in Alltagssituationen ihr Baby spielerisch einbeziehen und motivieren.

Haut:
Die Bedeutung der Haut als Sinnesorgan wurde bereits im Kapitel Babypflege für Neugeborene erläutert. Auch für die Bewegungsentwicklung ist die Haut von Bedeutung. Die Haut ist so zu sagen die äußerste Schicht des Gehirns. Alle taktilen Reize (Berührung, Druck, usw.) werden an das Gehirn weitergemeldet. So bekommt das Baby eine innere Vorstellung von den drei Dimensionen der Welt und von Bewegungsabläufen. Haut- und Körperkontakt bleibt daher für Babys und Kleinkinder lange Zeit von Bedeutung.

Haare:
Der Haarwuchs ist bei Babys sehr unterschiedlich. Manche kommen bereits mit einem richtigen Haarschopf auf die Welt, andere wiederum haben bis zum ersten Geburtstag nur einen hellen, zarten Flaum oder überhaupt eine Glatze. So ergibt sich auch eine sehr unterschiedliche Haarpflege. Zum Thema Kopfgneis siehe oben „Babypflege von Neugeborenen“

Merkfähigkeit:
Im zweiten Lebenshalbjahr beginnen die Babys sich an manche Dinge zu gewöhnen. Dies kann man bewusst nützen und positive Gewohnheiten einführen, z.B. Händewaschen vor dem Essen, die Verbindung des abendlichen Umziehens mit dem Einschlafritual usw. Auch das Wickeln kann z.B. mit einem kleinen Fingerspiel abschließen und so das Baby motivieren.

Zähne:
Im zweiten Lebenshalbjahr kommen irgendwann die ersten Zähnchen. Der Zeitpunkt kann von Kind zu Kind sehr unterschiedlich sein. Meist ist dies zwischen dem 6. und 8. Monat der Fall. Möglich ist jedoch, dass zwischen den ersten Wochen, oder auch erst nach dem ersten Geburtstag das erste Zähnchen, meist der untere Schneidezahn, erscheint. Häufig haben die Babys einige Zeit davor schon einen vermehrten Speichelfluss. Es kann auch die Zahnleiste rot und geschwollen werden, und manche Kinder werden weinerlich. Seltener tritt Fieber oder Durchfall auf. Bei vielen Kindern merkt man auch erst etwas, wenn das Zähnchen beim Lachen sichtbar ist, oder wenn man beim Füttern mit dem Löffel daran stößt.

Situation der Eltern

Die meisten Eltern entwickeln sich mit dem Baby mit. Ihnen fällt es nicht schwer, sich bewusst zu machen, dass ihr Baby immer beweglicher wird, dass sich auch seine Persönlichkeit entwickelt und es Abläufe mitbestimmen will. Sie stimmen die Pflegetätigkeiten wie Wickeln, Anziehen und Waschen, bzw. Baden, im Ablauf immer wieder neu auf den Entwicklungsstand ihres Babys ab.

Es gibt jedoch auch Eltern, denen dies schwer fällt. Sie gewöhnen sich an eine Art des Wickelns und möchten diese dann über lange Zeit beibehalten. Das Baby soll eben auch so mittun, wie Sie sich das vorstellen (ruhig am Wickeltisch liegen bleiben und alles mit sich geschehen lassen). In solchen Situationen entstehen im zweiten Lebenshalbjahr dann auch leicht die ersten kleinen Machtkämpfe zwischen Eltern und Kind. Für Eltern, die gerne ihre gleichbleibende Ordnung haben, beginnt nun eine große Herausforderung. Sie müssen Schritt für Schritt flexibler werden und sich immer wieder neu anpassen.

Es ist vorteilhaft, wenn sich diese Eltern bewusst machen, dass Stabilität und Ordnung durchaus etwas sehr Positives sind, dass sie sich jedoch auf die Herausforderung, mit dem Baby etwas flexibler und beweglicher zu werden, einlassen können und dadurch im eigenen Leben auch eine Bereicherung erfahren.

Vermehrter Speichelfluss:
Wenn Babys Zähne bekommen, haben sie einen vermehrten Speichelfluss. Zur selben Zeit (von 4 bis 18 Monate) steht für die Babys das orale Explorieren (alles mit dem Mund entdecken) im Vordergrund und ist für ihre Entwicklung sehr wichtig. Diese Tatsache ist für uninformierte und gleichzeitig sehr sauberkeitsliebende Eltern sehr stressig. Sie sind ständig bemüht, dem Baby den Speichel abzuwischen oder ihm etwas aus dem Mund zu nehmen. Für das Baby ist dies wiederum irritierend und frustrierend, da es nicht in Ruhe entdecken und explorieren kann. Im Extremfall kann dieses Verhalten der Eltern beim Baby zur Reduktion oder sogar zum Einstellen des gesunden Explorationsverhaltens führen. Es würde jedoch ausreichen, wenn die Eltern dem Baby ein kleines Lätzchen umbinden, dass den Speichel aufnimmt. Dieses kann leicht gewechselt werden und der Kragen von Hemdchen oder Pulli bleibt trocken. Weiters genügt es, wenn man nichts in Reichweite des Babys herumliegen lässt, was es nicht in den Mund stecken soll.

Eine übertriebene Hygienevorstellung der Eltern kann also für das Baby vielfältige nachteilige Folgen haben. Zu wenig Sinn für Sauberkeit, vor allem bei der Zubereitung der Nahrung, der Zahnpflege und der allgemeinen Wohnungspflege, kann jedoch ebenso schädlich sein und zu häufigen Infekten (meist im Magen-Darm-Trakt), zu Karies oder auch zu Hautveränderungen führen. Ein gesunder Mittelweg ist daher erforderlich.

Was Eltern tun können

Allgemeines zur Wohnung:
Da die Schleimhäute eines Babys empfindlich sind, sollte auf die Luftqualität in der Wohnung und bei den Spazierfahrten geachtet werden.

In der Wohnung darf nicht geraucht werden. Babys und Kinder, die in verrauchten Wohnungen aufwachsen haben ein doppelt so hohes Risiko an Bronchitis oder Lungenentzündung zu erkranken als Kinder in Nichtraucherfamilien. Z.B.: Rauchen die Eltern in Gegenwart des Babys, so ist in seinem Harn das 100fache an Nikotinabbauprodukten zu messen als bei Babys von Nichtrauchereltern. Das Baby raucht also ständig mit. Dies gilt natürlich auch für den Besuch von verrauchten Lokalen usw.

Bei Möbelkauf, Wandanstrichen und Bodenbelag auf Schadstoffbelastung achten. Eine weitere Schadstoffquelle können Gasherd und Heizung sein. Wichtig ist, dass der Brenner richtig eingestellt ist. Weiters ist regelmäßiges Lüften sinnvoll.
Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 50 und 60% betragen.

Schadstoffe aus der Luft:
Beim Spazieren verkehrsreiche Straßen nach Möglichkeit meiden und das Tragetuch oder einen hohen Kinderwagen als Transportmittel verwenden, um eine Belastung durch Autoabgase zu reduzieren. Bei den tiefen Buggys ist das Baby der Auspuffhöhe näher.
Ebenso ist ein höherer Ozongehalt eine Gefahr für ihr Baby. Ozon dringt tief in die Lunge ein, setzt ihre Leistungsfähigkeit herab und reizt sie. Dadurch wird ihr Baby anfälliger für Infektionen der Atemwege und Allergien.

Der Ozongehalt in der Luft ist unterschiedlich je nach Gebiet und Jahreszeit und unterliegt zusätzlich einer Tagesschwankung (von Mittag bis in den Abend ist die Konzentration höher). In den kritischen Jahreszeiten werden die Ozonwerte beim Wetterbericht angegeben.

Bewegungslust des Kindes berücksichtigen:
Die vermehrte Beweglichkeit erhöht auch das Unfallrisiko. Babys kündigen neue Errungenschaften nicht an, sie tun sich einfach. Sie drehen sich plötzlich um, sie schieben sich nach vor, und sie beginnen sich hochzuziehen – alles jeweils ohne Vorwarnung.

Beim Wickeln, Baden sowie An- und Ausziehen ist es besonders wichtig, das Baby nie aus den Augen zu lassen. Am besten gewöhnt man sich an, immer eine Hand am Kind zu haben, da Stürze vom Wickeltisch gefährlich sind.

Im zweiten Halbjahr, wenn die Krabbelzeit beginnt, verlegen manche Eltern das Wickeln aus Sicherheitsgründen auf eine Decke am Boden. Wenn das Baby selbstständig sitzen kann, wird das Baden auch immer vergnüglicher, Wasserspielzeug wird langsam interessant und baden mit Geschwistern wird möglich. Das Baby darf jedoch nie alleine gelassen werden. Das Risiko, dass es ausrutscht, mit dem Kopf unter Wasser kommt und sich nicht mehr hochziehen kann ist zu groß.

Babymassage:
Im dritten und vierten Lebensmonat beginnt das Baby sich zu recken und langsam Kontrolle über seine Bewegungen zu gewinnen. Streicheln und Massage helfen ihm, seinen Körper selbst immer besser zu spüren. Alle Babys lieben es gestreichelt und berührt zu werden. Eltern wissen dies und entwickeln im Laufe des ersten Lebensjahres verschiedene Streichel- Kuschel- und Schmusespiele mit ihrem Baby. Meist geschieht dies ganz spontan beim Wickeln, Baden und Anziehen. Die Eltern orientieren sich am Gesichtsausdruck, den einladenden Bewegungen und den Lauten des Kindes, um herauszufinden, was ihr Kleines liebt, wie viel es davon will und wann es wieder genug hat. So entstehen viele kleine spontane Spielchen, die für Eltern und Kind wohltuend und lustvoll sind. Das ist gut so und muss nicht erst gelernt werden. Für die Entwicklung des Kindes ist dies auch vollkommen ausreichend.

Manche Eltern wollen jedoch mehr, sie haben von Babymassage gehört und wollen ihr Baby auch massieren. In verschiedenen Büchern gibt es dazu gute Anleitungen. Beachtet sollte jedoch werden, dass nicht jedes Baby massiert werden will. Auch dies sollten Eltern respektieren und ihr Baby dann nicht drängen. Die Massage sollte auch nicht ein technischer Ablauf werden, den man durchzieht. Vielmehr sollte die Babymassage in den Alltag gut eingebaut werden, wo sie wirklich hilfreich oder sinnvoll ist. Das sanfte, einfühlsame Streicheln bei der Babymassage regt die Muskulatur und die Durchblutung an und hilft dem Baby gleichzeitig sich zu entspannen.

Haarpflege:

Haarpflege bedeutet bei Babys auch Kopfhautpflege. Verwenden sie dafür eine weiche Babyhaarbürste und kämmen sie damit täglich die Haare, auch wenn es nur sehr wenige sind. Zuerst wird gegen den Strich gekämmt, d.h. von der Stirn in Richtung Hinterkopf und danach nach vor. Am Schluss können sie dem Baby eine „Frisur“ je nach Haarwuchs machen. Das Kämmen dient vor allem der Kopfhautmassage und fördert die Durchblutung. Sorgfalt ist vor allem bei der kleinen Vertiefung in der Scheitelmitte erforderlich, da dort bei Babys der Schädelknochen noch nicht geschlossen ist.

Für die Haarwäsche genügt meist warmes Wasser. Ev. kann ein mildes Babyshampoo verwendet werden. Erforderlich ist es jedoch nicht.

Zahnpflege:
Wenn die Zähnchen da sind – meist sind es die unteren Schneidezähne -, beginnt auch die erste Zahnpflege. Die Eltern wischen die jeweils schon vorhandenen Zähne mit einem feuchten Wattestäbchen ab und entfernen so den täglichen Zahnbelag.

Später, wenn mehrere Zähnchen da sind, kann dann schon morgens und abends mit einer sehr weichen, angefeuchteten Kinderzahnbürste mit abgerundeten Borsten über die Zähnchen gebürstet werden.

Selbstverständlich braucht das Baby von Anfang an eine eigene Zahnbürste, die von niemandem sonst in dem Mund genommen werden darf (Achtung bei Geschwistern). Wenn das Baby dann schon mittun will, ist bei der Zahnbürste ein kurzer, dicker Stiel wichtig, den es gut in die Hand nehmen kann. Das effektive Putzen bleibt jedoch noch länger in der Hand der Eltern.

In den ersten 18 Monaten verzichtet man auf Zahnpasta, da das Kind sie ablutschen und verschlucken würde. Das gezielte Ausspucken ist für Kinder erst später möglich.

Zähneputzen ist etwas wichtiges für die Gesundheit und wird das Kind täglich bis ins Alter begleiten, ein guter Start ist daher wichtig. Die ersten Kontakte mit Zahnbürste und Zahnpflege sollen daher spielerisch und ungezwungen sein.

Schnuller nicht abschlecken. Essen nicht mit Babylöffel verkosten.

Was für das Baby nicht gut ist:

Zigarettenrauch schadet dem Baby und erhöht das Risiko, an Infekten der Atemwege zu erkranken, sowie allergische Reaktionen oder Asthma zu entwickeln, um das doppelte. Weiters sind im Zigarettenrauch 40 verschiedene krebsauslösende Substanzen enthalten. Für alle Erwachsenen gilt also Rauchverbot in Räumen, wo sich Babys aufhalten und in Gegenwart von Babys und Kleinkindern.

Übertriebene und mangelnde Hygiene schaden dem Baby.
Der Aufenthalt von Babys in Auspuffhöhe auf verkehrsreichen Straßen (Achtung – auf die Sitzhöhe von Buggys achten) ist ungesund und kann die Atemwege der Kleinen sehr belasten.

Hilfreiche Einrichtungen:
Auskünfte über die Ozonbelastung bekommt man beim aktuellen Wetterdienst. Informationen über Öko-Zeichen sowie Schadstoffe in verschiedensten Produkten erhält man bei der Konsumenteninformation.


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