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Babys schlafen anders

von Christine Kügerl

Während der Schwangerschaft haben die Kinder bis ca. in die 35. Schwangerschaftswoche noch keinen Schlaf-Wach-Rhythmus. Wie wir von Beobachtungen an Frühgeborenen wissen, befinden sie sich in einer Art Dämmerzustand. Mit etwa 36 Wochen entwickeln sich Schlaf- und Wachperioden, die jedoch noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus haben und vom Tagesrhythmus der Mutter kaum beeinflusst werden. Diesen vorgeburtlichen Rhythmus behält das Neugeborene in den ersten 2 bis 4 Wochen nach der Geburt bei. Frühgeborene Kinder bleiben entsprechend länger in diesem Rhythmus. Bei ihnen müssen die Wochen, die sie zu früh auf die Welt gekommen sind, dazugezählt werden.

In den ersten 2 bis 4 Wochen sind die Schlafperioden gleichmäßig über 24 Stunden verteilt. Sie treten jeden Tag zu einer etwas anderen Zeit auf. Neugeborene machen es mit dem Schlafen so wie mit dem Essen – viele kleine Häppchen über 24 Stunden verteilt.

Zwischen der 2. und 10. Woche beginnt das Schlafverhalten zunehmend regelmäßiger zu werden. Gegen Ende der Neugeborenenzeit beginnt sich das Baby dann auf den Tag- Nacht-Wechsel einzustellen.

Die gesamte Schlafregulation hängt mit der Gehirnentwicklung des Babys zusammen. Da sich das Gehirn im ersten Lebensjahr ständig weiterentwickelt und viele Reifungsvorgänge noch nicht abgeschlossen sind, verändert sich auch das Schlafverhalten von Babys laufend.

Der Schlafbedarf von Neugeborenen ist sehr unterschiedlich und kann zwischen 14 und 20 Stunden betragen. Auch bei Babys gibt es bereits Kurz- und Langschläfer.

Als Schlafzyklus bezeichnet man die Zeitspanne vom Beginn des Einschlafens bis zu einem kurzen Aufwachen nach dem Traumschlaf. Neugeborene beginnen einen Schlafzyklus anders als Erwachsene mit einer eher empfindlichen oberflächlichen Schlafphase (REM-Schlaf – auch Traumschlaf genannt) und sinken erst danach in die Tiefschlafphasen (Non-REM-Schlaf). An den Tiefschlaf schließt sich wiederum eine oberflächliche Schlafphase an, aus der die Kleinen kurz erwachen, um danach wieder oberflächlich und etwas später wieder tief weiterzuschlafen. Ein solcher Schlafzyklus dauert beim Neugeborenen und beim Säugling ca. 50 Minuten. Dieser Schlafzyklus wiederholt sich 3 bis 4 Mal. Danach ist das Baby meist über eine längere Zeit wach. Es kann auch sein, dass Neugeborene bereits nach ein oder zwei Schlafzyklen wieder munter sind. Für die Eltern entsteht dadurch ein sehr unterschiedlicher Tagesablauf. Es kann sein, dass ihr Baby z.B. am Vormittag zwischen den Mahlzeiten fast zwei oder sogar drei Stunden schläft. Das bedeutet, dass es 2 bis 3 Schlafzyklen an einem Stück schläft ohne vom kurzen Aufwachen dazwischen irritiert zu werden. Am Nachmittag wird es jedoch nach einer ¾ Stunde bereits wach. Es schläft also nur einen Schlafzyklus. Dies bedeutet für die Eltern, dass sie im Laufe der Zeit herausfinden müssen, ob ihr Baby wach (= ausgeschlafen) ist und Unterhaltung braucht, oder ob es Hilfe braucht um weiterschlafen zu können. Die ersten Wochen sollen dazu dienen, dass Eltern verschiedene Situationen unterscheiden können und immer besser herausfinden, was ihr Baby beim Schlafen braucht.

Bei Babys sind ca. 50% der Schlafenszeit oberflächlicher Schlaf und weitere 50% Tiefschlaf. Der oberflächliche Schlaf, auch Traumschlaf genannt, ist erkennbar durch vermehrte Augenbewegungen unter den geschlossenen Lidern, Grimassen schneiden, Engelslächeln, ruckartige Bewegungen mit Armen und Beinchen und unregelmäßige Atmung. Babys weinen in dieser Schlafphase auch öfters auf, um gleich wieder weiter zu schlafen. Diese Schlafphase hat bei Babys eine wichtige Bedeutung für die Gehirnentwicklung. In dieser Schlafphase sind manche Babys leichter irritierbar. Wenn sie hier nach einigen Minuten Schlaf erwachen, ist es oft mit dem Weiterschlafen vorbei. An diese Tatsachen können Eltern denken, wenn ihr Baby am Arm einschläft. Sie sollen es erst ins Bettchen legen, wenn es bereits in die Tiefschlafphase gesunken ist und sich entsprechend schwer anfühlt. Ebenso sollten Eltern ihr Baby in der Traumschlafphase am Ende des Schlafzyklus (ca. 50 min nach dem Einschlafen) nicht sofort aus dem Bettchen nehmen, wenn es kurz unruhig wird oder ein wenig quengelt. Meist beruhigt es sich ganz von alleine nach 1 bis 3 Minuten. Es saugt an seinem Händchen oder rekelt sich ein wenig und schläft dann weiter. Ein anderes Baby wiederum braucht nur die beruhigende Stimme der Mutter oder des Vaters oder die Berührung durch die warme Hand, um weiterschlafen zu können. Zu intensive Zuwendungen oder Veränderungen (umdrehen, hochnehmen) können das Neugeborene in dieser Schlafphase irritieren oder ganz aufwecken. Die weiteren 50% des Schlafes sind Tiefschlaf. Im Tiefschlaf bewegt sich das Baby kaum, hat keine Augenbewegungen, fühlt sich schwer an, atmet regelmäßig und tief. Es lässt sich kaum durch Licht, Lärm oder andere Veränderungen irritieren. Ein kleiner Teil der Babys ist jedoch ca. ab der 3. Woche leichter erregbar und kann dadurch schneller im Schlaf gestört werden. Diese Babys sind auch schwerer zu beruhigen.

Bereits Neugeborene zeigen ihr Schlafbedürfnis durch einen müden Blick, Zufallen der Augen, Gähnen, aber auch durch Weinen. Manche schlafen auch einfach ein, egal wo sie sind oder was man gerade mit ihnen macht. Manche Neugeborene schlafen beim Stillen oder nach der Flasche ein und lassen sich leicht ins Bettchen legen. Ein kleiner Teil der Neugeboren tut sich mit dem Einschlafen und dem Weiterschlafen zwischen den Schlafzyklen schwerer. Diese Babys brauchen Einschlafhilfen wie Schaukeln, Streicheln, die Nähe der Mutter oder des Vaters usw. Es ist für Eltern nicht immer leicht herauszufinden, wie viel Unterstützung ihr Baby braucht und was es alleine kann. Oft helfen Kleinigkeiten dem Baby besser zur Ruhe zu finden als intensive Maßnahmen. Eltern sollten daher immer mit Kleinigkeiten beginnen und erst steigern, wenn die einfachen Beruhigungen nicht helfen.

Die Schlafhaltung ist bei Babys verschieden. Es wird empfohlen, das Baby in Seitenlage zum Schlafen ins Bettchen zu legen. So kann es gut atmen und es kann keine Nahrung in die Luftröhre gelangen, wenn das Baby im Schlaf erbricht. Es gibt jedoch auch Babys die bereits nach den ersten Tagen eine Lieblingsstellung für das Einschlafen entwickeln. Sie bemühen sich dann in diese Stellung zu kommen um einschlafen zu können. Bei wenigen Babys ist dies die Bauchlage. Wenn ein Baby die Seitenlage ablehnt, sollten es die Eltern nicht laufend dazu zwingen. Das Baby sollte immer auf einer flachen, festen Unterlage liegen und keinen Kopfpolster haben.

Zur Vorbeugung vor dem plötzlichen Kindestod wird Eltern empfohlen, das Baby im Schlaf nicht auf den Bauch zu legen. Diese Empfehlung beruht auf der Tatsache, dass die Ausatmungsluft mehr CO2 enthält als die Einatmungsluft. Wenn das Baby auf dem Bauch liegt, entsteht durch den Druck seines Köpfchens vor dem Mund eine kleine Mulde auf der Matratze, in der sich die Ausatmungsluft sammeln kann. Das Baby würde so eine CO2 reichere Luft wieder einatmen. Dies könnte zur Folge haben, dass das Baby seine Atmung verlangsamt und ein Sauerstoffmangel entsteht. Bei Säuglingen bewirkt dies eine weitere Verlangsamung der Atmung, was bis zum Atemstillstand führen kann. (Bei Erwachsenen nimmt bei Sauerstoffmangel die Atemtätigkeit zu). Weitere Schutzfaktoren sind Stillen, das Baby nicht alleine lassen, eine Wohnung ohne Zigarettenrauch, eine Schlafraumtemperatur zwischen 18 und 20 Grad und Stressvermeidung.


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