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Beikost – Reifezeichen und erste Schritte

von Mag. Ingeborg Hanreich

So wie Ihr Kind zu seiner individuellen Zeit zu sprechen und gehen lernt, ist es auch zu ganz persönlicher Zeit reif für die Beikost. Beikost ist alles was zu Muttermilch (oder Flaschennahrung) an Essen & Trinken dazu angeboten wird.

Signale Ihres Kindes für den Beikoststart

Ihr Kind zeigt mit folgenden Reifezeichen, wann es Beikost essen möchte: 

  • Es macht Kaubewegungen, während es Sie beim Essen beobachtet.
  • Es zeigt starkes Interesse an Ihrer Nahrungsaufnahme.
  • Es kann mit 2 Fingern greifen und Dinge zum Mund führen.
  • Es ist in der Lage, aufrecht zu sitzen (mit minimaler Hilfe).
  • Es kann bereits Brei mit der Oberlippe vom Löffel nehmen und schlucken.
  • Eventuell hat es schon die ersten Zähne.
  • Es kann den Kopf ohne Hilfe halten.
  • Der Zungenstoß-Reflex, aufgrunddessen Ihr Baby die Zunge streckt, um feste Nahrung aus dem Mund zu schieben, ist abgeschwächt. 

Manche mögen´s langsam!

Wenn Ihr Kind gegen Ende des ersten Lebenshalbjahres kein Interesse an fester Nahrung zeigt und auch keine weiteren Reifezeichen signalisiert, braucht es eventuell einfach länger. Bieten Sie ihrem Kind in einem Abstand von 1-2 Wochen wiederholt Breinahrung oder einfachstes Fingerfood an. 

Manche Kinder bevorzugen am Beginn der Beikost feinsten Brei, andere einfaches Fingerfood, welches sie selbst essen können. Alle Breirezepte, ein Kapitel über Fingerfood und Rezepte zum Umstieg auf Familienkost sind für Sie im Buch „Rezepte & Tipps für Babys Beikost“ zusammengestellt worden (siehe Literaturtipps).

Wann beginnen Sie am besten?

Prinzipiell können Sie zu jeder Mahlzeit beginnen. In der Praxis hat es sich aber bewährt, darauf zu achten, dass das Kind noch wach und nicht zu hungrig ist. Im Regelfall wird daher mittags begonnen. Außerdem soll es für Sie selber einfach sein, die Mahlzeit zu dieser Zeit zuzubereiten.

Warum Brei, ergänzt mit Fingerfood?

Was Babys in der ersten Beikost brauchen, sind vor allem Eisen und Zink sowie essentielle Fettsäuren und Vitamine. Denn davon werden die Vorräte knapper bzw. wird für das Wachstum mehr gebraucht.

Fleisch und Getreide stellen gute Quellen für diese beiden wertvollen Mineralstoffe dar. Deshalb erfolgt der Aufbau zum 1. Brei zumeist über Karotte zu Karotte-Kartoffel zum Gemüse-Fleischbrei. Drei Beispiele eines genauen stufenweisen Aufbaus der Beikost (früh, spät und vegetarisch), alle Breie und beantwortete Elternfragen zu einzelnen Zutatengruppen finden Sie in „Essen und Trinken im Säuglingsalter“ (siehe Literaturtipps).

Wie beim Stillen und bei der Flaschenkost, soll auch bei der Beikost auf die Hungerzeichen des Kindes geachtet werden. Öffnet das Kind den Mund und erwartet den Brei oder nimmt diesen genussvoll von dem Löffelchen, das an die Lippe gelegt wird, so ist es bereit. Dreht es den Kopf weg und signalisiert, dass es nicht mehr mag, so hat es selbstbestimmt die Mahlzeit beendet. Frei nach dem Motto: Die Eltern bestimmen, was auf den Tisch kommt (und sollten dies weise tun), die Kinder was und wie viel und wovon sie essen möchten. Dies gilt bei Brei nicht anders als bei Fingerfood oder später am Familientisch.

Statt des Karotten-Kartoffel-Fleisch-Breis ließe sich aber die ebenfalls Beta-Carotin-reiche Variante Kürbis-Reis-Fleisch oder die milch-süßliche Pastinaken-Kartoffel-Fleisch-Variante wählen. Auch Zucchini eignen sich als erste Kost. Die genannten Zutaten können zusätzlich als Fingerfood angeboten werden.

Der erste Brei wird mit Öl und Saft in der richtigen Menge ergänzt, um Fettsäuren und Vitamine zur Verfügung zu stellen. Ist die stillende Mutter gut versorgt (siehe Literaturtipp „Essen und Trinken in der Stillzeit“), bietet auch Muttermilch ausreichend Fettsäuren fürs erste Halbjahr.

Hochwertige Fette gefragt

Vor allem für den Aufbau von Zellwänden, also für sein Wachstum benötigen Babys hochwertiges Fett. In Relation sogar mehr als Erwachsene, denn sie verdoppeln ihr Gewicht bis zum Halbjahr und verdreifachen es von der Geburt bis zum ersten Geburtstag. Außerdem spricht die Qualität von Fetten und Ölen auch für die Gehirnreifung und die Reifung der Augen eine Rolle.

Diese hochwertigen Fette werden auch über Muttermilch zur Verfügung gestellt, wenn die Mutter ausreichend essentielle Fettsäuren in ihrer Nahrung zu sich nimmt. Sobald weniger gestillt und Beikost gegeben wird, sollen auch in der ersten Beikost Öle mit essentiellen Fettsäuren (z.B. Omega-3-Fettsäuren) enthalten sein. Wenn ausschließlich Fingerfood als Beikost verwendet wird und spät mit der Beikost begonnen wird, kann auch zu wenig an diesen Fettsäuren in der Babykost sein.

Glutenhältiges Getreide – nur ganz langsam beginnen!

Allem voran soll erwähnt werden, dass Gluten, das Klebereiweiß verschiedener Getreidesorten, im Normalfall harmlos ist. Es ist für die Fähigkeit verantwortlich, Brot zu backen und wird zumeist problemlos verdaut.

Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer sind die wichtigsten glutenreichen Sorten. Hingegen enthalten Hirse, Reis, Mais, Quinoa und Amaranth, aber auch Maroni, kein Gluten. Sie sind glutenfrei.

Zöliakie – eine Glutenunverträglichkeit

Vereinzelt wird Gluten von Kindern sowie von Erwachsenen nicht vertragen, was drastische Auswirkungen haben und den Darm bleibend schädigen kann. Dieses Krankheitsbild wird als Zöliakie bezeichnet. Erkenntlich wird das, wenn nach dem Einsatz von Gluten in den Speiseplan Gewichtsstillstand, ja sogar Gewichtsabnahme trotz reichlicher Ernährung eintritt. Spätestens dann muss der Kinderarzt zu Rate gezogen werden.

Es soll nur mit kleinen Mengen Gluten begonnen werden. Täglich 7 g Beilagen wie glutenreiche Babyflocken (z.B. Haferschleim, Dinkelflocken) eignen sich hierfür gut. Nach 2 Wochen wird die doppelte Mengen Getreideflocken und nach weiteren 2 Wochen schon eine größere Mengen an glutenhältigem Getreidebrei angeboten werden. Gleichzeitig ist es wichtig, nach Möglichkeit weiterhin zu stillen, da dies das Zöliakierisiko reduziert.

Allergien – ein sensibles Thema!

Jede Mutter, deren Kind es betrifft, weiß um die Schwierigkeit. In der Prävention erkennt man zwar nach und nach, dass HA-Nahrungen wenig bewirken und Muttermilch den größten Schutz bietet, aber manchmal ist auch diese – durch die Spuren der enthaltenen Nahrungsmittel – ein Auslöser. Alle Studien sind sich einig, dass in den ersten vier Lebensmonaten keine Beikost angeboten werden soll, da sonst das Risiko für Allergien steigt. Der Schutz des Stillens gilt nur für die ersten 4 Monate als gesichert, weil die meisten Studien nur 4 Monate Stillzeit erfassen. Bei sensiblen Kindern mit hohem Risiko mag ein Hinauszögern von Symptomen bereits eine gute Strategie sein. Generell gelten die Empfehlungen zur Beikost gleichmaßen für alle Babys, egal ob mit oder ohne höheres Allergie-Risiko.

Hat Ihr Baby bereits eine Allergie oder reagiert mit Verdauungsbeschwerden auf einzelne Lebensmittel, so ist ein Kinderarzt bzw. eine Ernährungswissenschafterin heranzuziehen. Im Regelfall muss dann selber gekocht werden. Sie finden dann wertvolle Hinweise in unserem Ratgeber „Rezepte und Tipps für Babys Beikost“ (siehe Literaturtipp).

Fr. Mag. Hanreich steht Ihnen bei Fragen, die die individuelle Situation Ihres Kindes betreffen, gerne persönlich zu Verfügung. Sie erreichen Sie unter 01-5042829-1 (siehe www.hanreich-verlag.at/beratung-eltern)!


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