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Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder bei einer Tagesmutter, einem Tagesvater

von MMag. Dr. Gerald Salzmann

Ausgehend von einem ganzheitlichen Bildungsverständnis kommt den ersten Lebensjahren große Bedeutung für die Gestaltung von Lernprozessen bei Kindern zu. Die Wichtigkeit früher Bildung für die weitere Bildungslaufbahn der Kinder ist nicht nur wissenschaftlich, sondern auch im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit unumstritten. Aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen (z.B. verstärkte Berufstätigkeit der Eltern bzw. der Erziehungsberechtigten) gewinnen außerfamiliäre Bildungseinrichtungen immer mehr an Bedeutung, da sie einen wesentlichen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten.

In der breit gefächerten Landschaft elementarer Bildungseinrichtungen stellen Tagesmütter und Tagesväter einen wichtigen und nicht mehr wegzudenkenden Bereich dar. Die Bildung, Erziehung und Betreuung durch sie hat sich in Österreich als anerkannte und alternative Form gegenüber Krabbelstuben, Kindertagesstätten, Kindergärten und Horten etabliert.

Berufsbezeichnung von Tagesmüttern und Tagesvätern und Rahmenbedingungen für deren Tätigkeit
Die Berufsbezeichnung Tagesmütter und Tagesväter ist jenen Personen vorbehalten, die nach den gesetzlichen Grundlagen des jeweiligen Bundeslandes im eigenen Haushalt Kinder vom Babyalter bis längsten zur Beendigung der Schulpflicht (in einigen Bundesländern bis zum Ablauf jenes Jahres, in dem das Kind die Volksschule beendet) regelmäßig und entgeltlich  bilden, erziehen und betreuen.

In Kleingruppen finden vier bis sechs Kinder – entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen der Bundesländer – ausgehend von ihren individuellen Bedürfnissen bestmögliche Bedingungen für die Gestaltung ihrer Bildungsprozesse vor, wobei vorwiegend Eltern bzw. Erziehungsberechtigte von Kindern unter drei Jahren dieses Angebot nützen.

In den letzten Jahren hat der Bereich der Tagesbetreuung um Betriebstagesmütter und -tagesväter in einigen Bundesländern eine Erweiterung erfahren. In den Räumen eines Unternehmens, das diese kindgerecht ausstattet, werden Kinder in den meisten Fällen bis zum vierten Lebensjahr gebildet und betreut. Dieses Angebot wird vielfach von Wiedereinsteiger/innen in das Unternehmen in Anspruch genommen.

Grundsätzlich ist anzumerken, dass Tagesmütter und Tagesväter für die Ausübung ihres Berufes eine Bewilligung von Seiten der jeweiligen Landesregierung benötigen.

Tagesmütter und Tagesväter offerieren den Kindern eine familienorientierte, persönlich-individuelle und relativ zeitlich flexible „Bildung und Betreuung“. In Gebieten, wo das Angebot an elementaren Bildungseinrichtungen oftmals nur ungenügend vorhanden ist und vielfach starre Öffnungszeiten vorherrschen, können Tagesmütter und Tagesväter eine optimale zeitliche Strukturierung den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten anbieten. Die hohe Flexibilität bei der Wahl der „Betreuungszeiten“, die geringe Anzahl von Kindern pro Gruppe und das persönliche und vertraute Verhältnis der Tagesmutter, des Tagesvaters zu den Kindern wird von zahlreichen Eltern und Erziehungsberechtigten als vorteilhaft angesehen.

Pädagogische Orientierung bei der Förderung der Kinder durch Tagesmütter und Tagesväter
Analog zu elementaren Bildungseinrichtungen erfüllen auch Tagesmütter und Tagesväter die Aufgaben der Betreuung, Bildung und Erziehung entsprechend den gesetzlichen Vorgaben der jeweiligen Bundesländer, daher werden sie auch als gleichrangige „Betreuungsform“ erachtet.

Die Förderung der Kinder erfolgt vor dem Hintergrund des bundesländerübergreifenden BildungsRahmenPlans für elementare Bildungseinrichtungen in Österreich. Kinder werden als selbstständige, wissensbegierige Persönlichkeiten, die ihre Umwelt mit allen Sinnen erforschen, betrachtet. Tagesmütter und Tagesväter akzeptieren jedes Kind in seiner Einzigartigkeit, bringen Kindern Wertschätzung entgegen und bieten ihnen zahlreiche Möglichkeiten, um interessante Erfahrungen zu machen und selbstständig zu lernen bzw. ihre Bildungsprozesse zu gestalten.

Bei pädagogischen Handlungsprozessen und den Umgang miteinander in alltäglichen Situationen wird großer Wert auf wissenschaftlich anerkannte pädagogische Prinzipien gelegt. So bestimmen Ganzheitlichkeit und Lernen mit allen Sinnen, Individualisierung, Lebensweltorientierung, Inklusion, Interkulturalität – um nur einige zu nennen – das pädagogische Geschehen in den alltäglichen Situationen.

Tagesmütter und Tagesväter fördern bei den ihnen anvertrauten Kindern Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Strategien und Routinen, die diese zusätzlich zur Lernmotivation benötigen, um bestmöglich in verschiedenen Lebenslagen handlungsfähig zu sein. Sie ermöglichen Kindern ihre Selbst-, Sozial- und Sach- sowie Lernmethodische Kompetenz zu erweitern, wobei das spielerische Lernen in einer anregenden Umgebung der Leitgedanke ist.

Bei der Verwirklichung des vielfältigen Lernangebots orientiert sich die Tagesmütter und Tagesväter an dem im BildungsRahmenPlan für elementare Bildungseinrichtungen festgelegten Bildungsbereichen, wie beispielsweise „Emotionen und soziale Beziehungen“, „Sprache und Kommunikation“, „Natur und Technik“, „Bewegung und Gesundheit“ usw.

Ausbildung der Tagesmütter und Tagesväter
In den einzelnen Bundesländern gibt es unterschiedliche gesetzlich verankerte Bestimmungen für die Ausbildung. Verallgemeinernd kann festgehalten werden, dass in allen Bundesländern für Tagesmütter und Tagesväter berufliche Qualifikationsrichtlinien vorliegen. Gemeinsam sind allen Ausbildungsmodellen folgende Inhalte:

  • Persönlichkeitsbildung und Kommunikation
  • Pädagogik und Entwicklungspsychologie
  • Spezielle Didaktik der Tagesbetreuung
  • Organisatorische und rechtliche Grundlagen
  • Praktische Arbeit mit Kindern in allen Bildungsbereichen
  • Erste Hilfe und Unfallverhütung

Seit 2011 verleiht das Bundeskanzleramt, Sektion V – Familien und Jugend – an Ausbildungsträger ein Gütesiegel, das wesentliche Qualitätsmerkmale der angebotenen Lehrgänge hervorhebt. In gemeinsamer Arbeit mit Bildungsexperten/innen wurde ein bundesweit einheitliches Ausbildungscurriculum für Tagesmütter und Tagesväter erarbeitet. Die vorgegebenen Standards leisten einen wesentlichen Beitrag zu einer weitgehend „einheitlichen“ Ausbildungsqualität in Österreich für Tageseltern.

Abschließend lässt sich festhalten, dass die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern bei einer Tagesmutter / einem Tagesvater zweifellos eine wertvolle Alternative zu anderen elementaren Bildungseinrichtungen (einschließlich Hort) in Österreich darstellt.


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