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Crashphysik

von Peter Jahn

Elternbildung
Elternbildung
Elternbildung

Liebe Eltern!

Es könnte ja der Tag kommen, wo Ihr Kind von Ihnen wissen will, was bei einem Unfall mit dem Auto, passiert. Ein alt bewährter Erzählstrang, auf den viele Eltern gern zurückgreifen, könnte sich dann über Ihr Kind ergießen: „Dann wäre das Auto kaputt, dann würde die Feuerwehr und die Polizei anrücken, im schlimmsten Fall, die Rettung. Auch der Pannendienst müsse dann kommen. Um all diesen Unannehmlichkeiten zu entgehen, müsse man immer gut aufpassen beim Fahren, damit eben nichts passiere.“

Sehen wir uns das Ganze doch mal genauer an:

Was passiert eigentlich bei einer Fahrzeugkollision?Elternbildung

Welche Kräfte wirken hierbei? Ab wann wird es für die InsassInnen gefährlich?
Welche (passiven) Schutzsysteme kommen zum Einsatz, um Sie und Ihre Familie am Leben und dauerhaft gesund zu halten? Und was können Sie dazu beitragen, dass diese Systeme auch effizient greifen?

Starten wir mit einer ganz normalen Autofahrt. Sie sind auf dem Weg zu Kindergarten, Schule, Arbeit oder Freizeit. Innerorts werden häufig 50 km/h erreicht und manchmal auch überschritten.
Und plötzlich ist da kein Ausweg. Gerade noch so schaffen Sie es, auf 30 km/h runter zu bremsen, aber dann krachen Sie in den Unfallgegner oder in das Hindernis.

Was glauben Sie, mit welcher Wucht, ausgedrückt in einer Vervielfachung Ihres Körpergewichts, werden Sie und Ihre Familie in die Gurtsysteme gepresst?

Die Antwort lesen Sie am Ende des Berichts.

Der Gurt als ErsthelferElternbildung

Machen wir uns jetzt bewusst, welche Schutzsysteme Sie an Bord haben, um solche Belastungen ohne Dauerverletzungen überstehen zu können. Klar ist wohl, ohne Gurt geht gar nichts. Auch der Airbag verrät, in kryptischen Lettern, wofür er eigentlich da ist: „SRS“. Das steht für die englische Abkürzung „supplemental restraint system“, also zu Deutsch „ergänzendes Rückhaltesystem“. Sprich der Airbag wirkt sich nur für diejenigen schützend aus, die auch angegurtet sind.

Im Gurt integriert, sind bei modernen Fahrzeugen noch weitere „Helferleins“:

  • Der Gurtstraffer

Er zieht den Gurt in Millisekunden viel straffer als Sie das könnten und verschafft Ihnen damit eine gute Ausgangslage für den nachfolgenden Crash.

  • Der Gurtkraftbegrenzer

Er lässt dann für ein paar Millisekunden den Gurt auch wieder nach. Dadurch werden Ihnen Knochenbrüche (Rippen, Schlüsselbein) erspart, die wiederum zu schweren inneren Verletzungen führen könnten.

  • Die Airbags

In modernen Autos befinden sich mittlerweile ganz schön viele dieser „aufgeblasenen“ Typen. Frontairbags für die vorderen InsassInnen, Seitenairbags für Kopf, Schulter, Hüfte, Windowbags, aber auch Kneebags unter dem Lenkrad, oder mittlerweile sogar Airbags in den Gurten. Allen gemein ist, dass sich ab deren Zündung (Verpuffung eines Gases) blitzschnell ein Luftsack bildet. Dieser soll Sie vor den heftigen Fliehkräften und dem harten Kontakt mit dem Innenraum schützen. Aber das funktioniert eben nur dann, wenn Sie auch richtig angeschnallt sind.

Andere wichtige „Helferleins“: Kopfstützen, stoßdämpfende Materialien rundum, spezielle Sitzkonstruktionen und und und. Wenn Sie mal wissen wollen, was Ihr Auto so zu bieten hat und auf welchen Sitzplätzen überhaupt welche Schutzmaßnahmen verfügbar sind, schauen Sie doch in das Fahrzeughandbuch (Handschuhfach).

Das Allerwichtigste für Ihre Sicherheit zum Schluss: Elternbildung

  • Die stabile Fahrgastsicherheitszelle

Diese lässt sich bei modernen Fahrzeugen kaum mehr deformieren.

  • Die effektiven Knautschzonen.

Diese tragen maßgeblich dazu bei, dass wir einen Unfall glimpflich überleben.

Der Sprung ins UngewisseElternbildung

Eine Kollision mit Tempo 50 entspricht von der Wucht des Anpralls ziemlich genau dem Sprung aus 10 Metern Höhe, also dem dritten Stockwerk. Wenn wir da einfach so runterspringen, schauen unsere Überlebenschancen ziemlich schlecht aus. Deshalb wünschen wir uns, in so einer Situation, ja auch zumindest ein tiefes Wasserbecken oder andere stoßdämpfende Materialien wie ein Feuerwehr-Sprungtuch oder haufenweise Kartons. Beim Auto entsprechen diese Kartons der Knautschzone.  Diese verformt sich blitzartig, wie eine Getränkedose, und dämpft damit unseren Anprall.

Tipp: Wenn Sie mal zuschauen wollen, wie Ihr Auto sich bei einem Crash verhält, besuchen Sie doch die Website www.euroncap.com. Dort finden Sie zu fast jedem Auto eine Bewertung, samt Crashvideos.

Warum Schlampertatsche von „Gurtlosen“ bedroht sind Elternbildung

Wer im Auto nur schlampig angeschnallt ist, der kann die sogenannte Verzögerung der Fahrzeugknautschzone nur sehr wenig nutzen und wird schwerere Verletzungen davontragen. Beispiel gefällig? Wenn Sie im Winter mit geschlossener dicker Winterjacke einsteigen und den Gurt dann nur locker einstecken, haben Sie in der Fachsprache eine „große Gurtlose“. Der Gurt liegt also nicht straff an ihrem Körper an. Bei einer Kollision wird demnach der Gurtstraffer nur einen Teil der Vorspannung schaffen und Sie werden später an der Fahrzeugverzögerung (Knautschung) teilnehmen.
Das wäre also so, wie wenn beim Fall aus dem dritten Stock, die Kartons nicht aufgestellt, sondern nur zusammengefaltet unter Ihnen liegen würden.

Des Rätsels LösungElternbildung

Eine Antwort bin ich Ihnen abschließend noch schuldig.

Bei einem stinknormalen Anprall mit einem Fahrzeug gegen ein starres Hindernis, mit einer Restgeschwindigkeit von 30 km/h wirkt für eine kurze Zeitspanne eine Verzögerung, die mindestens dem 17-fachen (SIEBZEHNFACHEN) Körpergewicht entspricht. Bei einem Kind mit „nur“ 30 kg Lebendgewicht ist das knapp eine halbe Tonne.

 

 


KommentareElternbildung

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