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Das Baby ist nicht ein Problem, es hat ein Problem!

von Mag. Barbara Schogger

Erfahrungsgemäß liegt in den meisten Fällen die Ursache für ein vermehrtes Schreien in den ersten drei Monaten hauptsächlich in einem Regulations- und nicht in einem Eltern-Kind-Problem.

Aufgrund dieser Erfahrungen wurden in den letzten Jahren immer mehr Einrichtungen geschaffen, so genannte „Schreiambulanzen“, „Babysprechstunden“, „Eltern/Säuglingssprechstunden“ oder auch Ambulanzen für Schrei- Schlaf- und Fütterstörungen an die sich betroffene Eltern wenden und individuelle Beratungs- und Behandlungsangebote nutzen können.

Verschiedene Interventionsmöglichkeiten und Strategien

Allgemeine Reizreduktion

Eine Überreizung durch intensive, ständig wechselnde Stimulation sollte vermieden werden. Da sich diese Kinder sehr schlecht beruhigen lassen, kommt es oft zu einer Überstimulation durch die Eltern, die in ihrer Verzweiflung alles Mögliche probieren, damit ihr Kind aufhört zu schreien – sie machen aber die Situation dadurch oft noch schlimmer. Es gibt jedoch kein Patentrezept für Beruhigungs- und Einschlafhilfen, wichtiger als die Methode ist die Regelmäßigkeit.

Grundsätzlich gilt: keine Hektik und sanftes Vorgehen und möglichst bei einer Strategie bleiben um sich an regelmäßige Einschlafbedingungen zu gewöhnen.

Übermüdung vermeiden
Wichtig ist es eine Übermüdung der Neugeborenen zu vermeiden und sie regelmäßig nach 1 bis 1,5 Stunden Wachzeit allmählich zur Ruhe und zum Schlafen zu bringen, selbst wenn die Babys noch nicht müde erscheinen.

Geregelten Schlaf- Wach-Rhythmus anbahnen
Eine klare Strukturierung der Fütter-, Schlaf- und Wachphasen helfen dem Baby einen zyklischen Wechsel von Aufwachen – Füttern – Wachphase – Schlaf zu entwickeln. Man kann den Babys das Einschlafen erleichtern, indem man den Raum abdunkelt und sie von störenden Reizen abschirmt.

Ausnutzen der Wachphasen
Die anfangs noch sehr kurzen Phasen in denen der Säugling eine gute Regulationsfähigkeit und Interesse an der Umwelt zeigt, sollen für entspannte positive Momente zwischen Eltern und Kind genutzt werden.
Unter Beachtung von Ermüdungs- und Überforderungssignalen sollen positive Momente geschaffen werden, die für Eltern und Säugling gleichermaßen erfüllend sind.

Überbrückung der kritischen Schreistunden
In vielen Fällen können die kritischen Schreiphasen durch Spazieren fahren im Kinderwagen oder Tragen im Tragetuch abgefangen oder abgeschwächt werden.

Entlastung der Eltern

Viele Eltern haben bereits eine lange Odyssee von Arztbesuchen und gut
gemeinten Ratschlägen von Verwandten und Freunden hinter sich und fühlen sich schuldig, da sie ihr Baby nicht zufrieden stellen können.
Oft ist allein die Information darüber, dass sie nicht die einzigen sind, die diese Probleme haben und dass sie nichts falsch gemacht haben eine enorme Entlastung. Wichtig ist zu erarbeiten, welche Ressourcen in und außerhalb der Familie zur Entlastung und Unterstützung genutzt werden können.

Timeout für die Eltern
Viele Eltern ignorieren ihre eigenen Bedürfnisse und stehen ständig unter großer Anspannung oder sie zeigen Erschöpfungszustände.
Ein Timeout kann zur eigenen Entspannung beitragen.
Gegebenenfalls kann eine kurze Trennung von Mutter und Baby zur beiderseitigen Beruhigung beitragen und wichtig sein um Misshandlungsimpulsen vorzubeugen.

Konzentration auf die Eltern-Kind-Interaktion
Dabei geht es um das gegenseitige Verstehen von Eltern und Baby im Kontext von Schreien, Beruhigungsversuchen und Schlafen legen.
Das gemeinsame Erforschen der Bedürfnisse, die das Baby zum Ausdruck bringt und die Sensibilisierung der Eltern in Bezug auf die Signale des Kindes und die richtige Interpretation der kindlichen Signale sind für eine funktionierende Eltern-Kind-Beziehung ausschlaggebend.

Die Information und Beratung der Eltern bewirkt oft auch eine Stärkung der intuitiven Fähigkeiten, die aufgrund der Probleme und Schwierigkeiten gehemmt oder blockiert waren.

Psychotherapie zur Aufarbeitung eigener Themen kann manchmal notwendig sein, wenn Eltern Schwierigkeiten haben, das Schreien des Kindes richtig zu interpretieren. Es kann durch eigene zugrunde liegende  Erfahrungen zu einer verzerrten Wahrnehmung und dadurch zu einer falschen Interpretation der kindlichen Signale kommen.

Eine frühzeitige Erkennung von Problemen und eine gezielte Beratung kann wesentlich zur Prävention späterer Verhaltensauffälligkeiten von Kindern beitragen und die Familien stabilisieren, damit sie diese erste Zeit mit ihrem Baby als eine schöne und glückliche Zeit erleben können.


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