Zum Inhalt Zum Menü
Farbiger Bogen Farbiger Bogen Ei Schwerpunktthemen Zahnrad Lupe Share on Twitter Twitter Logo Share on Facebook Facebook Logo Share via E-Mail E-Mail Pfeil lang Pfeil nach unten Pfeil nach links Pfeil nach rechts Karte mit Marker Newsletter Links Bestellservice Literaturtipps Studien Elternbildung Login/Logout Hand Schließen Marker mit Hand YouTube Ei-Rahmen für Bilder info forum head helpdesk home info list logout message student task upload add burger burger_close courses delete download edit check link media preview preferences-elearning image share play-store-icon app-store-icon
Zum Inhalt Zum Menü

Die ersten Schritte

von Prim. Dr. med. Christian Kienbacher

Elternbildung
Elternbildung
Elternbildung

Die ausgewiesenen ExpertInnen um festzustellen ob ein Kind oder ein Jugendlicher unter einer psychischen Problematik zu leiden beginnt, sind seine Eltern oder seine familiären Bezugspersonen. Diese sind zumeist die ersten, die Veränderungen und psychische Belastungen bei ihren Kindern wahrnehmen. Aber auch PädagogInnen im Kindergarten, der Schule oder in einer Horteinrichtung können sich um Minderjährige sorgen und eine Abklärung anraten.

Diese Belastungen und Veränderungen können sehr unterschiedlich gestaltet sein. Die häufigsten Probleme bei Minderjährigen sind Angsterkrankungen, dabei imponieren die Kinder mit Vermeidungsverhalten, sozialem Rückzug und einer bis dato noch nicht aufgetretenen Ängstlichkeit. Im Vordergrund stehen bei diesen ängstlichen Kindern sehr oft Schmerzen und körperliche Leidenszustände wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel und andere. Natürlich braucht es der Abklärung beim Allgemeinmediziner oder Kinderarzt ob eine körperliche Erkrankung ausgeschlossen werden kann, dabei sollte man sich aber auch bewusst sein, dass im Kindesalter seelische Probleme und Konflikte sehr häufig durch körperliche Beschwerden zum Ausdruck kommen. Oft wird dann sehr viel Zeit und Energie mit der körperlichen Ursachenfindung verbracht und erst nach Monaten oder Jahren gibt es eine Involvierung der Kinderpsychiatrie, Psychologie oder Psychotherapie. Es ist immer noch häufiger, dass eine psychische Erkrankung nicht erkannt, als dass eine körperliche Erkrankung nicht erkannt wird.

Kinder können auch schon in sehr jungem Alter unter depressiven Stimmungseinbrüchen leiden, die mit Zurückgezogenheit, Kraft- und Energielosigkeit und verminderter Lebensfreude einhergehen. Oder sie imponieren bei Belastungen oft in der Schule unkonzentriert, hyperaktiv oder impulsiv. Vielen Kindern fehlt es auch an mangelnder Regelakzeptanz, sie tun sich mit fortschreitendem Schulbesuch schwer und ecken in der Gruppe der Gleichaltrigen an und werden immer mehr zu Außenseitern. Das Essverhalten kann sich oft bei Jugendlichen in kurzer Zeit ändern und Gewicht wird in beträchtlichem Ausmaß abgenommen. Wenn Jugendliche Suizidideen äußern oder sich selbst verletzen, ist rasche Hilfe gefordert und die Entscheidung diese einzuholen, sollte sofort getroffen und umgesetzt werden.

Die erste Anlaufstelle bei so einer Lebenskrise ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie. In der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung gibt es ein abgestuftes Versorgungsmodell. Der erste Ansprechpartner ist der niedergelassene Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit Kassenvertrag. Leider gibt es viel zu wenige von diesen in Österreich. Es gibt aber auch Wahlärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, die meist das gleiche Honorar verlangen, das auch die Krankenkassen den Ärzten mit Kassenverträgen bezahlt, sodass den Familien nur die Belastung entsteht, den Wahlarzt zuerst zu bezahlen und danach erfolgt die Refundierung von 80 bis 100% des Honorars durch die Krankenkassen.

Auf der zweiten Stufe des abgestuften Versorgungsmodels stehen für komplexere Fragestellungen Ambulatorien für Kinder- und Jugendpsychiatrie bereit. Leider gibt es diese Ambulatorien mit multiprofessionellen Teams nicht in allen Bundesländern und dort wo es sie gibt, sind sie noch nicht in ausreichender Anzahl vorhanden. Diese Ambulatorien sind kassenfinanziert und können mit ihren multiprofessionellen Teams (zumeist aus klinischen PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, aber auch ErgotherapeutInnen, PhysiotherapeutInnen und LogopädInnen) ein weites Spektrum an hochqualifizierten Behandlungen anbieten. Aber nicht jedes Kind braucht diese Intensität der Behandlung, sondern auch der/die FachärztIn für Kinder- und Jugendpsychiatrie kann helfen. Schwierig wird es für die Familien meist dann, wenn die Kinder- und JugendpsychiaterInnen nach der Diagnostik überzeugt sind, dass eine Psychotherapie, klinisch psychologische Behandlung, Ergotherapie, Logopädie oder Physiotherapie die bestmögliche Therapie darstellt. Dann sind österreichweit  kassenfinanzierte Plätze für diese Behandlungen rar und sehr viele Familien warten oft monatelang oder sogar jahrelang auf den adäquaten Behandlungsplatz. In dieser Zeit verschlechtert sich fallweise, oder chronifiziert natürlich die Symptomatik, die oft zum rechten Zeitpunkt durch 10 oder 20 Einheiten der entsprechenden Therapie durchaus einen guten Behandlungserfolg gezeigt hätte. Neben den Krankenkassenplätzen in Psychotherapie, klinischer Psychologie, Ergotherapie, Physiotherapie und Logotherapie, gibt es nur die Möglichkeit diese Leistungen privat in Anspruch zu nehmen, nur ist die Bezuschussung durch die Krankenkassen da weit geringer als bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie, sodass es sich vielen Familien nicht leisten können.

Neben Angeboten in Ordinationen und Ambulatorien stehen in Krankenhäusern für komplexe Fragestellungen, sowie selbst- und fremdgefährdete Jugendliche stationäre Behandlungsplätze für Kinder- und Jugendpsychiatrie zur Verfügung. Es gibt auch von diesen eine viel zu geringe Anzahl in Österreich und nicht alle Bundesländer verfügen über die Möglichkeit einer stationären Behandlung.

Ein besonderes und höchst wirkungsvolles Behandlungsangebot stellt die tagesklinische Behandlung dar, welche an manchen Ambulatorien und Krankenhäusern angeboten wird. Weiters verfügen viele Ambulatorien und Krankenhäuser über Heilstättenklassen, in denen schulpflichtige Kinder und Jugendliche mit schulassozierten Störungsbildern in kleinen Klassen von zwei bis drei LehrerInnen betreut werden.

Einige Spezialangebote gibt es in Beratungsstellen und Spezialambulatorien für Minderjährige mit Essstörungen, Entwicklungsstörungen, Autismus Spektrum Störungen, Suchterkrankungen und Traumafolgestörungen, dort werden diagnosespezifische Interventionen angeboten.

Viele Jugendliche bevorzugen aber die Anonymität einer telefonischen Beratung bei Rat auf Draht und es steht auch eine Online-Video Elternberatung bei Rat auf Draht zur Verfügung.

Seit Jahren weist die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit darauf hin, dass jeder Euro der für die Gesundheit, in Bildungseinrichtungen und in die Armutsbekämpfung der Kinder in unserem Land investiert wird, verhindert, dass wir nicht ein Mehrfaches an Behandlungskosten und Unterstützungsgeldern in Zukunft bei Erwachsenen ausgeben müssen.

Weiterführende Informationen über Behandlungsmöglichkeiten in den einzelnen Bundesländern:

 

 


KommentareElternbildung


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Name

*

Email
Kommentar