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„Die Kleinen“

von Dr. Peter Spitzer

Elternbildung
Elternbildung
Elternbildung

Wer sein Baby im Auto mitnehmen möchte, der braucht schon ab Geburt eine sogenannte „Babyliegeschale“. Dabei wird das Neugeborene in der Regel entgegen der Fahrtrichtung und zumeist halbliegend im Auto gesichert.

Die Babyschale kann man beim Fachhandel kaufen oder bei den Autofahrerclubs gegen eine relativ geringe Gebühr ausleihen.  Achtung: Testen Sie vor dem Kauf, ob die Schale in Ihrem Fahrzeug richtig befestigt werden kann.

Auf welchen Fahrzeugsitzplätzen dürfen in Ihrem Auto überhaupt Kinder transportiert werden? Wie lässt sich der Frontairbag beifahrerseitig deaktivieren? Wo befinden sich die ISOfix- und TopTether-Befestigungspunkte in Ihrem Auto? Ein Blick in die Betriebsanleitung ihres Pkws (Handschuhfach) lohnt sich. Hier finden Sie wichtige Pkw-Herstellerinformationen zur korrekten Sicherung von Kindern.

Muss man gelesen haben: Die Bedienungsanleitung der eigenen Babyschale. Von der richtigen Verwendung hängt im Ernstfall das Leben des eigenen Kindes ab. Auch andere Insassen können bei einer Kollision durch unzureichend gesicherte Personen zu Schaden kommen.

Auf welchem Platz?Elternbildung

Die Beförderung von Kindern auf dem Beifahrersitz ist nicht grundsätzlich verboten. Gesetzlich untersagt ist sie: Bei allen rückwärtsgerichteten Systemen, wenn am Beifahrersitz ein Frontairbag aktiv ist. Empfehlenswert ist die Beförderung am Beifahrersitz nur in ganz wenigen Fällen.
Eltern muss bewusst sein, dass alles, was durch die Windschutzscheibe kommen kann (Zweiradfahrer, verlorene Ladung von Fahrzeugen, Wildtiere) zuerst die vorne Sitzenden treffen wird.
Der zweite Grund für einen Verzicht auf die erste Sitzreihe ist die unweigerlich erfolgende Ablenkung, welche, nach überhöhter Geschwindigkeit und Rauschmitteln, einen wesentlichen Anteil an den Auslösern für schwere Fahrzeugkollisionen innehat.

Und noch ein Grund spricht dafür Babys bevorzugt in der zweiten Sitzreihe zu transportieren: Am Beifahrersitz sind die allermeisten passiven Schutzeinrichtungen für Erwachsene installiert, die für ein Kind meist aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden müssen, während ein Erwachsener in der zweiten Sitzreihe meist deutlich weniger gut geschützt ist.

Wer jetzt Sorge hat, dass man dann das Baby nicht hört oder sieht, dem kann mit einem Zusatzspiegel geholfen werden, welcher in Verbindung mit dem Innenspiegel eine gute Sichtverbindung zwischen LenkerIn und Kind sicherstellt.

Wie lange unterwegs?Elternbildung

Autofahren ist für kein Kind wirklich lustig. Auch wenn Babys und Kleinkinder den Transport im Auto meist problemlos aushalten, wird es mit zunehmender Verweildauer unangenehmer. Ein Schläfchen zu halten, unter ständigen kleinen Erschütterungen und bei Fliehkräften, die am Auto und damit am Kind ziehen, ist nicht vergleichbar mit richtig tiefem und damit erholsamem Schlaf im eigenen Bettchen. Und das Kind kann sich in der Schale – bedingt durch die notwendige Fixierung mit den Gurten – nicht herumdrehen.
Eltern, die das für nicht dramatisch halten, empfehle ich einmal zu versuchen, ein „Nickerchen“ in einer Scheibtruhe zu halten, unbeweglich in Rückenlage, mit Gurten fixiert und mit einer Dämpfungseinlage aus Styropor.

Zusätzlich führt die – je nach Modell und Sitzposition gewinkelte Sitzhaltung – bei vielen Neugeborenen zu einer unzureichenden Sauerstoffsättigung wie Studien einer Forschungsgruppe am LKH Leoben unlängst belegt haben.
Die korrekte Sicherung während der Fahrt ist jedenfalls unverzichtbar. Aber viele Kinder werden dann auch außerhalb des Autos noch weiter in ihrer gekrümmten Haltung belassen. Weil es (für die Eltern) so bequem ist und weil das Baby ja „eh so gut schläft“ und weil man es keinesfalls wecken möchte, werden Babyschalen dann auch noch für Spaziergänge auf Kinderwagenfahrgestelle montiert oder in Einkaufswägen gestellt.

Bei größeren Kleinkindern, die nicht nur schlafen, sondern ihre Umwelt aktiv erkunden wollen, führt die zwangsweise Einschränkung im Kindersitz zu lautstarkem Protest. Meist beginnt diese Phase des Widerstands rund um das 6. Lebensmonat. Die Kinder wollen etwas angreifen, wollen Kontakt zu ihrer Umwelt, wollen ihre Lage verändern und aufrechter sitzen, um sich nicht dauernd hochdrücken zu müssen.
Viele Eltern glauben noch immer, dass dann unbedingt ein Wechsel in ein vorwärts gerichtetes System erfolgen muss.

Aber ACHTUNG! Ein zu früher Wechsel IN Fahrtrichtung ist LEBENSGEFÄHRLICH. Bei einer Fahrzeugkollision mit Tempo 30 wirken schon kurzzeitig Beschleunigungskräfte, die dem 17-fachen Körpergewicht entsprechen. Während in rückwärts gerichteten Systemen, egal ob Babyschale oder größere Schale, die Kräfte von Rumpf und Kopf gleichmäßig von der Schale aufgefangen werden, wird bei einem Kind in Fahrtrichtung der Rumpf festgehalten, während der Kopf unhaltbar nach vorne peitscht. Die Belastungen insbesondere an der Halswirbelsäule sind groß, und können, je nach Unfallart und -schwere, zu irreversiblen Schäden führen.

DESHALB: SO LANGE WIE MÖGLICH RÜCKWÄRTS FAHREN!!

Mittlerweile bietet der Markt eine große Auswahl an Kindersitzen an, die etwa bis 4 Jahre sowohl rückwärts wie auch vorwärts gerichtet verwendet werden können.

Mindestens 15 Monate rückwärts gerichtet? Diese von der neuen Norm ECE 129 festgelegte Mindestnutzungsdauer kann unserer Erfahrung nach problemlos, bis über das zweite Lebensjahr hinaus verlängert werden.

Übrigens ist es für ein Kleinkind wirklich herzlich egal, ob es beim Fahren nach vorne schauen kann oder nach hinten. Probieren Sie es selbst aus! Auf der Kopfhöhe des Kindes sieht es nach vorne wie nach hinten nahezu das Gleiche: Sitzlehnen und Kopfstützen.

Um aber ihr Kleinkind noch effektiver vor Fahrzeugunfällen zu schützen, gibt es mehrere Alternativen. So ist das Fahren mit Bahn und Bus deutlich weniger gefährlich und bietet darüber hinaus auch die Möglichkeit, sich seinem Kind zuzuwenden. Auch Radfahren – mit Kindersitz oder Kinderfahrradanhänger – ist nicht nur gesund, sondern bietet dem Kind äußerst lustvolle und angenehm langsame Umwelteindrücke und ist damit – wie das Zufußgehen – eine wunderbare Methode der Entschleunigung.


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