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Estland – Sauna gegen die Kälte

von Johanna Ganglbauer

Dorfleben. Jeden Tag das gleiche machen. Jeden Tag dieselben Leute sehen – darauf hatte ich einfach keine Lust mehr und wollte etwas ganz Neues erleben. Gelandet bin ich im estnischen Wald. In einem Dorf mit hundert Einwohnern.
Doch meine anfängliche Enttäuschung verflog ziemlich schnell. Meine Gastfamilie war einfach super und ich kann bis heute nicht verstehen, wieso genau ich das Glück hatte, genau dort hinzukommen.
Schon am Anfang – als ich noch kein Wort Estnisch verstand – bin ich mit meinen estnischen Brüdern Radfahren gegangen und mein Gastvater hat mir die Umgebung gezeigt. Gerade deswegen habe ich die Sprache quasi automatisch gelernt, einfach nur weil sie mir alles zeigten und ganz langsam in Estnisch mit mir sprachen. Sobald auch ich zu sprechen begann, waren wir alle einfach so glücklich, dass wir stundenlang miteinander redeten. Wir tauschten uns viel aus und sogar über große Meinungsunterschiedenheiten konnten wir viel lachen. Manchmal habe ich auch Blödsinn gemacht und über so manche Dinge konnte ich mit meinen Gasteltern besser reden, als ich es mit meinen echten Eltern gekonnt hätte.
Was ist so toll an Estland? Das Schöne steckt im Detail. Im Herbst war ich mit meiner Gastmutter Schwammerlsuchen und danach haben wir das weltbeste Pilzrisotto gekocht. Im Winter – als es mit -25°C richtig kalt wurde – war ich mit meiner Nachbarin Langlaufen, wo wir einen Elch sahen. Und um uns vor dem Erfrieren zu retten gingen wir anschließend lange in die Sauna. Und der Sommer war sowieso die schönste Zeit. Jeden Tag radelten wir zu einem See, überall waren Walderdbeeren und Heidelbeeren und die schönsten Vögel sangen im Hintergrund.
Esten nimmt man als Österreicher zunächst einmal gern als unterkühlt war. Darum hatte ich mich am Anfang in meiner Klasse nicht besonders wohl gefühlt. Überhaupt hatte ich das Gefühl, nicht wirklich herzlich aufgenommen worden zu sein. Das hatte mich traurig gestimmt, doch ich begann, mich zu engagieren, begann mit Leichtathletik und fand dort viele Freunde. Mit diesen fuhr ich Rad, machte Langlauf und Laufmarathon und fuhr auch Wettbewerbe mit. Mit meinen Sportfreunden hatte ich die schönsten und eindrucksvollsten Erlebnisse – bei Staffelläufen, wo wir uns gegenseitig anfeuerten und freuten.
Jetzt vermisse ich einfach alles – die Natur, die ich von Anfang an liebte und die auch der Hauptgrund war, warum ich genau Estland auswählte, meine Freunde, meine Gastfamilie, die estnische unkomplizierte Art, estnische Geburtstagsfeste und am allermeisten Sauna und baden.
Deshalb hier mein abschließendes Urteil: Esten sind in Wirklichkeit total nett und haben lediglich eine andere, eigene Art. Ich habe mich jeden einzelnen Tag einfach riesig gefreut, in Estland zu sein.


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