Zum Inhalt Zum Menü
Farbiger Bogen Farbiger Bogen Ei Schwerpunktthemen Zahnrad Lupe Share on Twitter Twitter Logo Share on Facebook Facebook Logo Share via E-Mail E-Mail Pfeil lang Pfeil nach unten Pfeil nach links Pfeil nach rechts Karte mit Marker Newsletter Links Bestellservice Literaturtipps Studien Elternbildung Login/Logout Hand Schließen Marker mit Hand YouTube Ei-Rahmen für Bilder info forum head helpdesk home info list logout message student task upload add burger burger_close courses delete download edit check link media preview preferences-elearning image share play-store-icon app-store-icon

Förderung von (Fremd)Sprachenlernen bei Kindern

von Univ.-Prof. Mag. Dr. Rudolf de Cillia

War es vor ein paar Jahrzehnten noch verpönt, im Kleinkindalter eine zweite Sprache neben der Muttersprache zu lernen, so kann für manche Eltern heute das Erlernen von Fremdsprachen, v.a. von Englisch, nicht früh genug beginnen. Und es spricht nichts dagegen: ein Kind ist mit einem sehr mächtigen Sprachlernmechanismus ausgestattet, der es ermöglicht, bei günstigen Bedingungen zwei und auch drei Sprachen schon im vorschulischen Alter zu erwerben. Man spricht dann von frühem Zweitspracherwerb, wenn eine zweite Sprache ab dem 3./ 4. Lebensjahr erworben wird. Grundvoraussetzung: das sprachliche Vorbild der Erwachsenen ist möglichst authentisch, und die Sprachen werden von der Umgebung positiv und wertschätzend beurteilt.
Letzteres muss v.a. für Minderheitensprachen betont werden. Fast ein Viertel der Kinder in Österreich sprechen ja zu Hause (auch) eine andere Sprache als Deutsch (weil sie Slowenisch oder Burgenlandkroatisch oder Türkisch als Familiensprache haben): Da ist es wichtig, dass diese Sprachen im Kindergarten nicht abgewertet und zu Hause gesprochen und weiterentwickelt  werden. Mit den Kindern zu Hause Deutsch zu sprechen, in der Annahme, dass sie dann besser und schneller Deutsch lernen, ist ein Trugschluss. Die Eltern sollten mit den Kindern die Sprache/n sprechen, die sie am besten beherrschen.  Die Sprachfördermaßnahmen in den Kindergärten, die in den letzten Jahren verstärkt wurden, sorgen für die Entwicklung der deutschen Sprache, und in manchen Kindergärten heute auch der Minderheitensprachen wie in NÖ, wo es so genannte interkulturelle Mitarbeiterinnen dafür gibt.
Fremdsprachen, wie Englisch oder Französisch, oder Nachbarsprachen wie Ungarisch oder Tschechisch, ja auch die österreichische Gebärdensprache können und könnten durchaus auch schon im Kindergartenalter mit spielerischen Methoden gelernt werden. Kinder sind in der Regel auch sehr offen für und interessiert an anderen Sprachen, und dieses Interesse sollte man aufgreifen. In den Kindergärten existiert de facto v.a ein Angebot für Englisch, und dafür auch vielfältiges Material, das die Arbeit der Pädagoginnen unterstützt. So gibt es etwa das Projekt "Swing – Englisch im Kindergarten" in Wiener Kindergärten, aber auch private Sprachschulen, die in unterschiedlichen Städten Österreichs Englischkurse für Kindergärten oder für zu Hause anbieten (z.B. KIDSCO oder Helen Doron Lernzentren). Und es gibt auch mehrsprachige Kindergärten in Österreich, z.B. bei den Sprachminderheiten in Kärnten oder im Burgenland, oder im Integrationshaus  in Wien. Die Kinder lernen hier auch voneinander, und diese Chance sollten Eltern nutzen.
Die österreichischen Schulen bieten dann schon ab der 1. Klasse Volksschule Fremdsprachen-Unterricht, in der Regel wieder Englisch, an. Auch hier sollte man das Angebot zweisprachiger Schulen im Kärnten oder im Burgenland nutzen, oder bilingualer Schulen wie die Schulen des Vienna Bilingual Schooling, das von der Volksschule bis zur Matura zweisprachigen Unterricht bietet. Bilinguale Schulen wie die Graz International Bilingual School, GIBS, oder die Linz International School Auhof, LISA, bieten Unterricht mit Englisch und Deutsch als Unterrichtssprachen ab der Mittelstufe an. Schulführer der einzelnen Bundesländer geben  Auskunft über bilinguale Standorte. Schulisches Sprachenlernen können Eltern also durch die Auswahl von Schulen fördern, die ein dementsprechendes Angebot haben, und später natürlich durch die Wahrnehmung aller Angebote, die den Kontakt zur zu erlernenden  Sprachen intensivieren: Schüleraustausch, Sprachintensivwochen während der Schulzeit, Sprachcamps in den Ferien usw.
Prinzipiell gilt: Sprachen können schon  im frühen Alter gelernt werden, und das Sprachenlernen fällt den Kindern auch relativ leicht. Geschichte, Atomphysik oder komplexe Inhalte der Geographie kann man in diesem Alter noch nicht vermitteln. Daher sollten Eltern das Interesse von Kindern an anderen Sprachen aufgreifen und so gut wie möglich fördern. Ängste, das würde der Entwicklung in der Muttersprache schaden oder gar psychische Schäden verursachen, wie sie auch heute manchmal noch geäußert werden, sind völlig unbegründet.


Kommentare

Derzeit gibt es noch keine Kommentare zu dieser Stimme


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.

Mehr erfahren