Zum Inhalt Zum Menü
Farbiger Bogen Farbiger Bogen Ei Schwerpunktthemen Zahnrad Lupe Share on Twitter Twitter Logo Share on Facebook Facebook Logo Share via E-Mail E-Mail Pfeil lang Pfeil nach unten Pfeil nach links Pfeil nach rechts Karte mit Marker Newsletter Links Bestellservice Literaturtipps Studien Elternbildung Login/Logout Hand Schließen Marker mit Hand YouTube Ei-Rahmen für Bilder info forum head helpdesk home info list logout message student task upload add burger burger_close courses delete download edit check link media preview preferences-elearning image share play-store-icon app-store-icon
Zum Inhalt Zum Menü

Gemeinsam durch den Nachrichtendschungel

von Mag. Elisabeth Eder-Janca

Elternbildung
Elternbildung
Elternbildung

Nachrichten – topaktuell informiert sein – Informationsflut – News (live) Ticker – News Flash – Fakenews – …

Schlagworte, deren Inhalte und Auswirkungen uns als Erwachsene schon sehr oft überfordern, wenn wir nicht auf uns selbst achten und uns in den immer schneller werdenden Strudel hineinziehen lassen. Umso mehr fordert es von Eltern, Kinder und Jugendliche im (richtigen) Umgang damit zu begleiten.

Hier ein paar mediale Tipps, wie wir GEMEINSAM mit Nachrichten gut und stressfreier umgehen können.

GEMEINSAM – aktiv werden. Reden, recherchieren, reden, bewusst abschalten, reden, reden … hilft uns und unseren Kindern aus dem Nachrichten-Wahnsinn auszusteigen. Wahnsinn deshalb, denn jedes Medium versucht die beste Einschalt- oder Klickquote zu erreichen und uns zu fesseln, bei der Stange zu halten. Es geht um Geld. Umso wichtiger ist es, bei all dem Schrecklichen, das passiert, selbst Filter- und Schutzmechanismen für uns GEMEINSAM mit Kindern zu finden und vor allem gezielt, kritisch auszuwählen.

Eine gute Strategie ist es, die „üblichen“ Nachrichtensendungen wie ZIB etc. mit Kindern erst nach dem zehnten Lebensjahr zu konsumieren. Sie sind für Erwachsene produziert, beinhalten oft unverständliche Fachbegriffe und vor allem dramatische Bilder von Kriegsgeschehen, Katastrophen etc. Diese Bilder sind Überforderung für Kinder und sehr schwer zu verarbeiten.

GEMEINSAM – schauen der Alternative „LOGO!“ – eine Kindernachrichtensendung des zdf/ard/kika. https://www.zdf.de/kinder/logo. Jeweils am Abend und wer´s verpasst, schaut einfach im umfassenden Archiv nach. Auch noch lange Zeit nach einer Katastrophe und holt sich Tipps, wie es Kindern erklärt werden kann.

Seit kurzem gibt es auch in Österreich die „mini zib“ als ZIB ZACK MINI wieder – https://tvthek.orf.at/profile/ZIB-Zack-Mini/13893764/episodes . Leider nur über die Mediathek kurze Zeit im Nachhinein zu sehen, weil die Ausstrahlungszeit mit 7:45/8:00 die Zielgruppe maximal in der Schule erreichen würde.

Kinder und Jugendliche ab der 5. Schulstufe sind größtenteils in Social-Media-Kanälen unterwegs. TikTok, Instagram usw. Ich weiß, viele Erwachsene sehen in TikTok das Medium für diese unmöglichen Kurzvideos, die nur Blödsinn, Unfug, Gefährliches etc. verbreiten. GEMEINSAM – das Format einmal genauer ansehen, es zahlt sich aus. Es gibt sehr viel Kreatives zu entdecken (natürlich auch Blödsinn 😊 ). TikTok wandelt sich auch immer mehr in ein Sprachrohr für seriöse Informationen für Jugendliche.
https://www.tiktok.com/@zeitimbild ist der Kanal der ZIB. In 30-50 Sekunden-Videos werden aktuelle Themen behandelt – von der Frage, was ein CT-Wert ist über den Umgang mit der Nachrichtenflut im Ukraine-Krieg bis zu Fragen zu Themen wie „häusliche Gewalt“ (aktuell durch Jonny Depp). „Standard“, „die Tagesschau“ sind weiter Kanäle, die speziell für Jugendliche seriöse Nachrichten bieten.

GEMEINSAM – im Netz zum Lesen: https://checky.news/nachrichten/# oder https://kinderzeitung.kleinezeitung.at/ , beides gibt es auch als Printvariante.

Es gibt also genug Alternativen, die wir gemeinsam mit unseren Kindern ansehen können. GEMEINSAM – schauen und lesen ergeben die Möglichkeit, dass Fragen auftauchen können, Betroffenheit und Sorgen besprochen werden und generell Startpunkte zu Gesprächen gesetzt werden. Egal welches Alter – auch wir müssen darüber reden (erwachsene Sorgen allerdings mit Erwachsenen besprechen!).

Die Nachrichtenflut schwemmt auch viele Falschnachrichten, sogenannte Fakenews, in unsere Newsfeeds (die Neuigkeiten, die uns profilentsprechend gezeigt werden). Auch Kinder und Jugendliche kommen damit in Berührung – Youtube, TikTok und WhatsApp sind leider die bevorzugten Kanäle für die Verbreitung von Fakes.
GEMEINSAM – der Frage nachgehen, kann das überhaupt stimmen? Recherchieren, hinterfragen, gemeinsam Medienkritik üben – üben im wahrsten Sinn des Wortes und immer wieder trainieren. Doch wie geht man das an?
Für jüngere Kinder gibt es spezielle Kindersuchmaschinen. Sie haben den Vorteil, dass sie kindgerechte Artikel anzeigen und nicht gleich Horrorvideos etc. angezeigt werden.
KINDGERECHT heißt: Faktenbasiert. Das Wichtigste in einfachen Worten erklärt – ohne Drama, ohne viel „Drumherum“. Dafür mit Aussagen, was konkret passiert und dass alles getan wird, dass es bei uns sicher bleibt und es uns weiter gut geht. Aber auch mit den Herausforderungen für uns selbst – z.B. Preise steigen, wie jetzt im Kriegsfall, und was können wir tun, um anderen zu helfen.
Solche Kindersuchmaschinen sind:  https://www.blinde-kuh.de/index.html, https://www.fragfinn.de/ oder https://www.helles-koepfchen.de/ .
Wer sich politisch informieren möchte, kann https://www.hanisauland.de/ nutzen – eine deutsche Seite mit vorrangig deutschen Themen, aber mit sehr vielen weltpolitischen Hintergründen.

GEMEINSAM – mit älteren Kindern/Jugendlichen recherchieren und dabei eigene Kriterien für Glaubwürdigkeit etc. aufstellen, nicht nur in Kriegs-/Katastrophenzeiten. Als Unterstützung bietet sich die Checkliste von Saferinternet.at an: https://www.saferinternet.at/faq/informationskompetenz/wie-kann-ich-online-quellen-ueberpruefen/ . Als erste Anlaufstelle bei der Recherche nutze ich selbst https://www.mimikama.at/. Mimikama®-Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch – der Titel ist Programm. Danach weiter mit einer Suchmaschine. Auch immer wieder spannend mit Bildersuchmaschinen zu schauen, wo und wann Bilder schon aufgetaucht sind. Für diese Bilder-Retoursuche eignet sich beispielsweise https://tineye.com/ . Bild hochladen oder die Webseitenadresse eingeben und schon gibt es Ergebnisse und es lassen sich viele Fotos als Fakenews identifizieren. Als Tipp nebenbei: es zahlt sich auch aus, seine eigenen Profilbilder mal suchen zu lassen. Da gab es schon manche Überraschung.

Eine Altersgruppe, die oft indirekt mit Nachrichten konfrontiert wird und diese überhaupt nicht verarbeiten kann, sind die jüngsten – speziell Kindergartenkinder. Über Eltern, große Geschwister aufgeschnappt und die nicht greifbaren Nachrichten, die sie von ihren Freund*innen im Kindergarten hören, lassen sie in ihren Köpfen ein Brainskript entsteht. Das sind die Bilder oder der Film, der bei jedem entsteht. Der uns manchmal enttäuscht aus einem Kinofilm gehen lässt, weil der innere Film wesentlich besser als die reale Umsetzung war. Beim Vorlesen ist ein positiver, gewünschter Effekt. Die aufgeschnappten „Fakten“ werden in die eigene Situation verwoben und erzeugen Sorge und teilweise Angst.

GEMEINSAM – Bilderbücher zum Thema anschauen und lesen. Achtsam – ich weiß, ein Schlagwort. Auf das eigene Kind achten – Hat es Fragen? Hat es mit dem Thema gar nichts „am Hut“? Bilderbücher sind auch präventiv gut zu nutzen, weil sie für Kinder eine altersgerechte Richtschnur bilden – gut-böse, wie gehe ich miteinander um, etc.

Für den aktuellen Kriegsfall:
„Warum“ / Niklai Popov – selbst 1936 in Zentralrussland geboren, erzählt die Geschichte von Frosch und Maus, die zunächst friedlich auf der Wiese sitzen. Letztendlich entsteht dann „Krieg“, weil die Maus genau die Blume haben möchte, die der Frosch hat. Den Bildern kann man auch ohne Text folgen. Hier ein kurzes Hineinschauen in das Bilderbuch: https://www.youtube.com/watch?v=BV27E9duvkY

Ein Sachbilderbuch ab 5 Jahren: https://www.thienemann-esslinger.de/produkt/weltkugel-3-wie-ist-es-wenn-es-krieg-gibt-isbn-978-3-522-30534-1 Es erklärt den Unterschied zwischen Streit und Krieg und welche Auswirkungen gewaltsame Konflikte haben können. Das Bilderbuch zeigt aber auch, dass sich viele Menschen auf der ganzen Welt für Frieden einsetzen.

Und Frieden als positiver Abschluss: https://nord-sued.com/programm/frieden/.  Ein Bilderbuch in warmen, mexikanischen Farben, das zeigt, wie und womit Frieden beginnt und was wir dafür tun können.

Zu guter Letzt ein paar Anregungen:
„Du bist noch zu klein“ hilft Kindern nicht.
Sorgen ernst nehmen und eigene eingestehen.
Trösten und Sicherheit geben – und sich selbst auch erwachsene Unterstützung holen.
Eltern sind Vorbilder.
GEMEINSAM – reden, aktiv werden, mal den Ausschalter betätigen, ganz etwas anderes tun.

GEMEINSAM schaffen wir das!

 


KommentareElternbildung


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Name

*

Email
Kommentar