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Hilfe bei unerfülltem Kinderwunsch

von Dr. Angelika Schiebel

Für viele Paare ist die künstliche Befruchtung die einzige Chance auf Nachwuchs. Damit die zukünftigen Eltern neben der psychischen Belastung nicht auch noch die Kosten (zur Gänze) selbst tragen müssen, wurde der IVF-Fonds eingerichtet, aus dem die Kosten einer In-Vitro-Fertilisation zum größten Teil ersetzt werden.

Die Expertin Frau Dr. Schiebel ist Leiterin der Abteilung Familienpolitik im Bundesministerium für Soziales, Generationen und Konsumentenschutz und gibt Auskunft über die Anspruchsberechtigung auf Kostentragung des Staates im Falle einer In-vitro-Fertilisation.

Wann besteht Anspruchsberechtigung?

Anspruch auf Kostentragung besteht für Paare in Ehegemeinschaft oder eheähnlicher Lebensgemeinschaft in den Fällen von Sterilität tubaren (eileiterbedingten) Ursprungs bei der Frau oder in den Fällen von Sterilität beim Mann, wenn alle anderen Möglichkeiten zur Herbeiführung einer Schwangerschaft bereits ausgeschöpft wurden. Die Einschränkung auf die angeführten Indikationen ergibt sich aus dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

Vor Beginn der Behandlung, die unter die Kostentragung des IVF-Fonds fällt, muss die entsprechende Diagnose entweder bei der Frau und/oder beim Mann durch einen Facharzt erstellt werden.

Frau: Von einem Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe muss die Diagnose beidseitig verschlossener oder sonst dauerhaft funktionsunfähiger Eileiter vorliegen, die durch einen Befund auf Grund eines bildgebenden Verfahrens oder operativen Eingriffes belegbar ist.

Mann: Von einem entsprechend kundigen Facharzt (z.B. Facharzt für Urologie) muss beim Mann eine Sterilität (bzw. schwere männliche Infertilität) festgestellt werden. Diese muss durch zwei im Abstand von mindestens vier Wochen durchgeführte Spermiogramme (Samenbefunde) nachweisbar sein.

Zum Zeitpunkt des Beginns des Versuches einer In-vitro-Fertilisation darf die Frau das 40. Lebensjahr (40. Geburtstag) und der Mann das 50. Lebensjahr (50. Geburtstag) noch nicht vollendet haben. Wenn während eines Versuches von einem der beiden Partner die Altersgrenze erreicht wird, wird die laufende Behandlung noch auf Fondskosten abgeschlossen, ein weiterer Versuch mit Unterstützung aus öffentlichen Mitteln ist jedoch nicht mehr möglich.

Weitere Voraussetzungen sind außerdem das Vorliegen einer Leistungszuständigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung oder einer Krankenfürsorgeeinrichtung im Krankheitsfall. Dies ist z.B. durch eine Kopie eines aktuellen Krankenscheines oder einer Bestätigung durch den Krankenversicherungsträger nachzuweisen.

Bei Personen, die nicht österreichische Staatsbürger sind, ist darüber hinaus eine länger als 3 Monate dauernde Beschäftigung bei einem Dienstgeber im Bundesgebiet erforderlich. Dies ist z.B. durch eine entsprechende Bestätigung des Krankenversicherungsträgers nachzuweisen.

Wofür wird Unterstützung gewährt?

Nach den Bestimmungen des IVF-Fonds-Gesetzes werden aus öffentlichen Mitteln Kosten für die Anwendung von Methoden der In-vitro-Fertilisation übernommen. Insbesondere handelt es sich dabei um Methoden der medizinisch unterstützten Fortpflanzung, wo eine Vereinigung von Eizellen mit Samenzellen außerhalb des Körpers einer Frau mit nachfolgender Einbringung der befruchteten Eizellen in die Gebärmutter der Frau erfolgt.

Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) werden nach einer hormonellen Stimulationsbehandlung herangereifte Eizellen aus dem Eierstock entnommen und mit dem Samen des Partners vermischt. Nach erfolgter Befruchtung werden die dadurch gewonnenen Embryonen wieder in die Gebärmutter der Frau eingebracht, wo sie sich einnisten können.

Bei der intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) erfolgt die Befruchtung durch direkte Injektion einer Samenzelle in eine entnommene Eizelle.

Es werden somit also Kosten für die Durchführung einer IVF und auch einer ICSI übernommen.

Nach den Bestimmungen des Fortpflanzungsmedizingesetzes dürfen bei den genannten Behandlungsmethoden nur Samen und Eizellen der Partner verwendet werden.

Die Durchführung von Inseminationen (Einbringen von Samen in die Gebärmutter der Frau) fällt nicht unter den Wirkungsbereich des IVF-Fondsgesetzes und wird daher auch nicht finanziell unterstützt.

Wie viele Versuche werden unterstützt?

Es werden vier Versuche pro Paar und angestrebter Schwangerschaft unterstützt. Als Versuch gilt ein kompletter Behandlungszyklus vom Zeitpunkt der tatsächlichen Aufnahme der Behandlung durch das IVF-Zentrum (Ausstellen der Rezepte für die hormonelle Stimulation) bis zum Nachweis einer eingetretenen Schwangerschaft bzw. einer nicht eingetretenen Schwangerschaft.

Ein mangels Behandlungserfolges abgebrochener Behandlungszyklus gilt als Versuch. Wenn jedoch ein Versuch aus medizinischen Gründen nach der Eizellenentnahme abgebrochen werden muss und dabei gewonnene kryokonservierte (tiefgefrorene) Embryonen in einem nachfolgenden Behandlungszyklus verwendet werden, gilt dies nur als ein Versuch. Ansonsten gilt jeder Behandlungszyklus, bei dem von einem früheren abgeschlossenen Versuch aufbewahrte, kryokonservierte Embryonen verwendet werden, als eigener Versuch.

Die Limitierung der Kostenübernahme auf vier Versuche pro angestrebter Schwangerschaft ergibt sich aus den nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft anzunehmenden realistischen Erfolgsaussichten.

Die Kostenübernahme für mehr als eine Schwangerschaft setzt voraus, dass zumindest eine Schwangerschaft durch IVF erfolgreich herbeigeführt werden konnte.

Wie ist die Vorgangsweise für anspruchsberechtigte Paare?

Vor Beginn einer Behandlung nach dem IVF-Fondsgesetz muss das Vorliegen einer medizinisch gesicherten Indikation eindeutig feststehen. Vom IVF-Zentrum wird festgestellt, ob eine den Bestimmungen der IVF-Fondsgesetzes entsprechende Diagnose der Sterilität bei der Frau und/oder beim Mann vorliegt und auch die sonstigen Voraussetzungen für eine Kostenübernahme durch den IVF-Fonds erfüllt sind. Im Anschluss wird durch das IVF-Zentrum mit dem Paar ein Behandlungsvertrag geschlossen. Das behandelte Paar ist dann ausschließlich zur Leistung des 30 %igen Selbstbehaltes verpflichtet, der Rest der Kosten wird direkt von der Vertragskrankenanstalt mit dem Fonds abgerechnet. Das bedeutet, dass keine individuellen Antragstellungen vorgesehen sind!

Eine Selbstfinanzierung der Behandlung mit nachträglicher Einreichung um Kostenrück-erstattung beim Fonds ist nicht möglich.

Welche Kosten fallen an?

Entsprechend den Tarifvereinbarungen beträgt seit dem Jahr 2001 der Tarif für die Behandlung im Rahmen eines Versuches einer In-vitro-Fertilisation in einer öffentlichen Krankenanstalt € 1.380,78 und in einer privaten Krankenanstalt € 1.417,12. Der Selbst-kostenanteil beträgt dementsprechend € 414,24 bzw. € 425,14. Bei der Durchführung eines Versuches einer ICSI beträgt der Tarif in einer öffentlichen Krankenanstalt € 1.635,14, in einer privaten Krankenanstalt € 1.671,48. Der Selbstkostenanteil liegt dementsprechend bei € 490,54 bzw. € 501,44. Diese Beträge sind ohne Steuern angegeben und können
sich entsprechend den jeweiligen Steuerbestimmungen des IVF-Zentrums noch erhöhen.

Diese Tarife beinhalten alle im Rahmen der Behandlung erforderlichen Beratungsgespräche, Ultraschalluntersuchungen, Laboruntersuchungen, psychologische bzw. psychotherapeutische Betreuung sowie die eigentlichen Behandlungsmaßnahmen und die Nachbehandlung bis zur Feststellung des Eintretens oder Nichteintretens einer Schwangerschaft. Im Falle eines medizinisch notwendigen Abbruches der Behandlung werden geringere Kosten verrechnet, im Falle der Verwendung von bei einem früheren Versuch aufbewahrten kryokonservierten Embryonen ebenfalls.

Wenn eine Gewinnung von Samenzellen aus Hoden oder Nebenhoden (MESA, TESE) für einen unmittelbar danach stattfindenden ICSI-Versuch, dessen Kosten vom IVF-Fonds übernommen werden, erforderlich ist, fallen zusätzliche Kosten an. Derartige Eingriffe werden nicht in allen Vertragskrankenanstalten durchgeführt. Falls ein solcher Eingriff in dem IVF-Zentrum durchgeführt wird, in dem sie in Behandlung sind, ist dafür ein Tarif von € 545,05 festgelegt. Der Selbstkostenanteil beträgt dementsprechend € 156,25.

Wenn ein solcher Eingriff an einer anderen Krankenanstalt erfolgt, sind höhere Kosten möglich. Es werden aber auch dann 70 % der Kosten durch den Fonds refundiert. In diesem Fall muss jedoch durch den Betroffenen eine Vorfinanzierung der MESA bzw. TESE zu 100 % erfolgen und anschließend ein entsprechender formloser Antrag um Erstattung der Kosten unter Vorlage der Originalrechung und des Originalzahlungsbeleges beim IVF-Fonds gestellt werden.

Werden auch die Medikamentenkosten übernommen?

Die Kosten der Medikamente, die für die Vorbereitung und Durchführung der Stimulation, Eisprungauslösung sowie zur hormonellen Unterstützung in der 2. Zyklushälfte erforderlich sind, sind in den genannten Tarifen nicht enthalten. Durch den IVF-Fonds werden jedoch auch 70 % dieser Medikamen-tenkosten übernommen. Die anfallenden Kosten sind abhängig von Art und Menge der benötigten Medikamente.

Das behandelnde IVF-Zentrum verordnet die erforderlichen Medikamente. In einer öffentlichen Krankenanstalt erhalten Sie diese direkt über die Anstaltsapotheke. In einer Privatkrankenanstalt bekommen Sie die Medikamente mittels speziell gekennzeichneten, vom jeweiligen IVF-Zentrum ausgestellten Rezeptes über eine öffentliche Apotheke. In beiden Fällen sind jeweils 30 % der Kosten der benötigten Medikamente direkt zu bezahlen. Die restlichen 70 % der Medikamentenkosten werden von der jeweiligen Apotheke mit dem IVF-Fonds abgerechnet.

Wo kann man diese Leistungen in Anspruch nehmen?

Die Kostenübernahme erfolgt nur an Krankenanstalten, die einen Vertrag mit dem Fonds abgeschlossen haben. Ein Vertrag setzt voraus, dass der Träger der Krankenanstalt eine entsprechende Zulassung nach dem Fortpflanzungsmedizingesetz besitzt und kontinuierlich spezifische Maßnahmen der Qualitätssicherung durchführt.

In folgenden Krankenanstalten werden Behandlungen unter Kostentragung des IVF-Fonds durchgeführt (Ö = öffentliche Krankenanstalt, P = private Krankenanstalt):


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