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Immer (schlechte) Nachrichten

von Mag.a Silvie Haring

Elternbildung
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Elternbildung

Schlechte Nachrichten über Kriege, Terroranschläge, die Klimakrise oder Naturkatastrophen sind in Nachrichtensendungen und sozialen Medien permanent gegenwärtig. Diese Nachrichten verunsichern Erwachsene wie auch Kinder. Insbesondere Kinder brauchen bei der Verarbeitung vom Gesehenen viel Unterstützung.

Warum Medienbeiträge Angst machen könnenElternbildung

Folgende Punkte haben u.a. einen Einfluss darauf, wie stark Kinder mit Angst auf unterschiedliche Fernseh- und Medienbeiträge reagieren:

  • Das Alter und der Entwicklungsstand: Je jünger ein Kind, desto mehr ist es von Bildern und Geräuschen gefesselt. Im Vorschulalter vermischen sich Realität und Phantasie noch stark. Auch die Trennung zwischen Film und Realität gelingt noch schwer. Daher helfen Aussagen wie „das ist doch nur ein Film“ nicht.
    Im Volksschulalter ängstigen insbesondere Medienbeiträge, die sehr lebensnah sind und an die Kinder mit ihren bisher gesammelten Erfahrungen gut anknüpfen können. Kinder fühlen hier stark mit und fragen sich, ob ihnen das selbst auch passieren kann.
  • Die Persönlichkeit: spielt ebenso eine Rolle, mit wieviel Angst man auf Filme und andere Medienbeiträge reagiert. Manche Kinder sind hier unerschrockener, andere zeigen leichter Angst.
  • Die individuelle Lebenssituation: hat einen Einfluss, wie beängstigend Kinder das Gesehene erleben. Befindet sich das Kind gerade in einer belastenden Lage (z.B. durch Trennung der Eltern, Unfall einer Bezugsperson, Streit mit Freunden, etc.), ist es ev. anfälliger dafür, mit negativen Emotionen zu reagieren.

Wie können Bezugspersonen unterstützenElternbildung

Es ist kaum möglich, schlechte Nachrichten von Kindern fernzuhalten. Über die Schule, soziale Medien oder Nachrichten sind sie ständig präsent. Wie kann man Kinder im Umgang mit schlechten Nachrichten unterstützen?

  • Über Ängste reden: Wenn etwas Schlimmes passiert und Eltern sich Sorgen machen, spüren Kinder das, auch wenn sie nicht mit ihnen darüber reden. Vieles bekommen sie auch über die Medien oder die Schule mit. Sie brauchen Hilfe, die Informationsfetzen einzuordnen. Wenn man nicht mit Kindern spricht, kann das ihre Unsicherheiten verstärken und Ängste schüren.
  • Kindgerechte Informationsquellen nutzen: Gerade Kinder tun sich schwer, die Informationen von Medienbeiträgen einzuordnen. Im Vergleich zu Erwachsenen haben sie deutlich weniger Erfahrungen in ihrem Leben gemacht und einen geringeren Die normalen Nachrichten können bei Kindern starke Ängste und Bedrohungsgefühle auslösen. Es gibt aber eigene Kindernachrichten und Suchmaschinen, die besser geeignet sind. Schauen Sie diese mit Ihrem Kind gemeinsam an.
  • Auf Zeichen für Überforderung achten: Dreht sich das Kind beim Fernsehen weg, hält sich die Augen zu, ruft nach den Bezugspersonen, oder verlässt den Raum, kann es sein, dass das Kind vom Gesehenen überfordert ist. Sprechen Sie Ihr Kind darauf an und stoppen Sie die Sendung, wenn notwendig. Achten Sie darauf, die Gefühle des Kindes ernst zu nehmen, so gewinnt es das Vertrauen, sich an seine Bezugspersonen zu wenden, wenn es ihm nicht gut geht.
    Auch ältere Kinder, die bereits mit sozialen Medien in Kontakt sind, sollten dazu angeregt werden, Medienpausen einzulegen, wenn sie merken, dass es ihnen zu viel wird.
  • Gesehenes nachbesprechen: Geben Sie Ihrem Kind die Gelegenheit, über das Gesehene zu sprechen. Fragen Sie Ihr Kind, wie es ihm mit dem Gesehenen geht und ob es Fragen hat. Beantworten Sie die gestellten Fragen klar und sachlich, ohne zu übertreiben oder die Dinge herunterzuspielen. Achten Sie darauf, dass Sie altersgerechte Erklärungen geben und mit Bildern arbeiten, die Kinder aus ihrem eigenen Leben kennen.
  • Möglichkeiten der Entspannung und Verarbeitung: Gerade jüngere Kinder gehen gerne ins Rollenspiel, nehmen dort im geschützten Rahmen verschiedene Rollen ein, können aber jederzeit, wenn es zu viel wird, wieder aussteigen. Neben dem kindlichen Spiel können malen und basteln, aber auch das gemeinsame Lesen von Bilderbüchern einen Zugang zu Ängsten bieten und diese besprechbar machen. Zudem kann z.B. das Erzählen von Held*innen-Geschichten zur Beruhigung beitragen.

Auch ältere Kinder können angeregt werden, ihre Gefühle auszudrücken und ihnen Raum zu geben, z.B. durch kreative Tätigkeiten oder (Tagebuch) schreiben. Aber auch Yoga, Achtsamkeitsübungen, Entspannungsübungen, Fantasiereisen und Sport können bei der Bewältigung von Stress und Anspannung hilfreich sein.

Eltern im Umgang mit eigenen ÄngstenElternbildung

In Krisenzeiten ist es besonders wichtig,  gut auf sich zu achten. Nur dann man auch langfristig in einem inneren Gleichgewicht bleiben und gut für andere da sein. Hier ein paar Hinweise, wie dies gelingen kann:

  • Medienpausen einlegen: Die permanente Präsenz von schlechte Nachrichten in den Medien birgt die Gefahr, dass man in einen regelrechten Sog von schlechten Nachrichten gezogen wird. Die Konfrontation mit diesen Themen versetzt den Körper in Stress. Kommt man aus der Anspannung nicht mehr heraus, kann sich das langfristig schädlich auf das eigene Wohlbefinden auswirken. Es begünstigt z.B. das Entstehen von Ängsten, Depressionen und Schlafstörungen. Daher ist es wichtig, den eigenen Medienkonsum bewusst zu gestalten und Pausen einzulegen.
  • Beibehalten von Ritualen und Routinen: Diese geben unserem Tag Struktur, was besonders in Krisenzeiten wichtig ist, da es das Gefühl von Stabilität und Halt stärkt. Dazu gehören z.B. fixe Essens- und Schlafenzeiten, das morgendliche Anziehen von Alltagskleidung etc.
  • Die eigenen Gefühle dürfen gezeigt werden: Auch im Kontakt mit Ihrem Kind dürfen Ihre Gefühle Platz haben. Wichtig ist jedoch, dass Sie darauf achten, dass diese nicht ungefiltert an das Kind weitergegeben werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sich diese Ängste auf das Kind übertragen. Wenn Sie sehr emotional sind, ist es daher wichtig, sich zuerst selbst zu beruhigen. Verschiedene Entspannungstechniken können hilfreich sein (z.B. Atemübungen, Achtsamkeitsübungen, etc.). Aber auch der Austausch mit nahestehenden Personen kann beruhigen und entlasten.
  • Aktiv werden: hilft gegen das Gefühl der Hilflosigkeit und stärkt den Selbstwert (z.B. Spenden sammeln).
  • Bewusst schöne Dinge machen: Machen Sie alles, was Sie entspannt und Ihnen guttut (z.B. Treffen mit Freund*innen, gemeinsame Spiele- und Filmabende mit der Familie, Ausflüge, etc.).
  • Humor: kann sehr entlastend sein und eine neue Perspektive auf Dinge eröffnen.

 

 


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