Zum Inhalt Zum Menü
Farbiger Bogen Farbiger Bogen Ei Schwerpunktthemen Zahnrad Lupe Share on Twitter Twitter Logo Share on Facebook Facebook Logo Share via E-Mail E-Mail Pfeil lang Pfeil nach unten Pfeil nach links Pfeil nach rechts Karte mit Marker Newsletter Links Bestellservice Literaturtipps Studien Elternbildung Login/Logout Hand Schließen Marker mit Hand YouTube Ei-Rahmen für Bilder info forum head helpdesk home info list logout message student task upload add burger burger_close courses delete download edit check link media preview preferences-elearning image share play-store-icon app-store-icon

Kann der Kindergarten/die Schule Hilfe anbieten?

von Mag.a Sandra Geisler

Scheidung ist eine familiäre Krise, und in dieser Krise ist es für Kinder sehr wichtig, Raum und Möglichkeit zu haben, um über Ursachen und Umstände der Scheidung zu sprechen und über die Zukunft zu reden. Diesen Raum und diese Möglichkeit müssen die Eltern dem Kind geben können, denn die entscheidende Hilfe muss durch die Eltern erfolgen bzw. von ihnen initiiert werden (z.B. durch Elternberatung im Rahmen der Teilnahme an einer Scheidungskindergruppe) – eine außerfamiliäre Person kann dies schwer tun.

Die Frage ist aber, ob Scheidung ein Problem ist, bei dessen Bewältigung nur die Eltern ihren Kindern helfen können. Oder, ob nicht auch die Kindergartenpädagogin oder Lehrerin Hilfe anbieten könnte – und wie diese Hilfe aussehen kann. Nachstehend werden einige Bereiche beschrieben, in denen Kindergarten und Schule Kindern (und Eltern) in

Scheidungssituationen Unterstützung anbieten können:
Nicht zusätzliche Probleme machen:
Für Kinder in Krisen ist es überaus wichtig, dass wir ihnen im Kindergarten oder in der Schule keine zusätzlichen Probleme machen, indem wir Druck auf sie ausüben, unzufrieden mit ihnen sind oder böse auf sie sind. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir alles zulassen sollen und ihnen keine Grenzen mehr setzen sollen, aber das „NEIN“ kann dann, wenn wir die auffällige Verhaltensweise des Kindes als innere Not ansehen und wenn wir die Haltung der verantworteten Schuld einnehmen können, vielleicht ohne Vorwurf erfolgen.

Das Symptom der Kinder als Ausdruck einer inneren Not verstehen:
Wenn wir ein kindliches Symptom als Ausdruck innerer Not verstehen, werden wir nicht versuchen, es wegzubringen – denn damit würden wir ja das innere Leiden der Kinder zudecken wollen.

Mit Veränderungen im Kindergarten / Schule achtsam umgehen:
Wenn wir im Kindergarten oder in der Schule um familiäre Trennung wissen, dann gilt es mit Veränderungen innerhalb der Institution besonders achtsam umzugehen. Z.B. kann es sein, dass eine Helferin weggeht oder eine Kindergartengruppe zusammengelegt werden muss.
Zu beachten ist: Alle Trennungen bzw. Beziehungsveränderungen aktivieren bei Kindern, deren Eltern sich getrennt haben, Verlustängste. „Jetzt geht die auch noch weg“, oder „Jetzt wird die Gruppe auch ganz anders“, „Nichts bleibt so, wie es einmal war“. Hier wird oft eine Neuauflage der Trennung initiiert in den Kindern.

Solche Situationen können für Scheidungskinder entschärft werden, indem die Gruppe intensiv darauf vorbereitet wird, dass eine neue Kindergartenpädagogin kommt.

„Sich-trennen-Können“ als ein zentrales Lernziel im Kindergarten, aber auch in der Schule:
Trennung ist ein Schicksal, das Kinder nicht nur erleben, wenn sich die Eltern scheiden lassen. Trennung bestimmt den Gang unserer Entwicklung: Trennung vom Mutterleib, von der Mutterbrust, von zu Hause wenn die Kinder in den Kindergarten, in die Schule gehen müssen; Trennung von Freunden bei einem Wohnortwechsel usw.
All diese Trennungen haben zwei Seiten: sie sind schmerzvoll, zugleich aber schaffen sie Freiräume, ermöglichen einen Zuwachs an Autonomie. Sie sind geradezu eine Bedingung für Entwicklung.
Sich über längere Zeit getrennt von Mama und Papa aufzuhalten, ist eine enorme Herausforderung für Kinder – und Kinder mit Trennungserfahrungen sind hier doppelt gefordert. Hier gilt es – speziell für Kinder mit negativen Trennungserfahrungen als auch für neue Kindergartenkinder Rituale zu überlegen, die ihnen helfen, sich in der neuen Situation zurechtzufinden.

Sicherheit in der familiären Identität geben:
Das Kindergartenalter ist geprägt von der Identitätssuche. Mit etwa drei Jahren weiß das Kind: „Ich bin ich“. In den darauf folgenden Jahren macht es sich auf die Suche nach Antworten auf die Fragen: „Wer und wie bin ich?“. Damit ist nicht nur die eigene Person, sondern die gesamte Lebensform gemeint: ob das Kind mit Mama und Papa, oder in einer Patchworkfamilie oder nur bei einem Elternteil wohnt.
Scheidungskinder empfinden neben den bereits genannten Schuldgefühlen oft auch Gefühle der Scham, i.S.v. „Bei mir ist etwas nicht in Ordnung“.

Kindergarten/Schule können hier helfen, indem sie darauf achten, dass es ganz verschiedene Familienformen gibt und dass Scheidung/Trennung zu einem enttabuisierten Thema in Kindergarten/Schule wird (Figdor, Pröstler 2000, 72ff).

Institutionen, die im Falle einer Trennung und Scheidung kontaktiert werden können

Zusätzlich zur psychoanalytisch-pädagogischen Erziehungsberatung stellen Gruppen für Kinder ("Villa Kunterbunt", Rainbows) eine weitere große Hilfe für alle Beteiligte dar, die Trennung so zu gestalten, dass sie sich auf die Entwicklung der Kinder langfristig nicht nachteilig auswirkt und dass die Chance, die eine Trennung auch bedeuten kann zum Tragen kommen kann.


Kommentare

Derzeit gibt es noch keine Kommentare zu dieser Stimme


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.

Mehr erfahren