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Kinder fürs Leben stärken – Suchtprävention bei Schulkindern und Jugendlichen

von Mag.a Barbara Schichtl

Elternbildung
Elternbildung
Elternbildung

Je älter Kinder werden, desto mehr verringert sich der Einfluss, den Eltern auf ihre Kinder haben. Die Jugendlichen beginnen ihre eigenen Erfahrungen im Freundeskreis, in der Schulklasse, im Sportverein etc. zu machen. Neue Vorbilder kommen hinzu, der mediale Einfluss wird immer stärker. Wie sehr Eltern ihr Kind in dieser turbulenten Phase auch vor den Gefahren des Lebens zu beschützen versuchen, sie können es immer weniger. Nichtsdestotrotz bleiben Eltern für ihre Kinder – auch wenn diese es nicht immer gerne zugeben – wichtige Orientierungshilfen auf dem Weg zur/zum Erwachsenen. Daher ist es von großer Bedeutung, dass Eltern ihr Kind auch weiterhin bei der Entwicklung zu einer selbstbewussten, eigenverantwortlichen und kritikfähigen Persönlichkeit unterstützen. Denn dies ist auf lange Sicht gesehen der beste Schutz gegen eine mögliche Suchtentwicklung.

Vorbildwirkung
Kinder und Jugendliche schauen sich den Umgang mit Genuss- und Suchtmitteln wie Alkohol, Kaffee, Nikotin u. a. in erster Linie von ihren Eltern ab, erst mit zunehmendem Alter kommen verstärkt Einflüsse von außen zum Tragen. Was Eltern ihrem Kind vorleben, bewirkt mehr, als alle gutgemeinten Ratschläge, Ermahnungen und Moralpredigten. Um Kindern als Elternteil ein gutes Vorbild zu sein, ist es keineswegs notwendig abstinent zu leben und völlig auf Genussmittel wie Alkohol zu verzichten. Vielmehr sollen Eltern versuchen ihr Kind beim Erlernen eines verantwortungsbewussten Umgangs mit Genussmitteln zu unterstützen!

Zeit, Lob und Anerkennung
Kinder und Jugendliche brauchen Erwachsene, die sich Zeit für sie nehmen, mit ihnen gemeinsam etwas unternehmen, ihnen zuhören und mit ihnen reden. Nicht nur über Probleme, Sorgen und Fehler, sondern auch über die vielen positiven Eigenschaften und besonderen Fähigkeiten, die ihr Kind besitzt. Ernst gemeintes Lob und Anerkennung stärken den Selbstwert und das Selbstvertrauen – zwei sehr wesentliche Schutzfaktoren. Außerdem können auf diese Weise Schwierigkeiten gemeinsam bewältigt werden noch bevor daraus echte Probleme entstehen. Wenn Eltern Bescheid wissen, wie es ihrem Kind geht, wie es mit Problemen umgeht, welche Freundinnen und Freunde und Freizeitinteressen es hat, können sie zudem viel besser einschätzen, wie ihr Kind mit suchtfördernden Substanzen umgeht bzw. ob es suchtgefährdet ist.

Gefühle und Bedürfnisse
Menschen, die ihren Gefühlen und Bedürfnissen Ausdruck verleihen können, sind weit weniger gefährdet, ihre Sehnsüchte ersatzweise mit Suchtmitteln zu stillen oder ein Suchtverhalten zu entwickeln (z.B. Essen aus Frust, Fernsehen oder Computer spielen aus Langeweile, Zigaretten zur Beruhigung, etc.). Eltern sollen die Gefühle ihres Kindes ernst nehmen und darauf eingehen! Aussagen wie „Reiß dich zusammen“ oder „Echte Männer weinen nicht“, sollen unterlassen werden, denn solche Sätze erschweren die Entwicklung eines gesunden Umgangs mit Gefühlen und Bedürfnissen. Auch Eltern sollen Gefühlsregungen zeigen und dadurch Vorbild sein. Jeder von uns hat schließlich hin und wieder Angst, ist unsicher, traurig oder ärgerlich. Das ist ganz normal.

Konfliktfähigkeit und Problemlösekompetenz
Es ist unmöglich immer einer Meinung zu sein und gänzlich ohne Streit auszukommen. Gerade in der Zeit der Pubertät häufen sich die Konflikte. Doch wenn Kinder und Jugendliche im Elternhaus erleben, dass Probleme, Meinungsverschiedenheiten und Konflikte auch Chancen zur positiven Veränderung bieten, sofern sie erfolgreich (auf-)gelöst werden, werden sie auch später nicht zu Suchtmitteln greifen, um Konflikten und Problemen zu entkommen. Wer Konflikte hingegen nur als Bedrohung wahrnimmt, wird mit allen Mitteln versuchen, sie zu vermeiden – auch mit Hilfe von Substanzen. Auch Eltern müssen sich Konflikten stellen und ihrem Kind zeigen, dass es bei Auseinandersetzungen nicht ums Gewinnen geht, sondern um die Suche nach akzeptablen Lösungen für alle Beteiligten. Die Fähigkeit Krisen und Konflikte erfolgreich zu bewältigen ist eine wichtige Voraussetzung, um sein Leben suchtfrei zu gestalten.

Grenzen setzen
Kinder und Jugendliche brauchen klare Grenzen. Eindeutige Vorgaben und unmissverständliche Richtlinien vermitteln Sicherheit und geben Orientierung, müssen den Kindern aber auch noch Freiraum lassen, um sich ausprobieren zu können. Wenn Regeln aufgestellt werden, muss konsequent darauf geachtet werden, dass diese auch eingehalten werden. Andernfalls verlieren Eltern rasch ihre Glaubwürdigkeit. Auch die Grenzen der/des Jugendlichen müssen respektieren werden. Jugendliche brauchen die Möglichkeit, sich von ihren Eltern zurückziehen und ablösen zu können. Es ist wichtig die Intimsphäre des Kindes zu achten und nicht ohne anzuklopfen ins Jugendzimmer zu stürmen oder Sachen zu durchstöbern.

Risiken und Gefahren richtig einschätzen
Mit den zahlreichen Verlockungen unserer Konsumgesellschaft und dem Angebot an legalen und illegalen Suchtmitteln umgehen zu können, stellt für Jugendliche eine große Herausforderung dar und will gelernt sein. Eltern können wesentlich dazu beitragen, dass ihr Kind die Gefahren und Risiken des täglichen Lebens richtig einschätzen lernt, indem sie ihm seinen Fähigkeiten und dem Alter entsprechende Verantwortung übertragen.

VIVID – Fachstelle für Suchtprävention

 


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