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Kinder und Trauer – Verluste im Alltag

von Angelika Bacher

Wir denken bei Trauer meistens an sehr schwere Verluste, wie Tod oder Trennung. Doch auch unzählige Verluste im Alltag können unsere Kinder sehr traurig machen. Ich gebe Ihnen an Hand der anschließenden Geschichte aus "Zeit zu trauern" von Monika Specht- Tomann und Doris Tropper ein Beispiel dafür, wie es einem Kind ergehen kann, wenn Mutter gedankenlos eine Puppe entsorgt…

Mira

Mira war gerade sieben Jahre alt geworden, als sie mit ihrer Familie in eine andere Wohnung zog. Die Eltern hatten alle Möbel zum Abtransport zusammengestellt. Die Bücher, Schuhe und Kleider, das Geschirr, die Vasen, Töpfe und was es sonst noch gab, waren in Kisten verpackt. Das war alles sehr aufregend für Mira und ihre zwei jüngeren Brüder!

In der neuen Wohnung ging es dann ans Auspacken. Endlich trugen die Männer von der Umzugsfirma die Kiste herauf, auf der "Kinderzimmer" stand. Die Kinder machten sich daran, ihre Sachen auszupacken und in die Schränke und Regale einzuräumen. Bald waren alle Kleider eingeräumt, alle Bücher eingeordnet, die Blumenübertöpfe ausgepackt, die Spielsachen der Kleinen…Mira wurde immer ungeduldiger.

Wo war ihre Lieblingspuppe?
Als die Umzugskiste ganz leer war und ihre Puppe immer noch nicht aufgetaucht war, rannte Mira zu ihrer Mutter.

"Wo ist Klara?"

"Klara? Aber Mira, diese alte Puppe, die habe ich weggeworfen. Die war doch wirklich nicht mehr schön, sie hatte doch kaum mehr Haare – und die Hände waren auch schon ganz abgelutscht."
Mira hielt sich die Ohren zu, sie wollte gar nichts mehr hören. Sie schrie und tobte, dann erstarrte sie mitten in ihrer Verzweiflung.

Mira suchte erneut die ganze Wohnung ab und blieb dann zusammengekauert am Boden sitzen. Mira schlug wild um sich, zog sich verzweifelt zusammen, um alsbald erneut wild um sich zu schlagen. Sie war sprachlos, um im nächsten Moment in jammernden Tonfall von ihrer Klara zu erzählen.

Nein, niemals würde sie Klara vergessen. Niemals! Uns niemals wollte sie eine andere Puppe haben!
Ihre Mutter hasste sie in diesem Augenblick aus tiefstem Herzen.
(SPECHT- TOMANN, Monika)

Die Geschichte von Mira zeigt sehr gut, dass Kinder auf jeden Verlust mit Trauer antworten. Mira reagiert mit Nicht-Wahrhabenwollen, Zorn, Verzweiflung, Jammern, Suchen, ja mit allen Phasen der Trauer.

Welche Anlässe, Situationen, Verluste im Alltag können nun unsere Kinder traurig machen?

Hier einige wenige Beispiele dazu:

Baby und Kleinkind:

  • sein Weinen wird nicht gehört
  • sein Spielzeug geht verloren
  • die Mutter geht aus dem Haus
  • der Schnuller ist nicht zu finden

Kindergartenkind:

  • die Kindergärtnerin ist nicht da
  • die Katze kommt nicht mehr heim
  • der Hamster stirbt
  • der Kindergarten geht zu Ende
  • die Menschen in seiner Umgebung sind traurig

Grundschulkind:

  • die beste Freundin spielt mit jemanden anderen
  • es fühlt sich ausgeschlossen
  • die Geschwister dürfen oder bekommen scheinbar mehr
  • die Lieblingshose ist kaputt oder zu klein
  • schlechte Noten und kein Verständnis dafür
  • die Schule muss gewechselt werden
  • die Lehrerin verlässt die Schule

Älteres Schulkind:

  • die Lieblings-CD geht verloren
  • es fühlt sich ungerecht behandelt
  • der Hund wird krank
  • fühlt sich unverstanden
  • Umzug

Die Liste der Verluste könnte unendlich fortgesetzt werden.

Es ist nicht leicht, Kinder traurig zu sehen. Doch Traurig-Sein ist aus keinem Leben wegzudenken, auch nicht aus dem Leben unserer Kinder.

Es ist enorm wichtig, die Gefühle unserer Kinder und somit die Kinder selbst, ernst zu nehmen, denn es sind die frühen Erfahrungen im Leben jedes Menschen, die die Basis für die Bewältigung oder Nicht-Bewältigung von Verlust- und Trauersituationen schaffen.

"Trauer ist die heilsame Antwort eines gesunden Herzens auf Verluste und Abschiede", sagt der Trauerexperte Jorgos Canakakis.

Geben wir unseren Kindern die Möglichkeit, den Umgang mit Trauer zu lernen!


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