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Kinderfüße oder Kinderschuhe – wer ist stärker?

von Dr. Christian Klein

Ein Blick in die Geschichtsbücher genügt, um spannende erste Eindrücke zu bekommen: In Frankreich ist man im 18. Jahrhundert überzeugt, dass zu kurze Schuhe die Füße schädigen. Aber das Diktat der Mode ist wichtiger und so werden Trainingspläne entwickelt, um junge Mädchen langsam an die Strapazen von Damenschuhen zu gewöhnen. Im 19. Jahrhundert bringt eine Analyse der Krankheitstage im deutschen Militärdienst zutage, dass Fußprobleme für riesige Ausfälle sorgen. Auf der Suche nach möglichen Ursachen geht man bis zu den Kleinsten zurück und fordert für Kinder 12 mm Spielraum in den Schuhen. Im 20. Jahrhundert belegen zahlreiche Studien, dass mehr als die Hälfte der Kinder zu kurze Schuhe trägt.
Aber können zu kurze Kinderschuhe die kleinen Füße tatsächlich schädigen? Eine Analyse der Fachliteratur zeigte, dass diese Fragestellung nie wissenschaftlich bearbeitet wurde. 2001 haben wir deshalb im Auftrag des österreichischen Bundesministeriums untersucht, wie sich zu kurze Schuhe auf die Füße von Kindergartenkindern auswirken.
So eindeutige Ergebnisse hätten wir nicht erwartet: Die Fußformen der Kinder waren je nach Passform der Schuhe unterschiedlich. Kinder mit zu kurzen Schuhen hatten deutlich häufiger eine verbogene Großzehe (Hallux valgus). In der statistischen Berechnung zeigte sich der eindeutige Zusammenhang: Je kürzer die Schuhe, desto schiefer die Großzehe! So konnten wir als erste Forschungsgruppe zeigen, dass zu kurze Kinderschuhe tatsächlich zu Fußschäden führen.
Im Zweikampf Schuh gegen Kinderfuß unterliegen die kleinen Füßchen eindeutig.

Auswirkung zu kurzer Kinderschuhe: Die große Zehe ist verbogen.

So sollten Kinderfüße aussehen: Die große Zehe ist gerade.
Damit bekommt die Wichtigkeit passender Kinderschuhe eine ganz neue Bedeutung: Schuhproduzenten und Schuhhändler haben nun auch einen eindeutigen Gesundheitsauftrag zu erfüllen.
Ein Blick in die Praxis zeigt, dass es noch einiges zu tun gibt:
Unsere Untersuchungen belegen, dass rund 97% der Kinderschuhe Mogelpackungen sind. Wo z.B. Schuhgröße 30 draufsteht, ist meistens nur die Innenlänge eines 28ers „drinnen“. Deshalb sollte immer die Innenlänge von Kinderschuhen gemessen werden. Das wird viel zu selten gemacht. 2011 haben 3843 Eltern aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein an unserer online-Befragung teilgenommen: Nur 32% der SchuhverkäuferInnen messen bislang die Innenlängen von Kinderschuhen.
Meine Tipps:

  • Barfußgehen ist das Beste für kleine Füße.
  • Je weicher und beweglicher Kinderschuhe sind, desto mehr können sich die Füße bewegen und desto besser wird die Muskulatur trainiert.
  • Passende Kinderschuhe sind 12-17 mm länger als die Füße und liegen um den Ballen und die Ferse herum gut an. Beim Kauf deshalb immer die Innenlänge messen (im online-shop immer nach der Innenlänge fragen).
  • Die korrekte Innenlänge ist das wichtigste Maß: Sind die Schuhe um den Ballen und die Ferse zu weit oder zu eng, sollte man ein anderes Modell nehmen. Schuhe sind Massenware und nicht jeder Schuh passt auf jeden Fuß.

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