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Kindliche Trauer bei Tod naher Bezugspersonen

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Der Tod eines Menschen, der zur eigenen Familie gehört oder zu dem das Kind eine ganz besondere Beziehung gehabt hat, stellt eine ganz besondere Belastungssituation dar, die Welt des Kindes gerät aus den Fugen. Je nach Alter, Persönlichkeit und Anlass reagieren Kinder unterschiedlich, insbesondere treten aber Verlust- und Trennungsängste auf.

Kinder trauern anders als Erwachsene

  • Kinder lassen sich immer wieder von den Gefühlen der Umgebung mitreißen und können in den Trauerprozess leichter „hinein- und hinausschlüpfen“: Lachen, weinen, spielen wechseln einander rasch ab – etwas was für Erwachsene oft schwer zu verstehen ist.
  • Die Trauerphase des Nicht-Wahrhaben-Könnens –„Nein, das kann nicht sein“ – kann bei Kindern länger und intensiver durchlebt werden. Sie verhalten sich dann so, als wäre gar nichts geschehen und reagieren auf Zuwendung und Trost ablehnend.
  • Kinder zeigen Wut und Zorn über einen Verlust deutlicher als Erwachsene. Besonders bei Verlusten, die ihr Leben tief greifend verändern, reagieren sie aggressiv.

Hilfe für trauernde Kinder und Jugendliche
Was trauernde Kinder besonders brauchen, sind Menschen, die für sie da sind, liebevoll und einfühlsam, die sie mit ihren großen und kleinen Ängsten und Nöten ernst nehmen, sich Zeit nehmen und ihnen Geborgenheit geben. Ihre Fragen müssen wahrheitsgetreu und in einer altersgemäßen Sprache beantwortet werden, die Möglichkeit und Erlaubnis zu weinen, zu klagen und zu fragen erleichtert die Verarbeitung der Trauer.

Wichtig ist es auch, so gut es geht, die Alltagsroutine aufrecht zu erhalten (Einhalten der Schlaf- und Essenszeiten u.ä.) um dem inneren Chaos durch einen strukturierten Alltag ent-gegen zu wirken. Zuwendung, Geduld und Zeit können helfen, den stark verunsicherten Kindern ein Stück Sicherheit zurückzugeben.

Je nach Alter des Kindes muss auch folgendes beachtet werden. Neben den oben genannten für alle Altersgruppen wichtigen Hilfestellungen, muss das Alter des betroffenen Kindes immer auch beachtet werden.

Bei Kindern unter drei Jahren sollte versucht werden, keine Veränderungen im Ablauf der Aktivitäten (Pflege, Essenszeiten, Einschlafrituale u.a.) vorzunehmen – alles sollte möglichst so bleiben wie es vor dem Todesfall war. Klare einfache Worte sollen bereits in dieser Altersgruppe den Tod nicht tabuieren. Je jünger Kinder sind, desto stärker werden sie vom emotionalen Klima ihrer Umgebung beeinflusst. Auch wenn sie noch nicht begreifen können, dass beispielsweise der Vater verstorben ist, spüren sie die Trauer, die sich in ihrer Umgebung breit macht. Körperliche Nähe, Zärt-lichkeit und Anwesenheit können Trost spenden. Auch Märchen und Geschichten, die Leben, Sterben und Tod zum Thema haben, stellen Hilfen dar.

Kinder zwischen drei und fünf Jahren brauchen nach einem schweren Verlust in der Familie zur Stärkung ihres Selbstwertgefühls viel Zuwendung, Lob und Anerkennung. Sie sollen so gut es geht bei den Gesprächen und Aktivitäten der Familie einbezogen werden und für den verstorbenen Menschen noch etwas tun können (Bilder malen, Blumen pflücken u.a.). In diesem Alter stellen Kinder besonders viele Fragen. Es ist wichtig alle Fragen rund um den Tod klar, ehrlich und entsprechend der eigenen Überzeugung zu beantworten. Bei Erklärungen der Todesursache muss durch Überbetonung (sehr krank u.ä.) kindlichen Ängsten vorgebeugt werden. Zusätzliche Verän-derungen im sozialen Umfeld (z.B. Umzug) sollten vermieden werden.

Kinder zwischen sechs und neun Jahren sollen ermutigt werden, über alle ihre Gefühle – Ängste, Wut, Zorn, Enttäuschung, Schuldgefühle – zu sprechen. Es ist wichtig, keine Sanktionen vorzunehmen. Bei Antworten auf alle ihre Fragen muss auf die Wortwahl geachtet werden und Begriffe wie „einschlafen“, „auf eine Reise gehen“ u.ä. im Zusammenhang mit dem Tod vermieden werden. Die Förderung kreativer Arbeiten kann helfen, Gefühle an die Oberfläche zu bringen und damit einer Verarbeitung zugänglich zu machen. In Fragen der Verabschiedung und des Begräbnisrituals ist es wichtig, die Kinder mit einzubeziehen und ihnen einen Platz zu geben. Unter dem Motto „Erinnern statt Verdrängen“ sollten Erlebnisse und Erfahrungen mit dem Verstorbenen gemeinsam mit dem Kind besprochen werden.

Kinder zwischen zehn und vierzehn Jahren suchen oft bei Menschen außerhalb der Familie Trost und Verständnis. Vielen ist es ein Bedürfnis, möglichst „normal“ im Freundeskreis weiterzuleben, dies sollte akzeptiert und unterstützt werden. Wichtige Informationen über den Todesfall, bevorstehende Veränderungen oder konkrete Auswirkungen des Todesfalls auf das Familienleben müssen klar und deutlich ausgesprochen werden. Alle Gespräche sind als Angebot zu verstehen und sollen den Kindern und Jugendlichen nicht aufgezwungen werden. Das Verständnis der Familie für unkonventionelle Formen des Trauerns (Rückzug, laute Musik, „schrille Trauerkleidung“ u.a.) kann Kindern in diesem Alter besonders helfen, ihren eigenen Weg durch die Trauer zu finden.

Teilnahme von Kindern am Begräbnis
Prinzipiell können und sollen Kinder aller Altersstufen in die Abschieds- und Begräbnisfeier-lichkeiten einbezogen werden. Es ist sinnvoll, während der Begräbniszeremonie (oder für einen Teil des Begräbnisses) die Begleitung der Kinder einer ihnen vertrauten Person zu übergeben. Dies ist in vielen Fällen nicht nur eine wesentliche Entlastung für die betroffenen Erwachsenen sondern auch für die Kinder. Vorbereitende altersgemäße Gespräche über den Ablauf des Begräbnisrituals und Möglichkeiten selbst aktiv etwas beitragen zu können (Zeichnungen, Blumen…), sind wichtige Hilfen.

In vielen Fällen ist die Betroffenheit der Erwachsenen über einen Todesfall im engsten Familienkreis so groß, dass eine sensible und an den Bedürfnissen der Kinder orientierte Trauerbegleitung nur schwer möglich ist. Für Familien ist in dieser Situation jedoch oftmals Hilfe von außen – durch Freunde, Nachbarn, Bekannte, professionelle Helfer – wichtig. Eine bewährte Form der Begleitung und Unterstützung für Kinder und Jugendliche bietet RAINBOWS.

„Abschied nehmen“ RAINBOWS Begleitung bei Tod

In vielen Fällen ist die Betroffenheit der Erwachsenen über einen Todesfall im engsten Fami-lienkreis so groß, dass eine sensible und an den Bedürfnissen der Kinder orientierte Trauerbegleitung nur schwer möglich ist. Für Familien ist in dieser Situation jedoch oftmals Hilfe von außen – durch Freunde, Nachbarn, Bekannte, professionelle Helfer wichtig. Eine bewährte Form der Begleitung und Unterstützung für Kinder und Jugendliche bietet RAINBOWS.

Ziel von RAINBOWS ist es, Kindern und Jugendlichen, die vom Tod einer nahen Bezugsperson betroffen sind, zu ermöglichen, über dieses Ereignis zu reden und den damit verbundenen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Von der Einzelbegleitung der Kinder über Begleitungen im Rahmen der Familie und RAINBOWS-Gruppen nach dem Tod einer nahen Bezugsperson bietet RAINBOWS für Kinder und Jugendliche in allen Altersstufen spezielle Hilfestellungen an. RAINBOWS – das Symbol des Regenbogens – steht für Hoffnung und Optimismus in den „Regenzeiten“ des Lebens und macht Mut, die Ereignisse positiv zu bewältigen.


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