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Medien in der Familie

von Mag.a Michaela Kienberger

Medienwelten und Familienwelten verbinden sich miteinander, es kommt zu fließenden Übergängen und gegenseitiger Bedingtheit. Daher greift es sicherlich zu kurz, Medien als neutrale Kommunikationsvermittler zu sehen. Sie müssen als starke Beeinflusser der Wahrnehmungstätigkeit, der Emotionen, der Vorstellungen, der Denk- und Sprachfähigkeit bis zu den sozialen Verhaltensweisen begriffen werden.

Sozialisation und Erziehung sind eng mit Medien verbunden und werden oft durch sie vermittelt. Medien bilden heute kulturelle Umwelten, die auf alle Kategorien menschlichen Begreifens von Welt ihre Wirkung haben. Es sind nicht nur die Medienbotschaften, die Einfluss auf die Menschen haben, sondern auch die sozialen Umgangsformen rund um den (gemeinsamen) Mediengebrauch, z.B. in einer Familie. Medienhandeln ist soziales Handeln und muss wie jedes andere soziale Handeln erlernt werden. Vorbilder spielen demnach eine zentrale Rolle. In den vielfältigen Sozialisationsprozessen im Familienkontext werden nicht nur Rollenerwartungen, Werthaltungen und Verhaltensmuster gelernt, sondern es werden auch grundlegende Strukturen der kommunikativen Kompetenz erworben, die sich wiederum auf die Mediennutzung auswirken.

Der Umgang des Einzelnen ist ein Leben lang geprägt von den Bedeutungszuweisungen und Traditionen, die er im Laufe seiner Kindheit in der Familie im Zusammenhang mit Medien erfahren hat. Schon sehr früh kommt es innerhalb der familiären Lebenswelt zu Begegnungen mit einzelnen Medien und damit zu ersten gefühlsmäßigen Beziehungsmustern. Von den Eltern werden diese oft gar nicht bemerkt, oder zumindest nicht als relevant wahrgenommenen. Aus unzähligen Erfahrungen im Laufe ihrer Entwicklung können Kinder ableiten, wie Medien, in unterschiedlichen familialen Zusammenhängen, spezifische Bedeutung als Mittel der Unterhaltung oder Information, der Kommunikation oder der sozialen Abgrenzung, der Selbstdarstellung oder der Flucht vor Alltagsproblemen erhalten.
Neben den individuellen, inneren Strukturen steuert also der übergreifende soziale Handlungskontext der Familie die Ausbildung von Medien-Handlungsmustern. Kommunikations- und Erziehungsstile die in einer Familie praktiziert werden beeinflussen die Regeln im Umgang mit Medien, wie z.B. die Auswahl der Medienangebote, oder die Interaktionen unter den Familienmitgliedern, während und nach dem Medienkonsum. Die Medien wiederum beeinflussen in vielerlei Hinsicht die Familie, in dem sie z.B. die Tagesabläufe strukturieren, Räumen Bedeutung zuweisen, Themen initiieren oder Kommunikation einengen. Manchmal lässt ein Blick darauf, wer sprichwörtlich die Fernbedienung in der Hand hat, sogar hierarchische Strukturen innerhalb der Familie sichtbar werden.

Aber nicht nur die Eltern und andere Familienmitglieder gestalten die (Medien-) Sozialisation, sondern auch die Medien bestimmen maßgeblich Prozesse der Aneignung und Erziehung mit. Der Erziehungswissenschaftler und Medienpädagoge Dieter Baacke schreibt ihnen sogar einen den Eltern vergleichbaren Status zu, indem er feststellte: „Medien sind wie ein dritter Elternteil, der unterstützend, gegenwirkend, oder einfach ablenkend immer dreinfunkt in das, was Vater oder Mutter sagen.“


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