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Mein Kind und die digitale Welt – Fluch oder Segen?

von Mag. Elisabeth Rosenberger

„Ohne Internet und Handy geht nichts mehr!“ Dies ist der Eindruck mancher Eltern, wenn die Kinder und Jugendlichen scheinbar mit dem Handy zusammenwachsen. Der Umgang mit den neuen Medien ist in Familien sehr unterschiedlich.
Viele Jugendliche haben permanenten Internetzugang, andere besitzen kein Handy oder der Internetzugang wird noch streng von den Eltern kontrolliert. Ebenso unterschiedlich wie der Zugang zu Handy und Internet ist auch die Nutzung. Als Multifunktionsgerät erfüllt ein Handy viele Aufgaben. Es ist Uhr, Kalender, Notizblock und Fotoapparat in einem. Die Kommunikation ist sehr einfach. Es wird zum Schreiben von Nachrichten oder zum Chatten verwendet, oft mit mehreren Personen gleichzeitig. Das stundenlange Telefonieren meiner Jugend wurde durch das permanente Klingeln der WhatsApp-Signaltöne abgelöst. Das Handy ist Radio, MP3-Player, Fernseher aber auch Spielkonsole geworden und wird so zur Entspannung und zum Zeitvertreib genutzt. Auch wenn Eltern es nicht glauben wollen, viele Jugendliche nutzen das Handy auch als Informationsmedium und recherchieren und suchen. In manchen Schulen ist es als Wörterbuchersatz nicht mehr wegzudenken. 

Erstes Handy

Der Einstieg in die digitale Welt beginnt immer früher. Eine häufig gestellte Frage ist die nach dem idealen Alter für das erste Handy. Sehr oft ist es ja mit acht Jahren ein Geschenk z.B. zur Erstkommunion. Das Kind bekommt damit ein kleines bisschen Unabhängigkeit, es kann nun zum Teil selber entscheiden, was es anschauen und herunterladen will, Kontakte mit Freundinnen und Freunden pflegen, fotografieren, was ihm gerade gefällt. Eine generelle Regel für den idealen Zeitpunkt lässt sich dafür nicht aufstellen, da sowohl die Kinder als auch die Gründe für ein Handy zu unterschiedlich sind.  Vor dem Kauf eines Handys sollten sich Eltern aber eine Reihe von Fragen kritisch stellen. Kann ein MP3Player oder das „Familientablet“ vorübergehend Ersatz sein, um die Bedürfnisse nach Onlinespielen oder Musik zu befriedigen? Braucht mein Kind ein Handy oder ist es Statussymbol in der Klasse? Wenn ich mein Kind jeden Tag in die Schule begleite und abhole, ist der Kontakt über die Schule, den Hort jederzeit gewährleistet. Muss/will ich mein Kind außerhalb der Schule erreichen bzw. soll ich immer erreichbar sein, weil es alleine unterwegs ist. Welche Art von Handy benötigt mein Kind? Braucht es ein teures Smartphone oder reicht ein altes „Tastentelefon“ ohne Internetanschluss? Welcher Tarif ist für mein Kind der Passende – reicht einstweilen eine Wertkarte? Hier kann der Tarifrechner der Arbeiterkammer sehr hilfreich sein. Kann mein Kind ausreichend lesen, um sich im Internet zurechtzufinden? Versteht es, was Datenschutz bedeutet um nicht ungewollt alles von sich und seiner Familie preiszugeben? Wichtig ist auf jeden Fall, die ersten Schritte des Kindes in der digitalen Welt zu begleiten. Der neue Videoratgeber von Saferinternet.at  „Frag Barbara! – Elternratgeber für den Alltag im Internet“  auf www.saferinternet.at kann da Unterstützung liefern. 

Umgang mit Fotos: 

Der Umgang und das Posten von Bildern sind ein immer wiederkehrendes Thema zwischen Eltern und ihren Kindern. Aber gerade im Punkt „Nutzungsverhalten“ unterscheiden sich beide Gruppen oft nur sehr wenig voneinander.  Weiß das Kind, dass Profilbilder zum Beispiel automatisch angezeigt werden, wenn die „Privatsphäreeinstellungen“ am Account nicht gut eingestellt ist. Diese Bilder sind aber oft der erste Eindruck, den man von einer Person hat. Auch Erwachsene achten oft nicht darauf, und ob es dem renommierten Anwalt bewusst ist, wenn er in Badehose im Urlaub auf seinem Profilbild zu sehen ist, wage ich zu bezweifeln.  
Eltern haben oft Bedenken, wenn Fotos ihres Kindes auf der Homepage der Schule oder des Sportvereins erscheinen. Leider spielen diese Ängste  keine Rolle, wenn sie Familienfotos  auf der eigenen Facebook-Seite posten. Sie sind verständlicherweise stolz auf die Erfolge im Sport oder bei einem Konzert, möchten ihre Freude über das Heranwachsen des Kindes teilen. Sie bedenken aber nicht, dass hier das Recht am eigenen Bild des Kindes verletzt wird. Und ob der Sohn sein eigenes Babyfoto später im Alter von 14 Jahren von Freunden präsentiert bekommen will, weil der Account der Eltern für jeden zugänglich war, wage ich zu bezweifeln. 

Ungeeignete Inhalte

Vor allem über WhatsApp bekommen auch schon sehr junge Kinder Kettenbriefe bzw. werden aufgefordert, Links zu öffnen, welche ungeeignete Inhalte zeigen. Diese machen oft Angst oder sind sehr schockierend. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die sinnvolle Nutzung von WhatsApp und die „Wahrheit“ von Kettenbriefen. Vermitteln Sie Ihrem Kind, das mit dem Öffnen von unbekannten Links der Computer durch mitgesendete Viren beschädigt werden kann. Sollte Ihr pubertierender 14-jähriger Sohn „zufällig“ auf einer Pornoseite landen, ist der richtige Zeitpunkt für ein klärendes Gespräch. Erklären Sie, warum Sie diese Seiten für ungeeignet halten. Mit einem Sperren des Zugangs oder Abnehmen des Handys erreichen Sie meist eine noch größere Neugier nach diesen Seiten bzw. ein Ausweichen auf die Handys der Freunde. Filterfunktion in Suchmaschinen („SafeSearch“ in den Einstellungen) sind für kleine Kinder geeignet. Je älter die Kinder werden, desto eher werden diese versuchen, diese Filter zu umgehen. Außerdem arbeiten Filter nie 100%ig genau. Bei jüngeren Kindern ist eine gemeinsame Nutzung  von speziellen Kinder-Suchmaschinen sinnvoll. Eine Liste weiterer Kinder-Suchmaschinen findet sich auf www.klick-tipps.net/suchmaschinen.

Medienerziehung

Ein Sprichwort sagt: „ Eltern erziehen mehr durch das, was sie tun, als durch das, was sie sagen.“ Kinder lernen von Vorbildern. Wir sind dieses Vorbild auch in der Verwendung der neuen Medien. Leben Sie jenen Umgang mit Medien vor, welchen Sie sich auch von Ihren Kindern erwarten. Informieren Sie sich über die Mediennutzung Ihres Kindes. Lassen Sie sich von Ihrem Kind aktuelle Lieblingsseiten, -spiele oder -apps zeigen, erklären und versuchen Sie zu verstehen, warum es diese toll findet. Versuchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind in die digitale Welt einzutauchen. Bleiben Sie aber ruhig, wenn Sie mit den Inhalten nichts anfangen können bzw. Sie diese ablehnen. Erklären Sie Ihrem Kind Ihren Standpunkt und machen Sie es auf mögliche Folgen aufmerksam. Je mehr Sie sich für das interessieren, was ihr Kind am Computer, im Netz macht, desto besser können Sie in problematischen Situationen reagieren und Ihr Kind unterstützen.

Vor allem Jugendliche haben manchmal mehr Fähigkeiten im Bereich der neuen Medien oder am PC und ein breiteres „Anwenderwissen“. Nutzen Sie dieses und fragen Sie Ihr Kind als Experte/Expertin und lassen Sie sich helfen. 

Vereinbaren Sie Regeln, die aber dann auch von allen – auch von den Eltern –  eingehalten werden. Überlegen Sie etwa bei Spielen gemeinsam, wann ein guter Zeitpunkt ist, aus einem Spiel auszusteigen (z.B. Level fertig machen), und vereinbaren Sie solche Zeitpunkte. Führen Sie medienfreie Essenszeiten ein. Dies betrifft aber dann auch das Fernsehen und die Zeitung.
Es ist unverzichtbar geworden, dass Kinder und Jugendliche sich gut im Internet bewegen können. Das Internet ist ein wichtiger Teil von Schule, Freizeit und Beruf. Und vor allem die Arbeitgeber/innen unserer Kinder erwarten heute, dass junge Erwachsene kompetente Computer- und Internetnutzer/innen sind. 


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