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MINT in der GTVS Wulzendorfstraße

von Dipl. Päd. Ulrich Gladt, BEd.

Seit meinen beruflichen Anfängen in der Volksschulpädagogik war ich als Mann eine Ausnahme. Kaum ein anderer Berufszweig ist so stark weiblich dominiert, wie der der Volksschullehrerin. Damals war es für mich auch keine große Überraschung, dass ich als einziger Mann in der Volksschule, in der ich meine erste Klasse unterrichten durfte, die Verantwortung für die IT in der Schule, sowie für Wartung und Pflege der Schulhomepage übertragen bekommen habe. Gewisse Klischees des Rollenverständnisses von Mann und Frau haben sicher ihren Ursprung in der Realität. Ich habe diese Aufgaben aber gerne erfüllt, da sie durchaus meinen Stärken und Interessen entsprochen haben.

Mit meiner Bestellung zum Schulleiter der Ganztagsvolksschule Wulzendorfstraße durfte ich ein LehrerInnenkollegium kennen lernen, das sich von dem der durchschnittlichen Wiener Volksschule in manchen Punkten sehr unterschied: Eine Mehrheit an sehr jungen LehrerInnen zeigte mir, dass sich das geschlechtsspezifische Rollenverständnis von Generation zu Generation spürbar ändert. Von einer Scheu gegenüber neuen Medien, die in meiner Berufsgruppe nicht selten zu bemerken ist, war (und ist) in dem Kollegium voller „digital natives“ nichts zu bemerken. So gab es bereits eine Klasse, in der regelmäßig iPads im Unterricht eingesetzt wurden, die Nutzung der IT-Ausstattung in den Klassen wurde selbstverständlich in den Unterricht eingepflegt oder die Teilnahme am Mathematikwettbewerb „Känguru der Mathematik“ fand geschlossen in allen Klassen statt. Die Möglichkeiten zur Steigerung der Effizienz der Kommunikation durch Smartphone-Apps – sowohl schulintern, als auch mit den Eltern – wurden angstfrei von vielen KollegInnen wahrgenommen und genutzt.

Der erste Schritt hin zu einer Schule mit dem pädagogischen Schwerpunkt MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) war also bereits getan bevor ich in meiner Rolle als Schulleiter lenkende Maßnahmen setzen konnte. Die Ausweitung und Vertiefung des pädagogischen Angebots, das den Bereich MINT abdeckt stieß bei den LehrerInnen der GTVS Wulzendorfstraße auf keinerlei Widerstand. Im Gegenteil: Viele KollegInnen vermittelten mir den Eindruck, dass sich der MINT-Schwerpunkt mit ihren beruflichen Interessen deckte.

Neben den fest verankerten Schwerpunkten Sport und Musik, wird nun jedes Jahr eine Klasse mit dem Einsatz von iPads im Unterricht und eine Klasse mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt (Leonardino + Galilea) angeboten und mit viel Freude und Engagement pädagogisch begleitet. Projektwochen, Wettbewerbe und Ateliertage ergänzen dieses Angebot. Wichtig dabei ist, dass die Breite des Angebots an die Kinder darunter nicht leidet. So gibt es iPad Klassen, die gleichzeitig einen Sportschwerpunkt umsetzen oder Klassen mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt, die gleichzeitig am (musikalischen) Projekt „Monsterfreunde“ teilnehmen. Eine zu starke Spezialisierung der Bildung im Volksschulalter erscheint mir keinesfalls erstrebenswert. Sollen doch die Interessen der Kinder für ein möglichst breites Spektrum bewahrt und geweckt werden. Dieses Konzept führte dazu, dass der GTVS Wulzendorfstraße im vergangenen Jahr das MINT-Gütesiegel verliehen wurde.

Besonders erfreulich dabei ist, dass das pädagogische Angebot von Elternseite sehr gut angenommen wird und es keine Tendenzen in die eine oder andere Richtung, die auf dem Geschlecht basieren würden, gibt. Mädchen in die Musikklasse und Burschen in die iPad-Klasse. Dieses Denken scheint von der gegenwärtigen Elterngeneration endlich überwunden zu sein.

Wenn ich also an meine beruflichen Anfänge zurück denke, so kann ich keinesfalls in den Chor der Schwarzmaler, die den Untergang der Schulbildung bejammern, einstimmen. Schule in Wien hat natürlich Herausforderungen zu meistern, aber dank der Persönlichkeiten, die ihr berufliches Wirken den Kindern widmen, gelingt immer wieder eine Modernisierung des Unterrichts, eine Weiterentwicklung trotz Sparmaßnahmen. Wir bereiten die Kinder auf ein erfolgreiches Leben vor. Dem gesellschaftlichen Wandel hat die Volksschule Rechnung zu tragen oder bei Bedarf auch entgegen zu wirken. Diese Verantwortung nehmen wir an und ernst. Die Förderung der jungen Burschen und Mädchen im Bereich MINT ist ein Baustein, mit dem wir dieser Verantwortung Rechnung tragen.

Meine Tochter ist drei Jahre alt. Die Zeit rast und schon bald wird sie in die Schule eintreten. Ich bin vollkommen überzeugt davon, dass ihr in der Volksschule eine gute Basis gelegt werden wird für die weitere Laufbahn. Sollte sie eines Tages Raketenwissenschaftlerin werden oder Kugelstoßerin dann nicht trotz der Volksschulzeit, sondern deswegen!


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