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Mit Babys kommunizieren

von Mag. Maria Neuberger-Schmidt

Wer auch immer sich über den Kinderwagen beugt, setzt meist ein strahlendes Lächeln auf und sagt dem Baby aufmunternde, freundliche Worte – die es zwar nicht versteht, aber deren Bedeutung es instinktiv erfasst: ich nehme dich wahr, ich freue mich über dich, ich meine es gut mit dir. Daraufhin setzt der Säugling ein breites Lächeln auf und strampelt freudig mit seinen Beinchen.

Körperkontakt und nonverbale Kommunikation

Aufgrund seiner Hilflosigkeit und Bedürftigkeit verlangt der Säugling nach Zuwendung und Körperkontakt. Deshalb ist es wichtig, beim Stillen, Füttern und sonstigen Pflegehandlungen immer ganz bei der Sache zu sein, nicht unkonzentriert und halbherzig, sondern mit Blickkontakt, sicheren und zärtlichen Berührungen. „Der Mensch wird am Du zum Ich“ lautet das berühmte Zitat von Martin Buber, welches die lebensnotwendige Bedeutung der frühkindlichen, sicheren Bindung zum Ausdruck bringt. Nur über ein liebevolles, achtsames Gegenüber kann sich das Baby spüren, wahrnehmen, sich geliebt fühlen und so grundlegendes Urvertrauen zu entwickeln.

Mit Babys reden

Wichtig ist auch, sofort zu reagieren, wenn sich das Baby meldet, gerade auch dann, wenn man nicht sofort zur Stelle sein kann. Man sollte dem Baby freundlich rückmelden, dass man es wahr genommen hat und das jeweilige Bedürfnis in angemessener Zeit stillen. So lernt das Baby, dass es sich auf seine Bezugsperson verlassen kann.

Gespräche beim Wickeln

Wenn Sie beschreiben, was Sie gerade tun oder demnächst tun werden, geben Sie Ihrem Kind Sicherheit. Es fühlt sich persönlich angesprochen und erlebt Ihre Worte wie eine spannende Geschichte. Ihr Baby kann sich auf Sie einstimmen, mehr Geduld und Konzentration aufbringen und infolgedessen beginnen zu kooperieren. Pflegehandlungen sollen Momente der innigen Zweisamkeit sein, die Freude macht. Natürlich kann es währenddessen etwas in seinen Händchen halten, was seinen Spieltrieb anregt.

Babys brauchen Zeit für sich

Babys lieben nichts mehr, als die Gesellschaft ihrer nahen Bezugspersonen. Bekommen sie zu wenig Ansprache, so suchen sie auf allen ihnen zur Verfügung stehenden Wegen, diese einzufordern. Mit Liebe und Aufmerksamkeit „gesättigte“ Babys können jedoch leichter lernen, sich phasenweise auch alleine zu beschäftigen. Das tut ihnen auch gut, denn sie wollen keinesfalls pausenlos „berieselt“ werden. Sie brauchen genug Zeit und Ruhe, ihre Umgebung zu beobachten und zu erforschen, ihre Fingerchen und Beinchen zu trainieren und vieles mehr. Es reicht ihnen, zu wissen: da ist jemand, ich bin nicht allein.

Gespräche beim Kochen, Putzen, etc.

Auch wenn das Tragetuch eine gute Alternative ist, Sie können nicht pausenlos Ihr Kind mit sich herum tragen. Sie brauchen oft auch Ihre Hände frei, um notwendigen Verrichtungen zu tun. Meist sträuben sich Babys, wenn man sie abstellen möchte. Das ist jedoch kein Grund, Ihr Vorhaben aufzugeben: Legen Sie Ihr Baby an einen sicheren Ort, wo es Blickkontakt mit Ihnen haben kann. Und nun erzählen Sie ihm wieder spannende Geschichten: was Sie gerade tun, wie fein das Essen schmecken wird, wie wichtig es ist, dass Sie dank Babys Mitarbeit so flott mit der Tätigkeit voran kommen, usw. Noch besser ist es, wenn Sie dazu auch singen. Machen Sie ein Ritual daraus, das Baby gefällt. Doch strapazieren Sie seine Geduld nicht zu sehr. Es will zwischendurch mal hoch gehoben werden und wissen, dass Sie nach seinen Bedürfnissen sehen oder einfach nur die nötigen Streicheleinheiten erhalten.

Kann man Babys schon erziehen?

Kaum können sie Greifen und Krabbeln, sind Babys schon zu „Unfug“ bereit. Kann man ihnen schon Regeln beibringen? Wo sie diese doch noch gar nicht verstehen? Wir dürfen Kleinkinder nicht unterschätzen: Rein kognitiv können sie unsere Argumente nicht begreifen, aber deren intuitive und emotionale Bedeutung schon! Ihr Baby muss nicht die Gesetze der Masse und Schwerkraft verstehen, um herauszufinden, dass Bälle hinunter und nicht hinauf fallen, außer man wirft sie in die Höhe. Genauso kann es lernen zu akzeptieren, was Sie von ihm erwarten und was es keinesfalls tun darf. Allerdings erfordert dies Aufmerksamkeit, Konzentration und Geduld – die man nicht über Maßen strapazieren darf, um nicht unnötigen Frust zu erzeugen. Auch soll ja der natürliche Spiel- und Entdeckertrieb Ihres Babys nicht unterdrückt werden. Wie geht das? Baby braucht klare Worte und konsequentes Handeln. Ihr Nein soll freundlich sein und darf spielerisch geübt werden. Außerdem braucht es gute Rahmenbedingungen (Wohnung babysicher machen) und einen gut strukturierten Tagesablauf und Eltern, die gut zuhören.

Aktives Zuhören ist gefragt

Wie soll denn das geschehen, wo Ihr Baby doch noch gar nicht spricht?! Richtig, aber Sie können sprechen! Sie nehmen wahr, was Ihr Kind gerade bewegt. Einem Dritten gegenüber können Eltern das sehr gut beschreiben. Warum sagt man es dann nicht dem Kind? Beschreiben Sie die Situation aus der Perspektive des Babys, in kurzen, einfachen Sätzen: „…das gefällt dir gar nicht, dass du diese Dose nicht haben kannst…, …dass du noch etwas warten musst, bis ich dich auf den Arm nehmen kann…, mit den Fingerchen essen ist besonders lustig, und Striche auf die Tapete malen … aber Malen darfst du nur auf dem Papier!“ „Ja, kleine Leute habe es schwer. Immer wieder heißt es nein. Aber du weißt doch: Mami passt auf, dass dir nichts passiert!“

Babys Perspektive in Worte fassen

Was Sie an non-verbalen Botschaften von ihrem Kind vernehmen oder zu vernehmen glauben („kann es sein, dass du hungrig bist?,…dass die Windel zwickt?“), das fassen Sie in Worte, welche, wie gesagt, in ihrer intuitiven Bedeutung vom Kind entschlüsselt werden. Babys, denen aktiv zugehört wird, sind ausgewogener, weil sie sich geliebt, ernst genommen und verstanden fühlen. Sie lernen schneller zu verstehen, zu kommunizieren und sich zu entwickeln –  da sie mit Ihrer Hilfe ihre Emotionen und Eindrücke besser verarbeiten können.
Wenn Sie bewusst auf die Kommunikation mit Ihrem Baby achten, entwickelt es die Bereitschaft und Fähigkeit, zu kooperieren – anders gesagt, Sie bekommen ein prächtiges, pflegeleichtes Kind. Diese Vorzüge dürfen allerdings nicht Selbstzweck sein, denn jedes Baby will so angenommen werden, wie es ist: auch und gerade dann, wenn es einmal schwierig ist und sich nicht wunschgemäß verhält. Ihr achtsames, liebevolles Verhalten macht gute Entwicklung möglich – nicht umgekehrt.


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