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Möglichkeiten, Chancen, und Gefahren im Umgang mit Social Communities

von Prim. Univ. Prof. Dr. Michael Musalek

Das Internet mitsamt seinen unzähligen Nutzungsmöglichkeiten stellt uns als Eltern vor große neue Aufgaben. Ein psychologischer Einfluss auf die Persönlichkeit unserer Kinder ist definitiv nicht zu leugnen.

Wir können davon ausgehen, dass heute bereits 20 Prozent der österreichischen Kinder schon vor dem Schulbeginn Zugang zum Internet haben. In der vierten Klasse Volksschule sind es bereits 80 Prozent. Natürlich wird das Internet zum einen unter Aufsicht in der Schule genutzt, zum anderen jedoch auch immer mehr von zu Hause aus. Hier sind verstärkt die Eltern gefragt den Internetkonsum ihrer Kinder nicht nur zu überwachen – denn sie sollten wissen, was genau ihre Kinder im Internet tun – sondern ihre Schützlinge auch in Sachen Medienkompetenz zu schulen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass oft zuerst eine reine Begriffsklärung von Nöten ist, denn unsere Generation ist nicht mit dem Computer aufgewachsen – so wie es unsere Kinder heute tun.

Was genau sind also sogenannte „Social Communities“?

Social Communities, auch Social Networks oder Online Communities genannt, bedeutet übersetzt schlicht „soziale Gemeinschaften“ oder „soziale Netzwerke“. Der Begriff beschreibt eine Online-Gemeinschaft, in welcher die Mitglieder alte und neue FreundInnen und Gleichgesinnte treffen und sich mittels der Erstellung eines Profils selbst darstellen. Soziale Online-Netzwerke wie z.B. Facebook funktionieren gerade über diese Form der Selbstdarstellung. Persönliche Daten, Fotos, Musik oder Videos können von den BenutzerInnen auf die Plattform gestellt und mit anderen NutzerInnen geteilt werden. In Abgrenzung zu reinen Foto- oder Video-Communities, stehen in Social Communities jedoch der Kontakt und das Vernetzen der NutzerInnen untereinander im Vordergrund.

Virtuelle Pinnwände, persönliche Postfächer, integrierte Chats oder Gästebücher stehen hierfür allzeit parat. Die gängigsten Social Communities sind unter anderem Facebook, schülerVZ, studiVZ, MySpace, Kwick, wer-kennt-wen, etc.

Welche potenziellen Chancen und auch Gefahren bestehen durch Social Communities?

Die intensive Nutzung dieses Mediums kann unter gewissen Umständen das Erlernen und die Entwicklung wichtiger sozialer Fähigkeiten und der Medienkompetenz fördern. Auch bietet das Web 2.0 die Chance Medien aktiv mitzugestalten statt passiv zu konsumieren – was ich als durchaus relevant und positiv ansehe. Umgekehrt kann ein nahezu ausschließliches Beschäftigen mit dem Internet auch zu einem Verlust sozialer Fähigkeiten bzw. zu Entwicklungsverzögerungen in diesem Bereich führen – auch der Umgang mit realen Menschen muss gelernt und geübt werden. Wenn man aber nur mehr vor dem Schirm sitzt und kaum hierdurch weniger menschliche Kontakte hat, führt das unweigerlich zum Verkümmern sozialer Fertigkeiten.

Auch in Bezug auf die sprachlichen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen muss sich das Internet nicht unbedingt positiv auswirken. Unsere Sprache ist ohnehin in Bezug auf Gefühle eine recht arme Sprache. Zwar können wir Gegenstände gut beschreiben und Denkvorgänge nachvollziehen, doch haben wir große Schwierigkeiten bei der Beschreibung von Gefühlszuständen. Während ein „LOL“ für „loughing out loudly“, also “laut lachen“ steht und anstelle „Ich hab dich lieb“ ein „HDL“ herhalten muss wird die Sprache im Internet auf ein Notwendigstes reduziert. Jugendliche, die in der Pubertät meist dazu tendieren sich zu isolieren und Gefühle selten klar äußern, tendieren dann natürlich zu einer verstärkten Hinwendung zur Online-Kommunikation.

So faszinierend und nützlich die Möglichkeiten der sozialen Vernetzung auch sind, problematisch dabei ist, dass die jungen NutzerInnen oftmals zu freizügig viele, teils sehr persönliche Daten von sich preisgeben. Dies reicht über den Namen, Hobbies, Lebenssituation oder gar die eigene Adresse. Vielen, vor allem jungen Leuten ist dabei nicht bewusst, dass ihre Daten und Fotos in den Social Communities öffentlich und für alle sichtbar und auch weiterverwendbar sind. Zu denken, dass hier keine Gefahren lauern, ist meiner Meinung nach doch etwas naiv.

Grenzen setzen und dennoch Neugier zulassen

Kinder und Jugendliche müssen lernen zu verstehen, warum und wie sie sich selbst, ihre Online-Identität sowie ihren Ruf schützen sollen.
Eltern sollten hier die Grenzen für ihre Kinder genau abstecken, welche Daten sie angeben dürfen und welche Regeln generell einzuhalten sind.
Sie sind hier die ersten Ansprech- und Vertrauenspersonen und nehmen eine besondere Stellung bei der Vermittlung und dem Vorleben von Medienkompetenz ein. Regelmäßige Gespräche mit Kindern und Jugendlichen über deren Mediennutzungsverhalten, sowie das gemeinsame Nutzen von Medienangeboten sind wesentlich um Kinder und Jugendliche im Umgang mit dem Internet zu schulen. Auch darf man sich als Elternteil nicht darauf verlassen dass Filter, die gefährliche Seiten aussortieren, immer ihren Zweck erfüllen. Ich rate eher zu Gesprächen mit den Kindern und zu klaren Vereinbarungen, an die es sich zu halten gilt.

Das Internet ist alles andere als ein Babysitter- Ersatz

Aus Zeitmangel setzen Eltern Medien heutzutage oft als „Babysitter“ ein, anstatt sich selbst mit ihren Kindern zu beschäftigen. Eltern verfügen dabei meist nur über geringe Kenntnisse das jeweilige Medium betreffend und können Gefahren nicht abschätzen. Auch gilt es auf die klassischen Warnzeichen zu achten, dass sich mein Kind durch das permanente Aufsuchen virtueller Gemeinschaften nicht isoliert – Dies kann das Vernachlässigen von Freunden sein oder auch ein Absinken der schulischen Leistungen etc. Dann ist definitiv rasches Handeln angesagt, um das Internet nicht zur Sucht werden zu lassen.

Denn wir wissen, dass mit zunehmender Verfügbarkeit des Mediums auch die Anzahl der an Internetsucht erkrankten Jugendlichen steigen wird.
Vor allem junge Menschen müssen sich ihre Identität noch aufbauen und stecken mitten in ihrer individuellen Entwicklung. Der Wunsch sich bei diesem Selbstfindungsprozess von den Eltern zu distanzieren ist verständlich- darf aber nicht zu einem laissez-faire in der Erziehung führen.


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