Zum Inhalt Zum Menü
Farbiger Bogen Farbiger Bogen Ei Schwerpunktthemen Zahnrad Lupe Share on Twitter Twitter Logo Share on Facebook Facebook Logo Share via E-Mail E-Mail Pfeil lang Pfeil nach unten Pfeil nach links Pfeil nach rechts Karte mit Marker Newsletter Links Bestellservice Literaturtipps Studien Elternbildung Login/Logout Hand Schließen Marker mit Hand YouTube Ei-Rahmen für Bilder info forum head helpdesk home info list logout message student task upload add burger burger_close courses delete download edit check link media preview preferences-elearning image share play-store-icon app-store-icon
Zum Inhalt Zum Menü

Nächtliche Stillpause – Die konkrete Vorgehensweise

von Daniela Simon-Butcher

Elternbildung
Elternbildung
Elternbildung

Kinder, die nachts sehr oft aufwachen und stillen, sind meist sehr stark an das nächtliche Stillen gewöhnt, vor allem aber an die Nähe und die Geborgenheit, die sie durchs Stillen erhalten. Wird das Kind nachts abgestillt, bevor es von selbst so weit ist, kann dies zu großen Ängsten beim Kind führen, Traurigkeit und Ärger. Deshalb ist es wichtig, dass eine nächtliche Stillpause sehr sanft und langsam eingeführt wird, mit aller zur Verfügung stehender Liebe, Geduld und Mitgefühl.

Eine nächtliche Stillpause ist v.a. dann eine Möglichkeit, wenn die Mutter mit den nächtlichen Störungen nicht mehr gut zurecht kommt, wenn sie dadurch selbst an (Ein- oder Weiter-)Schlafproblemen leidet, oder auch, wenn das (Einschlaf-)Stillen zum Großteil mit negativen Gefühlen verbunden ist.

Wie Eltern genau diese Stillpause einführen, ist individuell verschieden.

Die sanfteste Methode wäre dabei, zunächst nur ein kleines Zeitfenster von etwa 4 Stunden zu wählen, zum Bsp. von Mitternacht bis vier Uhr morgens, und diesen Zeitraum zur stillfreien Zeit zu erklären. Dieser Zeitraum wird dann, sobald gut etabliert, schrittweise ausgedehnt. Wenn das Kind schon älter ist und ausreichend Beikost hat, kann dieser Zeitraum auch gleich von Beginn an länger sein.

Familien haben gute Erfahrungen gemacht mit einem kleinen Nachtlicht oder Lämpchen, welches mit einer Zeitschaltuhr verbunden ist. Leuchtet es in der Nacht, darf gestillt werden, ist es aus, ist stillfreie Zeit. Das Kind kann so gut verstehen, wann Stillzeit ist (Lämpchen ist an) und wann nicht, weil geschlafen wird (Lämpchen ist aus). Dies kann sogar zu einer Art Spiel genutzt werden und bereits tagsüber geübt werden. Wichtig dabei ist, dass dieses Lämpchen erkennbar ist, aber keinesfalls zu hell leuchtet, da dies sonst das Kind am weiterschlafen hindern würde.

Und so kann die nächtliche Stillpause ganz konkret umgesetzt werden:

 

  • Einen klaren Entschluss getroffen zu haben und diesen auch vertreten zu können, ist die wichtigste Voraussetzung, damit die nächtliche Stillpause gut klappt. Je klarer die Eltern sind, umso einfacher ist es für das Kind, diesen Entschluss anzunehmen!
  • Das Kind sollte ungefähr ein Jahr alt sein. Wird vorher nachts abgestillt, ändert es meist nichts am nächtlichen Aufwachen.
  • Das Vorgehen mit dem Partner oder einer anderen Bezugsperson besprechen und gemeinsam planen. Das Kind ist manches mal schwer von der Person zu beruhigen, welche ihm die Brust verweigert. In diesem Fall wäre es wichtig, dass es jemand anderes macht. Manche Mütter wollen diesen Prozess unbedingt selbst begleiten, in diesem Fall ist es möglich, dass der Vater sich um die Mutter kümmert und die Mutter das Kind tröstet.
  • Der Zeitpunkt, wann mit der Stillpause begonnen wird, wird gemeinsam festgelegt. Optimal ist ein Zeitpunkt, an welchem das Kind ganz gesund ist, sich nicht gerade mitten in einem emotionalen Entwicklungsschritt befindet (Bsp. Trennungsangst), gerade keine großen Änderungen stattfinden (Bsp. Umzug, Eingewöhnung Kinderkrippe, etc.) und die Eltern tagsüber keine wichtigen Termine haben.
  • Die Mutter kleidet sich für diese stillfreie Zeit „stillunfreundlich“, das soll verhindern, dass das Kind sich selbst nachts „bedient“.
  • Damit das Kind nachts nicht zu hungrig ist, sollte es tagsüber öfter zum Stillen angelegt werden. Für die Stillpause nachts kann Wasser, abgepumpte Brustmilch in einem Becher, Brei, Pre-Milch, eine Banane, etc. vorbereitet werden.
  • Dem Kind erklären, was passiert. Auch, wenn es noch nicht alles versteht, es kann eine klare Botschaft spüren. Bsp: „Ich habe Dich immer sehr gerne gestillt, aber meine Brüste brauchen nun eine Pause. Ich stille Dich deshalb jetzt noch einmal und erst dann wieder, wenn……das Lämpchen leuchtet, die Sonne scheint, etc.“ Das Kind soll gut verstehen können, wann es stillen darf und wann nicht.
  • Als neue Einschlafhilfe wird ein Weg gewählt, welchen die Eltern gerne längerfristig anwenden möchten, dieser sollte auf jeden Fall im Körperkontakt und im Liegen (oder Sitzen) sein. Zum Bsp. Liegend im Arm einschlafen.
  • Wird das Kind vor der angestrebten Pause wach, wird es gestillt, wacht es während der Stillpause auf, wird es gestreichelt, beruhigt, gehalten, geschaukelt, getragen, etc., aber nicht gestillt.
  • Das Weinen und Schreien ihres Kindes ist für viele Eltern sehr schwierig zu ertragen. Es hilft, wenn die Eltern wissen, dass dieses Verhalten normal, gesund und gut ist. Es wäre seltsam, würde das Kind die Veränderung einfach hinnehmen, ohne zu protestieren. Die Eltern helfen dem Kind, mit dem Protest klarzukommen, sie können anstelle des Kindes diese Gefühle benennen und so das Kind dabei bestärken, diese Gefühle zu zeigen und auszuleben.
  • Halten die Eltern das Schreien gar nicht mehr aus, ist es auch in Ordnung, abzubrechen und es zu einem anderen Zeitpunkt wieder zu probieren. Vielleicht war der Zeitpunkt einfach nicht der richtige, vielleicht kündigt sich ein Infekt an oder das Kind kann aus irgend einem Grund gerade gar nicht mit dieser Veränderung umgehen. In diesem Fall ist dies keinesfalls Versagen der Eltern, sondern es war für Kind und/oder Eltern noch nicht der richtige Zeitpunkt.
  • Weil sich die Gefühle der Eltern auf das Kind übertragen, sollen die Eltern möglichst ruhig und klar sein. Eventuell ist ein Personenwechsel angebracht, damit sich die andere Person inzwischen beruhigen kann.
  • Meist gibt es 2-5 „schlimme Nächte“, bis das Kind gelernt hat, im Körperkontakt ohne Brust weiterschlafen zu können.
  • Durch das seltenere Stillen nachts fällt Körperkontakt, Geborgenheit und Sicherheit weg, es ist daher wichtig, dies tagsüber nachzuholen.
  • Klappt die Stillpause gut für 4 Stunden, wird sie langsam ausgedehnt, bis schließlich nur noch zum Einschlafen und Aufwachen gestillt wird. Das könnten dann die beiden letzten Mahlzeiten sein (falls gewünscht) welche weggelassen werden.
  • Während und nach diesem Prozess können Kinder anhänglicher sein als sie es vor der nächtlichen Stillpause waren. Ihnen viel Nähe zu geben und viel Rückversicherung ist für die Kinder positiv und hilfreich!
  • Wenn das Kind krank ist, braucht es extra Liebe, Geborgenheit und auch die Antikörper aus der Brustmilch. Vielleicht entscheiden die Eltern, in solch einer Zeit eine Ausnahme zu machen. Wenn die Krankheit wieder ganz vorüber ist, kann wieder mit der nächtlichen Stillpause begonnen werden. Es wird dann wieder eine oder zwei Nächte dauern, bis das Kind das verstanden hat, aber es wird auf jeden Fall um einiges einfacher sein als beim ersten Mal.
  • Falls das Kind dies bisher nicht hatte, sollten Fläschchen oder Schnuller nun nicht angewöhnt werden, da diese nicht förderlich sind für den nächtlichen Schlaf. Hat das Kind diese bereits vorher verwendet, ist es natürlich in Ordnung, Fläschchen und/oder Schnuller weiterhin zu geben.

Das Wichtigste: Das Kind soll bei dem gesamten Prozess nie alleine gelassen werden! In dieser Zeit braucht das Kind sehr viel Liebe, Geborgenheit, Sicherheit und Mitgefühl!


KommentareElternbildung


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Name

*

Email
Kommentar