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Praktische Tipps für Eltern von Volksschulkindern

von Mag. Sonja Schabmann

Der Schuleintritt in die Volksschule leitet für Kinder und Eltern gleichermaßen einen einschneidenden Lebensabschnitt ein. Der sogenannte „Ernst des Lebens“ beginnt. Unterrichts-und Lernzeiten bestimmen nun weitgehend das Familienleben. Die positive Bewältigung dieser Zeit beeinflusst das weitere Lernverhalten der Kinder. Langwierige schulische Misserfolge können zu gravierenden Beeinträchtigungen in den weiteren Entwicklungsprozessen führen.

Aus der Forschung weiß man, dass nicht nur Intelligenz allein ausschlaggebend für eine gute Schulleistung ist.Zunächst muss die passende Schulauswahl getroffen werden. Je nach Begabung und Neigung des Kindes hat man die Möglichkeit, aus den in Österreich angebotenen unterschiedlichen Formen der Grundstufe, eine entsprechende Form aus zu wählen. Abgesehen von der Normalform der Volksschule, gibt es Volksschulen mit einem Autonomieschwerpunkt (z.B. Musikvolksschule), Volksschulen mit bilingualem Unterricht, Walddorfschulen oder Montessorischulen, um einige zu nennen.

Frühförderung und Vorwissen haben einen großen Einfluss auf die Lernleistung der Kinder in der Volksschule. Besonders wichtig sind die Förderung der Sprachentwicklung, die Förderung der Mengen-und Zahlenauffassung sowie die Förderung der Graphomotorik. Das bedeutet aber keineswegs, dass Kinder bereits vor dem Schuleintritt Lesen, Schreiben und Rechnen können sollen. Wichtig ist das Interesse dafür zu wecken. Anhand von Kinderreimen, Kinderliedern oder Sprachspielen, in welchen Wörter, Silben und Buchstabenlaute erkannt werden sollen, trainieren sie die phonematische Bewusstheit. Mathematisches Interesse kann mit Spielen, deren Inhalt die Zahlenvorstellungen, Teile-Ganzes-Beziehungen sowie Messen und Vergleichen fördert, geweckt werden. Kindergarten, Vorschule und auch Eltern haben eine wichtige Funktion in der Frühforderung.

In den ersten Wochen der Grundschule sollten die Eltern darauf achten, dass ein guter Arbeitsstil aufgebaut wird. Fakt ist, dass die Art und Weise, wie eine neue Tätigkeit in einer neuen Situation erstmals durchführt wird, als besonders einprägsam gilt und später nur schwer zu ändern ist. Schlampiges Ausführen der Hausaufgaben, Unordentlichkeit am Arbeitsplatz oder sich darauf verlassen, dass die Mutter oder der Vater die Schultasche richtig einräumt, kann sich sehr leicht festigen. Derartige ungünstige Arbeitsgewohnheiten beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit und können bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben.

Spiele, die den Sprach-und Leseerwerb der Kinder unterstützen, sind einfach in den Alltag zu integrieren. Während Autofahrten bieten sich Sprachspiele an, wie zum Beispiel Reimwörter suchen, Hauptwörter einer bestimmen Kategorie mit einem bestimmten Anfangs- oder Endbuchstaben finden (z.B. Tiere welche mit „A“ beginnen, oder auf „E“ enden), zusammengesetzte Wörter suchen, welche mit dem letzten Wortteil des zuvor gesagten beginnen (z.B. Luftschloss – Schlossherr – Herrenhose – Hosenknopf usw.). Diese Übungen sollen nur fortgesetzt werden, solange das Kind Spaß daran hat.

Bitten Sie Ihr Kind um Unterstützung, indem Sie es z.B. den Einkaufszettel schreiben lassen. Kinder fühlen sich dadurch wichtig und „schon groß“; das trägt natürlich auch positiv zu ihrem Selbstwertgefühl bei. Lassen Sie es die Geburtstagseinladungen für seine Geburtstagsfeier selber schreiben oder schreiben Sie gemeinsam mit Ihrem Kind einen Brief an die Großeltern. Dabei sollte das Augenmerk in keinem Fall auf den gemachten Fehlern liegen. Loben Sie vielmehr das Kind kräftig nach abgeschlossener Tätigkeit.

Lesen Sie jeden Tag, vielleicht vor dem Schlafengehen, gemeinsam ein Buch. Ihr Kind sollte sich das Buch selbst auswählen dürfen. Volksschulkinder benötigen noch ein größeres Schriftbild und Illustrationen tragen dazu bei, dass der Text aufgelockert wird. Sobald Ihr Kind schon selbst lesen kann, lassen Sie es eine kurze Textpassage laut vorlesen. Danach lesen Sie wieder ein Stück weiter. In weiterer Folge wechseln Sie sich dann einfach ab. Konzentrieren Sie sich nicht zu sehr auf die Lesefehler Ihres Kindes. Bessern Sie Ihr Kind liebevoll aus, loben Sie es ermunternd, wie gut es schon lesen kann.

Viele Eltern sind verunsichert, ob sie bei den Hausaufgaben ihrer Kinder helfen sollen.Eigentlich sollten Hausaufgaben so gestellt werden, dass diese ohne elterliche Hilfe zu erledigen sind, aber leider ist das nicht immer der Fall. Elterliche Unterstützung anbieten bedeutet, gemeinsam mit dem Kind den Lösungsweg zu erarbeiten. Keinesfalls dürfen die Eltern die Aufgabe lösen oder sogar den Aufsatz schreiben. Kommt es häufig vor, dass die Hausaufgabe von Ihrem Kind nicht selbstständig bewältigt werden kann, suchen Sie ein Gespräch mit der Lehrperson. Wichtig ist herauszufinden, ob Ihr Kind Verständnisprobleme hat oder bereits Defizite aufgebaut hat. Möglicherweise geht es Mitschülerinnen und Mitschülern ebenso und es liegt am Unterricht.Für die Hausaufgabensituation ist es notwendig, dass die Umgebung lärmfrei ist. Meiden Sie laute Unterhaltungen und schalten Sie Fernseher, Radio und auch das Handy aus. Ein aufgeräumter und von Spielsachen freier Arbeitsplatz unterstützt Ihr Kind sich ganz auf die Aufgabe zu konzentrieren, ohne abgelenkt zu werden.

Hat Ihr Kind gute Noten, ist es grundsätzlich nicht notwendig, dass zuhause zusätzlich gepaukt wird. Meistens sind es Leseaufgaben, Lernwörter einstudieren, Abfragen des Einmaleins oder dergleichen, wobei Eltern die Kinder häufig unterstützen. Auf Tests, Prüfungen oder Schularbeiten sollte sich Ihr Kind unter elterlicher Anleitung vorbereiten. Zunächst müssen das Stoffgebiet und die Lernmenge genau definiert werden. Danach wird das, was gelernt werden soll, in tägliche Lernmengen aufgeteilt. Wichtig ist, dass genug Zeit zum Wiederholen des Lernstoffs einkalkuliert wird. Volksschulkinder haben eine kurze Konzentrationsspanne. Eine Lerneinheit pro Tag von etwa 20 Minuten, zusätzlich zur Hausaufgabe, sollten für Erst-und Zweitklässler nicht überschritten werden. Die älteren Volksschulkinder schaffen Lerneinheiten von zweimal 20 Minuten, dazwischen gibt es eine fünfminütige Pause. Aus diesem Grund ist es notwendig zeitgerecht den Lernplan zu erstellen und mit dem Lernen zu beginnen. Am Wochenende, aber zumindest sonntags, ist eine Lernpause für die Entspannung und Erholung Ihres Kindes sehr wichtig.

Die Lernzeit soll in ruhiger, freundlicher Atmosphäre ablaufen. Haben Sie mit Ihrem Kind Geduld, wenn es etwas nicht sofort versteht. Mit lauter Stimme zurechtweisen oder auch ungerechtfertigte Kritik üben haben gravierende negative Folgen. Zu lange überfordernde Lerneinheiten, zu hoher Leistungsdruck, häufig erlebte negative Emotionen (wie Angst, Wut, Frustration) in Lernsituationen können zu Anstrengungsvermeidung führen. Wenn die Lernstunde oder Hausaufgabensituation zwischen Ihnen und Ihrem Kind bereits sehr angespannt abläuft, ist es vorteilhafter diese von jemandem anderen durchführen zu lassen.

Läuft ihr Kind Gefahr das Lernziel einer Schulstufe nicht zu erreichen, kann es notwendig werden, es von einer Psychologin oder einem Psychologen untersuchen zu lassen. Diese Untersuchung dient dazu mögliche Ursachen für die Lernschwäche zu ermitteln. Bei Teilleistungsstörungen, Wahrnehmungsstörungen, Entwicklungsverzögerungen, Dyskalkulie oder Legasthenie, um nur einige Ursachen zu nennen, braucht Ihr Kind professionelle Unterstützung.

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind auch bei zusätzlichen Lerneinheiten täglich genügend Freizeit hat. Für Volksschulkinder ist es schwierig, stundenlang still zu sitzen, da sie den natürlichen Bewegungsdrang unterdrücken müssen. Bei körperlichen Untersuchungen an Volksschulkinder werden zunehmend häufiger Bewegungsmangel, motorische Defizite sowie Übergewicht konstatiert! Daher sollte man darauf achten, den natürlichen Bewegungsdrang zu berücksichtigen und sportmotorische Leistung zu fördern. Kinder, die unter Bewegungsmangel leiden, sind öfter unruhig oder nervös und können sich dadurch schlechter konzentrieren. Untersuchungsergebnisse zeigen, dass Kinder mit besseren Motorikleistungen einerseits selbstbewusster und optimistischer sind und andererseits ein positiveres Sozialverhalten aufweisen. Dies bedeutet, dass die motorische Elementarerziehung auch die Gesamtpersönlichkeit günstig beeinflusst. Ganz besonders wichtig ist daher, dass Ihr Kind sich mindestens einmal am Tag „auspowern“ kann. Besuche im Park, wo die Kinder Rad fahren, Ball spielen, am Klettergerüst turnen oder einfach nur herumlaufen dürfen, fördern Kraft, Ausdauer, Geschicklichkeit und Koordination. Machen Sie Familienausflüge, Wanderungen in der Natur und unternehmen Sie sportliche Aktivitäten, wie z.B. schwimmen, eislaufen, Rad fahren etc. Auch Sportvereine bieten Kindern eine Möglichkeit ihren Bewegungsdrang auszuleben. Eine sportliche Lebensweise wirkt sich psychisch und körperlich gesundheitsfördernd aus.

Eltern üben eine sehr bedeutende Vorbildwirkung auf Ihre Kinder aus. Kinder lernen durch Nachahmung, welche eine sehr wichtige Form des Lernens ist.Das bedeutet, leben Sie die Verhaltensweisen Ihrem Kind vor, welche es entwickeln soll: Wenn Sie häufig Bücher lesen, wird es Ihnen ihr Kind gleich tun. Machen Sie Bewegung, betreiben Sie Sport, Ihr Kind wird Interesse an sportlichen Aktivitäten entwickeln. Ungünstige Verhaltensweisen, wie stundenlanges Fernsehen, Spielen an der Spielkonsole oder am Handy, versuchen Sie zu vermeiden.Als Alternative bietet sich an, zusammen mit Ihrer Familie einen gemütlichen Lese- oder einen lustigen Spieleabend zu veranstalten.

Ein chinesisches Sprichwort besagt: „Erziehung ist Liebe, Liebe, Liebe und Vorbild, Vorbild, Vorbild!“

 

 


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