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Radfahren richtig LEHREN!

von Peter Jahn

Ja, Du hast richtig gelesen, lieber Papa, oder liebe Mama. Im nachfolgenden Artikel geht’s darum wie Ihr uns Kinder bestmöglich unterstützen könnt, damit wir langsam, mit großer Freude und gut behütet das Thema Radfahren für uns entdecken. Und deshalb schreibt der Peter Jahn, Kinderfahrradtrainer (www.radworkshop.info) die nachfolgende Anleitung auch für uns, Eure Kinder.

Regel Nr. 1: Gemächlich angehen.

Radfahren ist toll wenn man´s kann, aber es ist auch kein Beinbruch wenn man es später lernt. Wir Kinder haben von klein auf so viel zu lernen, dass uns manchmal keine Zeit für noch eine Sache bleibt. Man kann Radfahren auch noch genüsslich mit sechs oder sieben Jahren lernen. Nur weil ein anderes Kind da mehr Interesse zeigt, haben wir, Eure Kinder deshalb noch lange keinen Nachholbedarf. Wir wollen vor allem, dass Ihr (Eltern) Euch Zeit nehmt. Und zwar immer wieder. Am besten regelmäßig, manchmal eben nur eine halbe Stunde. Im Hof, am Gehsteig oder am Parkplatz eines Supermarkts am Sonntag. Weniger ist dabei mehr. Es sind die kleinen Schritte die zum Erfolg führen.

Regel Nr. 2: Richtig toll loben

Wir brauchen keine RADschläge, was wir beim nächsten Mal auf jeden Fall beachten oder besser machen sollten. Wir merken auch so, dass es grade noch nicht funktioniert und das löst viele Gefühle aus. Da hilft uns ein Hinweis auf das was wir schon geschafft haben mehr, als eine Liste mit Fehlern. Und überhaupt: Zuviel Text verwirrt uns nur und stört uns beim Erfassen der vielen Kleinigkeiten auf die es auch ankommt. Gute TrainerInnen machen keine Vorschläge wie man eine schwierige Übung vielleicht doch noch hinbekommt indem man sich noch mehr anstrengt oder mehr riskiert. Richtig gute LehrerInnen beobachten sehr genau und vereinfachen einfach den Übungsablauf und dadurch gibt’s auch wieder mehr Erfolgserlebnisse und neue Motivation um irgendwann auch die schwierigeren Dinge zu schaffen. Und jeder kleine Schritt verdient ein kleines Lob. Nur für das Bemühen. Der Erfolg kommt dann von ganz alleine.

Ein gutes Rad ist die halbe Miete

Mit zu großen Sportschuhen kann man schlecht laufen, mit einem zu großen Löffel auch nicht selbständig essen. Grade wir Anfänger brauchen das Beste vom Besten, damit wir nicht noch zusätzliche Handicaps bewältigen müssen. Auch ein Kinderrad muss daher jedenfalls hochwertig sein, und durch eine Vielzahl an Verstellmöglichkeiten auch mitwachsen können. Rücktrittbremsen werden hoffentlich einmal so verpönt sein wie es Stützräder heutzutage Gott sei Dank schon sind. Das hochwertige Kinderrad hat zugegeben seinen Preis. Aber erstens kann man es nach dem ersten Kind noch gut um die Hälfte weiterverkaufen oder für ein weiteres Kind verwenden und diese Investition rechnet sich durch deutlich mehr Fahrspaß und Sicherheit.

Safety First

Nicht nur das Rad muss sicher sein. Wer gebrauchte Eisen verwendet sollte sich jedenfalls an den Fachmann/die Fachfrau wenden. Auch Kinderräder brauchen Fett in den Lagern, Öl auf der Kette und die Kontrolle samt Einstellung aller beweglichen Teile.
Ganz besonders wichtig ist, dass wir Kinder die Bremshebel gut ergreifen und leicht bedienen können. Dazu verfügen alle Kinderräder über einstellbare Bremshebel. Was ein gutes Anfänger-Rad auszeichnet, seht Ihr in der untenstehenden Liste.  Ein gut sitzender Radhelm sollte ebenso selbstverständlich sein wie gut passende Fahrradhandschuhe.

Gebt uns Schon-Raum und Schon-Zeit

Essentiell sind gute Trainingsplätze. Je ruhiger und einsamer desto besser. Wer Radfahren am Gehsteig einer belebten Einkaufsstraße lernen soll ist ein armer Tropf. Andere Kinder, freilaufende Hunde, oder aufgeregte Großeltern als Zaungäste stören unsere Konzentration. Der Untergrund sollte möglichst glatt aber griffig sein. Das Fahren auf holprigem Untergrund ist erst später dran.  Gefährlich vorstehende, vielleicht auch noch spitze Teile haben auf unserem Trainingsgelände ebenso wenig zu suchen wie Hundehaufen, Scherben, Streusplitt oder schlitzige Wasserlachen.
Später können wir auch auf anderen Trainingsplätzen unsere Kompetenzen verbessern. Bergab und bergauf, über Stock und Stein und selbst im Gatsch könnt ihr uns dann liebend gern herausfordern Sogar das Fahren bei Nacht oder bei Regen sind irgendwann coole ErFAHRungen für uns.
Aber auch die Zeit muss geachtet werden. Von den Lehrenden. Länger als eine halbe Stunde kann sich niemand auf schwierige Dinge konzentrieren. Immer wieder das Gleiche zu üben macht wenig Sinn. Immer wieder ein bisschen und ein bisschen anders, das bringt´s.

Bilder sagen mehr als tausend Worte

Warum lesen wir nicht so gerne Bedienungsanleitungen und sehen uns lieber Kurzfilme in Online-Videokanälen an? Weil wir dann noch leichter erfassen und verstehen können wie etwas funktioniert. Deshalb ist es hilfreich wenn Eltern eine Übung vorzeigen und wir sie dann so gut wir können nachahmen. Eine gute Lehrerin/ein guter Lehrer zu sein ist eine Kunst. Wir haben ja zumeist gute PädagogInnen in Kindergarten und Schule. Und die geben sicher gerne ein paar grundlegende Tipps wie man richtig lehrt.

Unser Erfolg ist Eure Verantwortung

Liebe Eltern! Wir Kinder lernen Radfahren zwar primär weil uns diese neue Fortbewegungsart fasziniert, aber auch weil wir Euch gefallen wollen mit dem was wir schon können.
Bitte achtet besonders unser Bemühen und zeigt uns ganz klar, dass ihr uns IMMER lieb habt, einfach für das was wir sind und nicht für das was wir einmal sein oder erreichen könnten und ganz besonders dann wenn wir grad mal gehörig scheitern.

Übungsziele – Was AnfängerInnen können sollten

Die Liste der vielen kleinen Übungen auf dem Weg zum guten Radfahrer/zur guten Radfahrerin wäre endlos lang. Daher hier, als erster Anhaltspunkt eine grobe Liste der ZIELE die Kinder erreichen sollen um sich mit Fug und Recht als gute und sichere RadfahrerInnen (im Sinn einer Fahrzeug-beherrschung) bezeichnen zu können.

Übungsziele:

  • Sicher auf- und absteigen vom Rad
  • Das Rad selbsttätig gerade und durch Kurven schieben können. Später auch über leichte Schrägen bergauf und bergab.
  • Das Rad selbst abstellen können
  • Ein umgefallenes Rad selbsttätig wieder aufstellen und fahrbereit machen.
  • Anfahren können
  • Gezielt anhalten können
  • Gefahrenbremsungen mit beiden Bremsen gleichzeitig durchführen können.
  • Geradeaus fahren
  • Einfache Kurven fahren
  • Langsam (halbe Gehgeschwindigkeit) fahren können
  • Kleine Hindernisse/Bodenunebenheiten sicher überfahren
  • Auf verschiedenen Untergründen (Pflasterung, Sand, Laub, etc.) fahren können.
  • Auf akustische oder visuelle Signale adäquat reagieren
  • Kurze Strecken einhändig fahren können

Der Kauf des ersten Fahrrades

  • Nur bei einem Fachhändler für Spielzeug oder im Fahrradfachhandel kaufen.
  • Kind soll nach Möglichkeit dabei sein und mitbestimmen dürfen.
  • Das Wichtigste was ein gutes Kinderrad auszeichnet: LEICHT, LEICHT, LEICHT
  • Rahmen ohne oder mit stark abfallendem Oberrohr  für leichteres Auf- und Absteigen.
  • ZWEI voneinander unabhängige, auf kleine Kinderhände gut einstellbare Handhebelbremsen. KEIN Rücktritt!
  • gekröpfte (= mehrfach gebogene) Lenkstange  (Schwalbenlenker)
  • hochwertiger Sattel
  • gute Verstellmöglichkeiten für den Lenker und  für die Sattelposition in Höhe und in Längsrichtung
  • Bremshebel einstellbar
  • Alles zusammen soll eine möglichst angenehme, weitgehend aufrechte Sitzhaltung am Rad ermöglichen.
  • Sicherheitslenkgriffe mit dicken Enden
  • Rutschhemmende Pedale
  • Luftgefüllte, „fette“ Reifen mit guter Haftung und guter Dämpfung
  • Grundausstattung mit Reflektoren

Wider die Rücktrittbremse (RTB) bei Kinderrädern

Eine RTB lässt sich nicht so fein dosieren wie eine Handhebelbremse. Wird die RTB fest getreten, ist das eine Blockierbremsung und kann vor allem bei Kurvenfahrt  zum Sturz führen.
Beim Starten kann das Pedal nicht in die ideale Position gehoben werden. Die Wirksamkeit der RTB ist nur in einem kleinen Bereich des Kurbeltriebs gegeben. Dieser muss zum Bremsen erst erreicht werden. Da die meisten Menschen einen bevorzugten Bremsfuß haben, dauert es dann eine halbe Kurbelumdrehung bis die Bremswirkung einsetzt.
Kinder die gerade Radfahren lernen, treten manchmal versehentlich in die falsche Richtung. Bei einer RTB führt das zu einer Vollbremsung. Ohne RTB wird nur der Freilauf wirksam, der „Fehler“ wird erkannt und kann gleich wieder in die richtige Richtung getreten werden.
Bei Gefahrenbremsungen MÜSSEN beide Bremsen, aber vor allem die Vorderradbremse, die rund 70 % der Gesamtbremsleistung erbringt, betätigt werden. Richtiges Bremsen muss jedenfalls geübt werden. Das können die meisten Erwachsenen auch nicht!!
Verzögerung und Vortrieb sollen unabhängig voneinander ausgeübt werden. So kann z.B. beim Anbremsen von Kurven ein kleiner Geschwindigkeitsüberschuss sanft mit der Hinterradbremse „rausgebremst“ werden, während zugleich die Pedale für die Kurvenfahrt richtig angestellt werden um dann am Kurvenausgang mit einem kräftigen Antritt wieder für mehr Stabilität zu sorgen.


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