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Religiöse Familienrituale

von Anita Nussmüller

Es ist Sonntag. Die Familienmitglieder sitzen rund um den Tisch und reichen sich vor dem Essen die Hände. Nach einem kurzen Gebet wird mit dem Essen begonnen. Das Händereichen zeigt den gemeinsamen Beginn des Mittagessens an, lässt aber auch spüren, dass es mehr als nur eine zweckdienliche Gewohnheit ist.

Es ist ein Ritual geworden, das deutlich macht, dass Essen auch mit Gemeinschaft zu tun hat und mit Dankbarkeit gegenüber einem sorgenden Gott.  Rituale sind Handlungen, in denen es eine Dimension gibt, die über die Normalität der Handlung hinausweist und bei der durch Symbolik Tiefe und Sinn entsteht. Sich beim Essen die Hände zu reichen lässt Tischgemeinschaft und Gottes Segen erfahren, der ein gemeinsames Leben ermöglicht.

Nicht jeden Tag wird das Essen auf diese Weise begonnen, nur am Sonntag, denn da versammeln sich alle Familienmitglieder um den Tisch. Selbst der zweijährige Marco erkennt durch dieses Ritual das Besondere dieses Tages. Rituale sind festgelegte Handlungssequenzen mit zumeist ordnendem Charakter, sie sind ein Weg, zu einem persönlichen Rhythmus zu finden, sie haben eine sinnstiftende Dimension, sie markieren Übergänge (im Ablauf des Tages, der Woche, des Jahres, des Lebens). Durch Wiederholung über einen längeren Zeitraum entfalten sie ihre Kraft.

Rituale setzen auf verschiedenen Ebenen des Menschseins an:

  • auf persönlichen – bei individuellen Übergängen und Ereignissen,
  • auf gemeinschaftlichen – beim Essen, Feiern, bei Beerdigungen etc.,
  • auf einer transzendenten – indem sie spirituelle Erfahrungen von etwas Größerem, Göttlichen ermöglichen.

Rituale geben uns die Möglichkeit, unser Vertrauen in Gottes Gegenwart, in seine Nähe und Zuwendung beim Mittagessen, beim Krippeaufstellen, wenn ein geliebter Mensch stirbt, mit allen Sinnen auszudrücken durch gemeinsames Tun, durch Symbole und Zeichen. Ein Ritual kann man nicht denken, man muss es tun, damit es wirkt. Der Geist erfährt im Ritual die Möglichkeit, sich an etwas Größeres, Göttliches anzubinden, Herz und Seele werden angesprochen. Rituale bringen Stabilität und Identität in die Familie und eignen sich besonders gut, um den Glauben in den Alltag zu integrieren.

Segensrituale

Segen verbindet zwei Grundelemente: das berührende Zeichen und das zugesprochene Wort. Kreuzzeichen auf die Stirn, Hände auflegen und Segen sprechen, das beruhigt und vermittelt Kraft und Vertrauen.
Einander die Hände reichen (Glückwunsch) = Gutes wünschen.

Abendrituale

Eine Geschichte erzählen, ein Gebet sprechen, das Kind erzählt, was heute schön und weniger schön war, die Eltern erzählen, worüber sie sich gefreut und was sie geärgert hat, singen, Kinderbibel lesen, Kreuzzeichen auf die Stirn, sich gegenseitig gute Nacht wünschen u.a.m.

Lesen Sie weiter in
Forum Katholischer Erwachsenenbildung (2010): Mit Achtung und Respekt kompetente Eltern. Wie Elternbildung gelingen kann, ISBN 978-3-200-01952-2


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