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Schreibabys

von Dr. Katharina Kruppa

Wenn man des  Thema „Schreibaby“ anspricht ist sicher eine der ersten Fragen: Gibt es die überhaupt? Oder liegt es vor allem an den Eltern, wenn sie ihr Baby  nicht beruhigen können. Vorweg: Es gibt Babys die deutlich mehr weinen als andere. Wir sprechen unter Fachleuten von Babys mit Regulationsstörungen, also Babys, die aus unterschiedlichen Gründen sich nicht selbst regulieren, d.h. auch selbst beruhigen können. Diese Babys brauchen unterschiedlich viel Hilfe von außen, um zur Ruhe kommen zu können.
Aber das Wort „Schreien“ ist für viele mit Aggression verbunden, mit einem bewussten Provozieren. Baby schreien nicht, Babys weinen. Und sie weinen, weil sie irgendetwas irritiert.
Anfangs ist es für Eltern oft nicht einfach herauszufinden, was die Babys irritiert. Hunger, Kälte, Wärme, zu wenig oder zu viel Stimulation, Müdigkeit…
Das liegt wohl auch daran, dass Säuglinge in den ersten Wochen auch sehr ungerichtet und diffus kommunizieren. Erst durch die „richtige“ Beantwortung ihrer Bedürfnisse „lernen“ die Babys diese klarer wahrzunehmen und auch zu kommunizieren.
Natürlich gibt es, wie bereits erwähnt, Babys die scheinbar untröstlich weinen. Diese Babys sind eine große Herausforderung für ihre Eltern und Betreuer.
Wichtig ist auch in diesen Fällen, das Baby nicht allein zu lassen, zu begleiten, herumzutragen. Die Ursachen für dieses sogenannte „exzessive Weinen“ sind nicht klar. Es gibt Risikofaktoren wie Frühgeburtlichkeit, schwere Geburten oder Kaiserschnittgeburten, Rauchen in der Schwangerschaft, sehr belastete Schwangerschaften.
Was die Babys brauchen ist Kontakt und Beantwortung ihrer Kommunikationsversuche. Und Weinen ist ein Kommunikationsversuch, möglicherweise auch nur: Mir geht es nicht gut, lass mich nicht allein! D.h. sinnvoll ist Körperkontakt, tragen, herumgehen. Oft hilft direkter Hautkontakt. Aber manchmal hilft auch gar nichts, und dann ist es ganz wichtig, einfach im Kontakt zu bleiben, das Baby nicht allein zu lassen. Es würde ja niemand einen anderen geliebten Menschen allein in seinem Unglück lassen, wenn er oder sie Unterstützung braucht.
Wie auch immer, diese Babys sind eine große Herausforderung und bringen die Eltern oft an ihre Grenzen. Auch im Kontakt mit dem Baby bei sich bleiben, Atemtechniken wie bei autogenem Training oder einfach immer wieder ganz tief atmen können helfen.
Und wenn es gar nicht mehr geht, wenn die Anspannung zu groß ist, dann wäre es gut, wenn es einen anderen Erwachsenen gibt der übernehmen kann. Wenn nicht, dann ist es besser auch mal kurz das Baby abzulegen um selbst zur Ruhe zu kommen.
Wir sind soziale Wesen, es ist von der Natur nicht vorgesehen, dass eine Person ein Baby versorgt! Und es ist völlig normal dass  man erschöpft, müde und manchmal auch traurig ist. Umso wichtiger ist es, die ruhigen, schönen Momente mit dem Baby zu genießen!
Oft wird von der Umgebung unterschätzt, wie anstrengend und aufreibend ein Tag mit einem Baby sein kann, vor allem wenn es oft untröstlich weint. Paradoxerweise wird oft diesen Müttern vorgeworfen, schlechte Mütter zu sein und ihr Kind zu verwöhnen, weil es sich nicht ablegen lässt. Eine völlig absurde Verdrehung der Tatsachen! Ein Baby, das erst lernen muss, sich selbst zu  regulieren, braucht von den Betreuungspersonen ganz viel Unterstützung.
Jedenfalls ist es ganz wichtig, wenn möglich nicht allein zu bleiben, immer wieder auch andere Erwachsene, aus der Familie oder dem Freundeskreis zu treffen, oder auch zu Mutter Baby Gruppen zu gehen.
Bauchweh ist in den seltensten Fällen Ursache für untröstliches Weinen. D.h. dass Nahrungswechsel weder für die stillende Mutter noch für das Baby sinnvoll ist – außer in seltenen medizinisch indizierten Fällen, die vom Kinderfacharzt diagnostiziert werden.
Grundsätzlich ist es jedenfalls sinnvoll, ein Schreibaby vom Kinderarzt auf  (die äußerst seltenen) medizinischen Ursachen untersuchen zu lassen. Vorallem wenn ein Baby, das sonst sehr ruhig und zufrieden ist, ganz plötzlich zu weinen beginnt und sich durch die üblichen Methoden nicht beruhigen lässt, dann sollte es unbedingt medizinisch untersucht werden.

Unruhige Babys haben meist die schwierigsten Phasen spätnachmittags bis abends. etwa zwischen 16 und 23.00. Oft sind Neugeborene in den ersten 1-2 Wochen nach der Geburt noch sehr ruhig und schlafen viel, beginnen dann immer mehr zu weinen mit einem Maximum um das 2. Monat herum und werden gegen Ende des 3. Monats deutlich ruhiger, wenn sie wirklich ausreichend Unterstützung in ihren Bemühungen um Selbstregulation bekommen haben, das heißt viel Körperkontakt und liebevolles Herumtragen, aber auch ausreichen Ruhe in ihren Ruhephasen.

Wenn das untröstliche Weinen länger als 3 Monate dauert, wenn es die Familie belastet und man die eigenen Grenzen kommt ist es sehr sinnvoll Baby Ambulanzen aufzusuchen.


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