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Über Wünsche der Kinder und Sorgen der Eltern

von Birgit Tuscher

Etwa einem Drittel unserer Kinder steht – nach eigenen Angaben – ein Handy zur Verfügung. Erwartungsgemäß zeigen sich dabei große Altersunterschiede: Der Anteil der HandybesitzerInnen bei den 6- und 7-Jährigen liegt unter einem Zehntel, bei den 10-Jährigen verfügen bereits zwei Drittel über ein eigenes Handy (Quelle: 1. OÖ. Kinder-Medienstudie 2007, http://www.bimez.at). Kinder können damit unterwegs sein und dennoch verbunden bleiben – mit ihrem Zuhause, mit der Freundin oder dem Freund. Durch die Möglichkeit der flexiblen Tagesplanung und das angenehme Gefühl, ihre Kleinen immer erreichen zu können, profitieren von dieser Verbundenheit oftmals auch die Eltern.
Das Handy ist allgegenwärtig. Kein Wunder, dass heute schon jüngere Kinder den Wunsch nach diesem Multimediagerät entwickeln. Doch woher kommt das? Kinder lernen schon von Geburt an. Sie beobachten und ahmen vor allem ihre näheren Bezugspersonen nach – sie lernen am Modell. Auch hinsichtlich Mediennutzung spielt das eine bedeutende Rolle. Kinder, die schon sehr früh mitbekommen, dass ihre Eltern viel und beinahe allerorts telefonieren, betrachten diesen Umgang mit dem Gerät als etwas Normales. Wenn Eltern ihr Handy permanent dabei haben, und Erreichbarkeit ihren beruflichen wie privaten Alltag bestimmt, werden Kinder dieses Verhalten übernehmen und kein Problem darin sehen.

Kritisch wird es, wenn unreflektierte Handynutzung als Ersatzhandlung eingesetzt wird, um einem Problem oder einer unerwünschten Gefühlslage aus dem Weg zu gehen. Telefonische Erreichbarkeit kann zum Zwang werden. Wir halten uns mit ausgeschaltetem Handy insgeheim für verantwortungslos gegenüber Chefs oder Kunden. Oder wir befürchten, in der empfangsfreien Zeit wichtige Gelegenheiten zu verpassen. Oft angerufen zu werden, kann uns auch ein Gefühl der Bedeutung und Wichtigkeit vermitteln. Das Handy erlangt dabei in seiner Nutzung eine ähnliche Funktion wie das Rauchen einer Zigarette – man ist mit etwas Wichtigem beschäftigt und kann sich aus anderen, möglicherweise unangenehmeren, Dingen raushalten.

Auch Werbebotschaften versuchen massiv, uns als blöd hinzustellen, wenn wir nicht ständig mit der Zeit gehen. Doch im unkritischen Streben nach technischer Innovation kann sich eine Falle auftun: viel Zeit wird dafür aufgewendet, um ständig die neuesten Modelle in allen Funktionen kennen zu lernen. Jedoch längst nicht jedes mühevoll erkundete Update bringt wirklich eine Arbeitserleichterung – so manches bleibt Spielerei, die Möglichkeiten werden nicht genützt, nach dem großen Arbeitsaufwand bleibt ein Gefühl von Leerlauf.

Die Dynamik zwischen Vertragsbindung und Gratisgerät hat auch zu einem neuen Phänomen geführt – für viele Menschen ist das Handy der wertvollste Gegenstand, den sie täglich mit sich führen, ohne dass sie etwas für das Gerät bezahlen mussten. Diese Tatsache verleitet dazu, das Handy als Wegwerfprodukt zu betrachten, und diese Wegwerfmentalität fallweise auch auf andere elektronische Wertgegenstände zu übertragen – ein klassisches Konfliktthema zwischen Eltern und Kindern.

Ab welchem Alter ist ein Handy sinnvoll?

Bei Grundschulkindern (bis 10 Jahre) besteht bereits der Wunsch nach einem Handy, fraglich ist jedoch, ob es für Grundschulkinder notwendig ist. Kinder möchten durch den Handybesitz über ein Gerät verfügen, das sie dem Erwachsensein ein Stück näher bringt. Sie sind aber vor allem an den Spielen interessiert, die man mit dem jeweiligen Mobiltelefon spielen kann. Dabei wird gerade das Belohnungssystem unmittelbar angesprochen, ähnlich wie bei Computerspielen: Erledigt man eine Aufgabe gut, steigt man automatisch in den nächsten Level auf. Frustration kommt erst gar nicht auf, weil meist ein zweites oder drittes „Leben“ zur Verfügung steht. Hier wird zwar Bedienungsgeschick erlernt, nicht aber Problemlösung. In manchen Familien ist ein Handy schon im Grundschulalter notwendig, um die Organisation des Alltags zu bewältigen und Kindern Sicherheit „für den Notfall“ zu gewährleisten – auch wenn dieser Notfall gottlob selten eintritt, denn meistens sind es doch die Eltern, die ihre Kleinen anrufen und nicht umgekehrt. Hier ist Vorsicht vor dem Übermaß geboten – Kinder brauchen Freiräume, und das Handy sollte weder verlängerte Nabelschnur noch Spionagegerät sein. Auch aus Gründen der Strahlenbelastung sollte eine Handynutzung im Grundschulalter gut überlegt werden und an klare Bedingungen geknüpft sein.

Darauf können Eltern achten

Mit Kindern im Grundschulalter kann auch vereinbart werden, dass ein Handy dem Kind nur zur Verfügung gestellt wird und im Familienbesitz bleibt, also nicht getauscht, verkauft oder kaputt gemacht werden soll. Dieses Familienhandy dient der Kommunikation mit der Familie. Es sollten nur Telefonnummern von Personen gespeichert und angerufen werden, die Erziehungsberechtigter und Kind kennen.
Handys sind kein Spielzeug, sondern Wertgegenstände. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, was ein Handy leisten soll, und wählen Sie nach diesen Kriterien aus – dann können Sie ohne weiteres mehrere Jahre damit Freude haben. Vorteile zum Einstieg bietet ein Wertkartenhandy. Es zeigt klar auf, dass Telefonieren etwas kostet. Durch ein bestimmtes Kontingent wird bewusst, dass man sich die Telefonzeit selbst einteilen muss. Vereinbaren Sie mit ihrem Kind klare Ausschaltzeiten (Unterricht und Schule, Mittagessen, Abend und Nacht, Wochenende, Urlaub etc.). Nehmen Sie dies zum Anlass, auch Ihren eigenen Handygebrauch zu hinterfragen.

Ab dem Haupt- und Mittelschuleintritt nimmt die Bedeutung des Handys als Kommunikationsmittel zu. Vor allem das Empfangen und Versenden von Kurzmitteilungen (SMS) ist attraktiv, weil es kostengünstig erscheint und jederzeit lautlose Kommunikation erlaubt. Langeweile wird überbrückt, indem man mit dem Handy Musik anhört, Fotos oder Videos anschaut oder den neuesten Klingelton vorführt. Kosten kontrollieren, auf Tricks und Betrügereien nicht hereinzufallen und das Sperren von unliebsamen Sonderdiensten ist in dieser Altersstufe besonders wichtig. Im Umlauf sind außerdem Inhalte, die aus Sicht des Jugendschutzes Probleme bereiten können. Sie als Eltern sollten darüber mit Ihrem Kind im Gespräch sein. Als Faustregel gilt: alles was im richtigen Leben beleidigend, sexistisch, abstoßend oder verboten ist, gilt auch für die Handywelt. Das Handy ist grundsätzlich ein wichtiges  Kommunikationsmittel, mit dem ein verantwortungsbewusster Umgang gelernt werden muss. Dieser will zunächst selbst erarbeitet werden, indem man sich über diverse Funktionen und Möglichkeiten ausgiebig informiert und diese dann dem Kind weiter vermittelt. Ein Handybesitz ist hauptsächlich abhängig von der Notwendigkeit des Gebrauches und sollte bei Kindern unter 10 Jahren eher die Ausnahme sein als die Regel.


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