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Unerfüllter Kinderwunsch – Was tun?

von Dr. Susanna Rupp

Paare, die sich mit einem unerfüllten Kinderwunsch auseinandersetzen, gehen auf die unterschiedlichste Weise mit dieser Situation um. Monat für Monat wird gewartet, ob es nicht doch vielleicht zur ersehnten Schwangerschaft kommt – manchesmal zu lange. Leider widmen sich viele Paare in den fruchtbarsten Jahren ihres Lebens mit dem Aufbau einer gesicherten Karriere und Existenz und erst nach Erreichen dieser Ziele wird der Kinderwunsch akut. Wenn dann aber die Frau bereits 38 Jahre oder älter ist, sinken die Chancen auf ein eigenes Kind von Jahr zu Jahr.
Andere Paare wieder reagieren sofort und versuchen der Ursache auf die Spur zu kommen. Oft gibt es auch schon Vorgeschichten, z. B. das Fehlen der Eileiter oder Unterbindungen, die eindeutig keine weitere Schwangerschaft zulassen und wenn dann nach Jahren in einer neue Partnerschaft der Wunsch nach einem Kind wieder wächst, dann ist dies nur mehr durch die künstliche Befruchtung möglich.

Frauen, die als Mädchen Eileiterentzündungen gehabt haben und schon länger als 2 Jahre auf ein Kind warten, Frauen die vor der Regel Krämpfe haben und noch nicht auf Endometriose untersucht worden sind und deren Schilddrüse noch nicht untersucht worden ist, sollten bei Kinderwunsch auf keinen Fall zuwarten. Eine gynäkologische Untersuchung und eine Spermienuntersuchung sind zur Erstabklärung unumgänglich. Erst dann kann man fundiert sagen, welche Gründe vorliegen.

Nachdem die Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch zur Hälfte bei der Frau und zur Hälfte beim Mann liegen und 20 % aller Fälle ungeklärt sind, liegen die Entscheidungen über die weiteren Vorgangsweisen bei beiden Partnern gemeinsam, wobei beobachtet wird, dass die treibende Kraft dabei oft die Frauen sind, die auch öfter als notwendig die „Schuld“ auf sich nehmen.

Medizinische Behandlung – IVF (In vitro Fertilisierung)

Mit dem Meilenstein des 1. IVF Babys vor 30 Jahren (bis heute wurden schon mehreren Millionen Kinder geboren) begann eine Entwicklung, die konsequent bis heute fortgesetzt und noch lange kein Ende gefunden hat.

In Österreich gibt es seit dem Jahre 2000 einen IVF-Fond, der 70 % der Kosten übernimmt. Maximal 4 Versuche, wenn die Frau unter 40 und der Mann unter 50 ist, beide in Österreich sozialversichert sind und gesicherte medizinische Indikationen vorliegen, werden bezahlt. Diese sind verschlossene Eileiter, Endometriose, Polycystische Ovarien und schlechter Samenbefund.

Nach einer hormonelle Vorbehandlung folgt die Punktion der Eierstöcke. Die Insemination wird bei schlechtem Samenbefund mit ICSI Methode gemacht. Nach der Befruchtung und Teilung der Zellen erfolgt der Embryotransfer zurück in die Gebärmutter am 3. oder 5. Tage nach der Punktion. Es besteht außerdem die Möglichkeit Embryonen einzufrieren und zu einem späteren Zeitpunkt zu transferieren.

In unserem Institut geben wir uns besonders viel Mühe, dem Patientenpaar vor der Behandlung ausreichend Information zu geben. Außerdem fühlen sich unsere Patienten in einer entspannten Atmosphäre gut aufgehoben und gut betreut, besonders wichtig dabei ist, dass die Patienten jederzeit Information über den Behandlungsverlauf erhalten und immer Zeit für ein Gespräch bleibt.

Die gute Lösung

Paare, die sich vor einer IVF-Behandlung mit dem Loslassen des Kinderwunsches auseinandergesetzt haben, die sich Zeit genommen haben, um ihre Partnerschaft zu festigen und sich gemeinsamen Ziele für die Zukunft gesteckt haben, übernehmen die Verantwortung für ihr Leben selbst und übergeben dies nicht einer medizinischen Institution.
Es gelingt ihnen besser sich auf die Behandlung einzulassen und nicht vorhersehbare Ereignisse können mit Geduld und Vertrauen bewältigt werden.

Optimal wäre in allen Fällen eine Rückschau in die eigene Lebensgeschichte, die Kindheit und Familiengeschichte und das Finden von Kraftquellen und innerer Sicherheit vor einer medizinischen Behandlung. Das Loslassen und Entspannen wirkt sich in jedem Fall positiv auf die Zellen und Organe des Menschen aus und immer mehr Paare kommen auf diese Art vorbereitet und gestärkt zur IVF-Behandlung.

Alternativen

Die Auseinandersetzung mit Alternativen setzt eine Beschäftigung mit dem Loslassen des Kinderwunsches voraus.
Nicht immer ist die medizinische Behandlung für das Paar die optimalste Lösung. Individuelle Entscheidungen für ein Adoptivkind, ein Pflegekind oder ein Leben ohne Kinder, mit neuen Aufgaben und Zielen für die Partnerschaft sind ganz besonders zu respektieren.

Loslassen vom Kinderwunsch

Der schmerzlichste Weg ist der des Loslassens. Sei es durch das Alter der Frau, durch gescheiterte Versuche oder durch das Annehmen der Situation. Die Kunst mit solchen Situationen umzugehen liegt im Erkennen einer Herausforderung fürs Leben. Oft werden Entwicklungen erst durch schmerzliche Erfahrungen eingeleitet. Es eröffnen sich neue Chancen, die uns letztlich sehr nützen, um neue Prozesse in Gang zu bringen und den Blick für neue Perspektiven im Leben zu öffnen.

„Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber man muß es vorwärts leben“ Kirkegaard


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