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Vom ersten Wort zur fließenden Sprache

von Christine Kügerl

Wenn Kinder das erste Wort sprechen, haben sie schon einige Schritte ihrer Sprachfähigkeit entwickelt. Diese Fähigkeit ist bei jedem Kind grundgelegt und entfaltet sich in einer bestimmten Reihenfolge und im individuellen Entwicklungstempo. So sprechen einige Kinder die ersten drei Wörter bereits mit 11 Monaten, die meisten Kinder können dies bis 18 Monate und einige verfügen erst mit 2 Jahren über diesen Wortschatz. Das Entwicklungstempo ist von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. Eltern können dies nicht beschleunigen, sie können jedoch viel dazu beitragen, dass das Kind seine Fähigkeiten optimal entfaltet.
Sprache lernt man durch Sprechen und dies geschieht am Besten in einer liebevollen Beziehung. Eltern freuen sich ganz spontan, wenn sie ihr Kind plaudern hören und schließlich das erste Wort über die Lippen kommt. Diese Freude ist ein wichtiger Motor für die Weiterentwicklung beim Kind. Das Kind merkt die Freude der Eltern und ist begierig seinen Wortschatz zu erweitern. Wenn es die Wohnung erobert, etwas Neues findet oder sich im Freien etwas weiter weg bewegt, blickt es immer wieder zu Mama und Papa zurück. Im Gesichtsausdruck erkennt es dann Zustimmung oder Warnung der Eltern. Gleichzeit sagen die Eltern z.B.: „ja, der Ball ist unter die Bank gerollt. Du kannst ihn da herausholen.“ Oder sie verneinen die weitere Erkundung mit einer kurzen Begründung. In diesen häufigen kurzen Alltagssituationen lernen Kinder Zusammenhänge zu verstehen und zu benennen. Dieser „Rückversicherungsblick“ des Kindes ist somit von großer Bedeutung und soll von Eltern bei jeder Gelegenheit beantwortet werden.
Kleinkinder setzten die Körpersprache ein, um die Welt zu verstehen und ihren Wortschatz zu erweitern. Sie zeigen mit dem Finger auf Gegenstände und ergänzen diese Zeigegeste bald mit einem Laut und schließlich mit: „was?“ oder „is`n?“ (was ist das?). Eltern verstehen diese Fragen intuitiv und beantworten sie immer wieder. Schließlich benennt das Kind selbst die Gegenstände, hat jedoch oft noch einen fragenden Blick, so nach dem Motto: „habe ich das nun richtig verstanden, bzw. richtig gesagt?“ Mütter und Väter wiederholen dann meist das Wort des Kindes in verständlicher Sprache. So zeigen sie ihrem Kind, dass sie es verstehen und es sich auszahlt zu sprechen. Kinder wiederholen Wörter von selbst immer wieder, bis ihre Aussprache dem Gehörten entspricht.
Schließlich beginnen Kinder zwischen 3 und 4 Jahren mit den Warum-Fragen. Sie wollen nun nicht nur wissen wie etwas heißt und „was das ist“, sondern auch Hintergründe erfahren. „Warum ist das so?“ Auch bei Alltagssituationen wird laufend diese Frage gestellt. Z.B.: Fordert der Papa Lena auf: „stell` die Schuhe ins Regal!“ Lena: “warum?“ Papa: „damit niemand darüber stolpert.“ Lena will nicht frech sein und die Aufforderung ablehnen. Sie will wissen, warum man das so macht. Manchmal fragen Kinder den Eltern fast „Löcher in den Bauch“. Mit dieser Hartnäckigkeit fördern Kinder die Erweiterung ihrer sprachlichen Fähigkeiten und ihres Wissens. Eltern benötigen nun Geduld, die Freude ihren Kindern die Welt natürlich (nicht wissenschaftlich) zu erklären und zeitweise auch Phantasie.
Neben der Umwelt wird auch die innere Welt des Menschen erforscht. In der Kleinkindzeit spüren Kinder heftige Gefühle von Freude aber auch Wut, Verzweiflung, Trauer und Angst. Sie toben und schreien und können diesen Sturm im Bauch oft noch nicht in Worte fassen. Auch hier hilft es, wenn Eltern den Gefühlen einen Namen geben, z.B. hüpft Maria fröhlich herum und der Papa meint: „oh, das freut dich aber!“ Gabi kommt nicht in ihren Schuh hinein und wirft diesen zornig auf den Boden. Die Mama meint: „oh, das ärgert dich.“ Die der Ton von Papa und Mama spiegelt zusätzlich das Gefühl des Kindes wieder. So fühlen sich Kinder verstanden und bekommen gleichzeitig Unterstützung um auch Gefühle in Worte fassen zu können.
Neben dem Wortschatz entwickeln Kinder die Grammatik. Im zweiten Lebensjahr bilden sie Zwei-Wort- und schließlich Drei-Wort-Sätze. Jetzt haben sie genug Wörter um sich die Grammatik der Muttersprache aneignen zu können. Sie hören gerne zu und sprechen ganz natürlich Wörter, Sätze und Reime nach. Im vierten Lebensjahr kommt das Zeitverständnis dazu und Kinder beginnen von heute, gestern und morgen zu sprechen. Sie beginnen mit Wörtern zu spielen, wie mit Bausteinen und schließlich erfinden sie eigene Ausdrücke und Satzstellungen. Manchmal sind die Gedanken so schnell, dass der kleine Mund nicht mit kann und das Kind zu stottern beginnt. All das sind Zeichen vom intensiven Wunsch des Kindes immer mehr sprechen zu können. Mama und Papa können diesen Wunsch gut begleiten, in dem sie aufmerksam zuhören, wenn das Kind etwas erzählt. Bei falscher Aussprache oder Grammatik genügt es, wenn das Wort bzw. der Satz von den Eltern richtig wiederholt wird. Dies geschieht jedoch nicht belehrend, wie im Sprachunterricht, sondern ganz natürlich im Gesprächsverlauf. Z.B. erzählt Max ganz aufgeregt: „der Bagger Erde aufgeladen hat.“ Und die Mama antwortet: „ach so, dann hat der Bagger die Erde aufgeladen.“ „Ja, und dann…“ erzählt Max weiter. Auf diesem natürlichen Weg erlenen Kinder mit Begleitung ihrer Eltern und durch gemeinsame Erlebnisse in Familie und Kindergarten den notwendigen Wortschatz und die Grammatik sowie die Fähigkeit eigene Ideen anderen verständlich zu machen. Sie können schließlich verhandeln und Spielideen mit anderen abstimmen sowie kleine Konflikte mit Worten lösen.
Mutter und Vater können viel für die Entwicklung von Sprachverständnis, Aussprache und Kommunikationsfähigkeit ihres Kindes tun:

  • Freuen Sie sich über und mit ihrem Kind.
  • Hören Sie ihm zu und antworten Sie.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über das, was das Kind interessiert.
  • Geben Sie Antworten auf Zeigefragen, Was- und Warum-Fragen.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind, aber reden Sie nicht ständig auf Ihr Kind ein.
  • Nützen Sie den Familienalltag mit seinen vielfältigen „Vokabeln“ und Tätigkeiten für die Sprachentwicklung.
  • Nützen Sie z.B. Wartezeiten für Fingerspiele, Reime und Wortspiele.
  • Schauen Sie gemeinsam Bilderbücher an und lesen Sie dem Kind vor.
  • Sprechen Sie über Gefühle, Ideen, Wünsche und Vorhaben ebenso selbstverständlich wie über sachliche Informationen.
  • Korrigieren Sie Ihr Kind nicht bei Sprachfehlern, sondern wiederholen Sie das Gesagte richtig und verständnisvoll.
  • Suchen Sie eine Fachkraft auf, wenn Sie sich Sorgen machen.
  • Machen Sie sich bewusst, dass Kinder ganzheitlich lernen und Spiel, Spaß und Humor wahre „Entwicklungsvitamine“ sind.

„So lernt mein Kind sich auszudrücken“ von Christine Kügerl; zu bestellen bei: kuegerl.christine@aon.at; Kosten 4,-€ inklusive Versand


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