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Vorbereitung auf Geburt und Elternwerden

von Beate Reiß

Nichts ist persönlicher als ein Kind zu erwarten, zu gebären.

Die Schwangerschaft ist für die meisten Mütter und Väter eine Zeit, die geprägt ist von vielen Fragen und intensiven Empfindungen. Eine Zeit des Überganges und der Neuorientierung. Freude wechselt sich ab mit Zweifeln. Sie beschäftigen sich verstärkt damit, was da bei der Geburt wohl auf Sie zukommt und wie Sie all den Anforderungen, die der neue Lebensabschnitt mit sich bringen wird, gerecht werden können. Wie werde ich als Mutter, als Vater sein? Welche Auswirkungen wird ein Baby auf die Partnerschaft haben?

Wie möchten sie sich auf die Geburt vorbereiten?

Einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen ist eine gute Möglichkeit sich auf die Geburt und die Zeit danach vorzubereiten. Umfassende und ganzheitliche Kurse betreffen nicht nur die Geburt, sondern sind auch eine Begleitung in der Schwangerschaft und eine Vorbereitung auf das Leben mit einem Kind. Anbieter dieser Kurse sind v.a. Elternbildungseinrichtungen, Eltern-Kind-Zentren, Hebammen, Beratungsstellen. Sie treffen dort auf Frauen/Paare in der gleichen Situation. Es gibt genügend Zeit für Informationen und ihre speziellen Fragen rund um Geburt und Elternwerden. Erfahrungsaustausch als Paar und in der Gruppe über die Gefühle, die durch die Veränderung ausgelöst werden,nimmt einen wichtigen Platz ein. Körperwahrnehmung und Atem- und Entspannungsübungen unterstützen Sie in ihrer Kompetenz als werdende Eltern und stellen Sie mit ihrer Selbstwahrnehmung und Eigenverantwortung in den Mittelpunkt.

Überlegen Sie sich welchen Kurs Sie bevorzugen, auf welchen Schwerpunkt Sie Wert legen: ganzheitliche Geburtsvorbereitung, Infovermittlung, Gymnastik, Entspannung…. In welcher Gruppenzusammensetzung würden Sie sich wohl fühlen: Paare, Frauen, Alleinerziehende, Mehrgebärende? Oder entspricht ihren Bedürfnissen eher eine individuelle Begleitung durch Hebamme, Geburtsbegleiterin, Psychologin…?

Vorbereitung in der Partnerschaft

Frauen und Männer erleben eine Schwangerschaft aus unterschiedlichen Perspektiven. Schwangere Frauen werden zwar durch die körperlichen Veränderungen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt häufig an ihr Baby erinnert. Psychische und soziale Veränderungen und Fragestellungen beschäftigen aber Männer wie Frauen.
Bleiben Sie im Gespräch, teilen Sie ihre Gedanken, Freuden und Ängste dem Partner/der Partnerin mit und suchen sie nach Wegen, wie ihre unterschiedliche Wahrnehmung ihr Zusammensein bereichern kann. Besprechen Sie auch wie sich ein Baby voraussichtlich auswirken wird. Wie stellen Sie sich ihre Partnerschaft, Aufteilung der anstehenden Arbeiten und Pflichten vor? Welche Wünsche und Absichten gibt es bezüglich der Aufteilung von Familienarbeit und Erwerbsarbeit?

Kontakt zum Baby

Bereits vor der Geburt macht sich ein Baby im Leben der Mutter/des Vaters bemerkbar. Es zeigt wenn es sich wohl fühlt und signalisiert auch wenn es etwas bspw. eine bestimmte Musik nicht mag. Es kann sein, dass Sie im Tagesablauf sehr beschäftigt sind und wenig davon wahrnehmen. Vielleicht mögen Sie aber deshalb den Abend umso mehr zur Kontaktaufnahme mit dem Kind nützen. Streicheln, reden und singen Sie, was immer ihnen einfällt um ihr Kind in Ihr Leben einzubeziehen.
Es ist auch möglich, dass Sie ihrem Kind gegenüber sehr ambivalente Gefühle haben. Ungeplante Schwangerschaft, (materielle) Sorgen die Zukunft betreffend, Unsicherheit bezüglich der neuen Rolle als Mutter/Vater… können dazu führen. Erlauben Sie sich diese Gefühle und suchen Sie nach Möglichkeiten darüber zu sprechen oder Entlastung und Unterstützung z.B. in einer Beratungsstelle zu erfahren.

Welcher Geburtsort entspricht ihren Bedürfnissen und Notwendigkeiten?

Ein Kind zu gebären ist ein sehr intimes, intensives Erlebnis. Wo möchten Sie Ihr Baby gebären, wie soll es empfangen werden? Welche Rahmenbedingungen geben ihnen Sicherheit und ermöglichen Ihnen Ihrer Kraft zu vertrauen, sich gehen zu lassen: Klinik, Sanatorium, Geburtshaus, Hausgeburt? Sie können die unterschiedlichen Einrichtungen und Angebote bei Informationsveranstaltungen kennen lernen bzw. nach Absprache den Kreissaal besichtigen. Vielleicht hilft es Ihnen eine Liste zu machen, was Ihnen bei der Geburt und unmittelbar danach wichtig ist bzw. was sie noch fragen möchten?
Einige Fragen zur Anregung:

  • Wenn möchten Sie dabei haben?
  • Wie wollen Sie mit Schmerzen umgehen?
  • Was möchten Sie mitnehmen?
  • Welche Möglichkeiten Ihr Kind zu gebären, möchten sie zur Verfügung haben?
  • Wie soll das Baby empfangen werden
  • Was wünschen Sie sich für die Stunde nach der Geburt?
  • Legen Sie Wert auf Rooming in oder eigenes Kinderzimmer?
  • Wieviel Wert legen Sie auf eine Kinder-Intensivstation?
  • Welche Routinemaßnahmen werden durchgeführt?
  • Welche Medikamente werden verabreicht bzw. welche Alternativen werden angeboten?
  • Wie wird das Stillen unterstützt?

Welche psychische Unterstützung wünschen sie sich?

Möchten Sie als werdende Mutter eine vertraute Person bei der Geburt dabei haben – die für Sie da ist und Mut zuspricht? Wie möchten sie als werdender Vater ihre Partnerin bei der Geburt begleiten und unterstützen? Eine Begleitperson kann auf jeden Fall dabei sein. Begleitung kann durch den Partner, eine gute Freundin, die Mutter oder einer „Doula“ – erfolgen. Doulas (Dienerin der Frau) werden z.T. von Eltern-Kind-Zentren angeboten mit dem Ziel, die ganze Kraft und Aufmerksamkeit zum Wohle der Gebärenden einzusetzen. Zahlreiche Studien bestätigen die positive Wirkung auf den Geburtsverlauf bei Anwesenheit einer liebevollen Begleitung.

Was soll in ihren Klinikkoffer?

Es kann Sie gegen Ende der Schwangerschaft entlasten, wenn Sie wissen, dass für den „Klinikkoffer“ alles gerichtet ist. Im Idealfall haben sie schon zuvor die Klinik, das Sanatorium oder das Geburtshaus aufgesucht und alle Anmeldeformalitäten erledigt. Also benötigen Sie hauptsächlich nur mehr Dinge, die zu Ihrer Entspannung beitragen können, Sie ablenken und Ihnen gut tun beispielsweise:
Mutterkindpass, Lieblings T-Shirt, Lippencreme, Massageöl, CD´s (Walkman), warme Socken, Haargummi, Bücher, Zeitschriften, Spiele, Kreuzworträtsel, aufknöpfbare Nachthemden, Still Bh`s, ….
Für den Weg nachhause benötigen Sie bequeme Kleidung (nicht zu eng, es dauert noch einige Zeit bis die Kleidungsstücke vor der Schwangerschaft wieder passen), Babykleidung, Babysitz für`s Auto.

Wann müssen sie in die Klinik?

Ebenso wie die Schwangerschaft von Frau zu Frau unterschiedlich erlebt wird – wird auch die Zeit ab Geburtsbeginn unterschiedlich ablaufen und erlebt werden. Der Geburtstermin ist ein Anhaltspunkt – wenige Babys kommen zum errechneten Zeitpunkt. Zu ihrer Entlastung könnten Sie in ihrem näheren Umfeld einen vagen, späteren Geburtstermin angeben, damit Sie wenn das Baby länger braucht nicht von lästigen Fragen gestresst oder irritiert werden. Zeichen für den Geburtsbeginn sind Wehen die stärker werden und in immer kürzeren Abständen kommen. Solange Sie sich wohl fühlen, keine heftigen Wehen haben, gehen Sie am Besten dem „normalen“ Tagesablauf nach oder versuchen nachts noch weiter zu schlafen. Begleitet kann der Geburtsbeginn mit dem Abgehen des Schleimpfropf, Durchfall, Rückenschmerzen, Ziehen oder Druckgefühl in der Vagina werden. Der passende Zeitpunkt zum Abfahren ist dann, wenn Sie sich zuhause nicht mehr wohl fühlen oder bei Blasensprung, da müssen sie gleich in die Klinik. Muttermundwirksame Wehen dauern ca. 50- 90 sec. Die Begleitperson/FahrerIn kann es entlasten, wenn die Strecke zum Geburtsort auch bei Hauptverkehrszeit abgefahren wurde, „Schleichwege“ und Parkmöglichkeiten bekannt sind.

Wie wollen sie die Zeit des Wochenbettes gestalten?

Nicht umsonst wird die erste Zeit nach der Geburt eines Kindes Wochenbett genannt. Eine Zeit der Umstellung, der Neuorientierung des einander Kennenlernens. Das braucht Zeit und einen geschützten Rahmen mit neuen Prioritäten. Genießen Sie diese Momente, indem sie ihr Tempo zurückschrauben, Hauhalt Haushalt sein lassen, als Vater wenn möglich Urlaub nehmen, angebotene Hilfe zur Entlastung aus dem Umfeld annehmen. Entscheiden Sie selbst, wer Sie wann besuchen darf. Zahlreiche Besuche in guter Absicht in den ersten Tagen und Wochen können sich störend auf den Prozess des „Miteinander-vertraut-werdens“ auswirken. Der Vater oder eine andere nahestehende Person könnte die Koordination der BesucherInnen übernehmen.
Möglicherweise erleben Sie die erste Zeit die mit Baby anstrengender als erwartet, scheuen Sie sich nicht bei Fragen und Unsicherheiten Beratung anzunehmen.


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