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Welche Möglichkeiten gibt es?

von Mag. Anna Bogner-Gombotz

Elternbildung
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Das Baby/Kleinkind vorbereiten

Das Kind sollte nicht völlig unvorbereitet mit dem nächtlichen Abstillen konfrontiert werden. Du kannst schon vor dem nächtlichen Abstillprozess einiges tun, um es deinem Kleinkind später etwas leichter zu machen:

  • Tagsüber: Es wird euch das nächtliche Abstillen erleichtern, wenn das Kleinkind tagsüber schon unterschiedliche Möglichkeiten kennt, wie es in den Schlaf finden kann (Autofahren, Kinderwagen, Tragehilfe/Tragetuch, Babyhängematte,…). Wird das Baby tagsüber ebenfalls ausschließlich gestillt zum Einschlafen, bedeutet das erschwerte Bedingungen für das nächtliche Abstillen. Es ist daher ratsam damit zu beginnen, tagsüber andere Einschlafgewohnheiten zu etablieren, falls es diese noch nicht gibt.
  • Nachts: Bei mir und meinem Sohn kam es schon vor dem nächtlichen Abstillen einige Male (vielleicht 4-6 Mal) zu Situationen, wo ich ihn einfach nicht nach einer halben Stunde schon wieder stillen wollte und ich ihm dann die Brust vorenthalten habe. Dann hat er es auch irgendwie nach einer Zeit geschafft einzuschlafen. Die Situation, nachts im Bett ohne Milch wieder einzuschlafen zu müssen, war also dann beim nächtlichen Abstillen nicht mehr ganz neu für ihn, weil er es schon ein paar Mal geschafft hatte.
  • Übergangsobjekte schaffen: Du kann deinem Kind immer beim Stillen tagsüber und beim Einschlafstillen am Abend ein Kuscheltier, ein Kuscheltuch oder ähnliches angewöhnen, das immer beim Stillen dabei ist. Später verbindet es dann, wenn es nicht mehr gestillt wird, mit diesem Objekt dieses, wohlige schöne Gefühl und kann sich vielleicht besser beruhigen. Das könnte auch ein Lied, das du singst oder eine bestimmte Musik sein, die du immer beim Stillen abspielst. 
  • Mit dem Kind sprechen: Wenn der Tag des nächtlichen Abstillens näher rückt, kannst du deinem Kind auch schon erzählen, dass ihr bald nachts nur mehr ohne Busen schlafen werdet. Erkläre ihm, warum du nachts abstillen möchtest.  Weil du tagsüber besser ausgeruht sein möchtest, damit ihr viel spielen könnt, oder weil das Kind schon so groß ist und das bestimmt schon alleine kann.
  • Wenn es dann konkret wird und ihr mit dem Abstillen beginnt, ist es wichtig, dass das Kind richtig satt ist vor dem Schlafengehen und gut gegessen hat, damit die Chance, dass es nachts tatsächlich Hunger hat, gering gehalten wird.

 

Variante 1: Mit einer nächtlichen Stillpause beginnen (ähnlich dem Abstillen nach Gordon)

Eine nächtliche Stillpause bedeutet, dass du dein Baby über einen gewissen, fix festgelegten Zeitraum in der Nacht nicht mehr stillst. Bei jungen Kindern (um den 1. Geburtstag) kann mit einer Stillpause von z.B. 4 Stunden begonnen werden. So sieht das konkret aus: Es wird festgelegt, dass zwischen 23 und 3 Uhr Früh nicht mehr gestillt wird. Wacht das Baby davor oder danach auf, wird es normal gestillt. Wichtig ist es hier, dem Baby dieses Zeitfenster „sichtbar“ zu machen. Das kann z.B. ein kleines, dunkles Nachtlicht sein, das in der stillfreien Zeit ausgeschaltet wird. Das Baby erkennt somit: Brennt die Lampe, darf ich stillen, ist es dunkel, muss ich ohne Milch weiterschlafen. Die meisten Kinder können sich in einem Zeitraum von ein bis zwei Wochen gut an diese neue Schlafsituation gewöhnen. Der Zeitraum kann in den nächsten Wochen/Monaten nach und nach ausgedehnt werden, bis irgendwann die ganze Nacht stillfrei ist.

Diese Methode finde ich für junge Kinder sinnvoll, weil die Umstellung auf eine milchfreie Nacht nicht zu schnell passiert, die Mutter aber trotzdem zu erholsamerem Schlaf kommt Für Kinder ab ca. 1,5 oder 2 Jahren, finde ich auch das gänzliche Abstillen nachts in einem Schritt gut vertretbar.

 

Variante 2: Gänzliches Abstillen in der Nacht

Bei dieser Variante, wir das Kleinkind sofort gänzlich abgestillt in der Nacht. Für das Kind bedeutet das daher: Nachts muss ich ab jetzt ohne Milch wieder einschlafen, wenn ich aufwache. Wird das Kind in der Nacht wach, müssen nun andere Wege gefunden werden, wie das Kind wieder zur Ruhe finden und einschlafen kann. Aber auch hier ist es möglich das Ziel in Etappen zu erreichen, nur dass der Zeitraum schneller ausgedehnt wird, je nachdem wie schwierig und anstrengend es für euch läuft oder eben nicht: Seid ihr alle in der ersten Nacht um 3 Uhr früh schon so erledigt, weil das Kind schon 5 Mal wach wurde und jeweils viele geweint hat und lange gebraucht hat bis es wieder einschläft, könnt ihr es für die erste Nacht auch gut sein lassen und wieder stillen. In der zweiten Nacht wird sich das Kind vielleicht schon ein bisschen leichter tun und ihr könnt das Zeitfenster auf 5 Uhr ausdehnen, wenn alle genug Kraft haben. In der dritten schafft ihr es vielleicht schon bis zum Aufstehen.  Auch hier ist es sinnvoll, für das Kind einen Anhaltspunkt zu schaffen an dem es sich orientieren kann, ab wann es wieder stillen darf, wenn die Mutter nur nachts abstillen möchte. Bei uns war das Zeichen für meinen Sohn ganz einfach: „Wenn es draußen hell ist, und die Sonne wieder scheint“ darf er wieder trinken. 


Weiterhin Einschlafstillen, und Kuschelstillen am Morgen? Ja oder nein? 

Hierfür gibt es keine klaren Regeln, sondern dies kann gestaltet werden, wie es für die jeweilige Familie passt. 

Ich kenne viele Familien, bei denen es gut funktioniert, dass das Kind zwar in der Nacht nicht mehr gestillt wird, jedoch weiterhin einschlafgestillt wird. 


Eine andere Sichtweise geht in die Richtung, dass es für das Kind einerseits einfacher ist in der Nacht wieder ohne Busen in den Schlaf zu finden, wenn das Einschlafen am Abend auch ohne Stillen klappt und dass es insgesamt konsequenter ist, das Schlafen generell vom Stillen zu trennen.

Soll das Einschlafstillen abgewöhnt werden, ist es sinnvoll am Anfang unmittelbar vor dem Schlafengehen noch einmal zu Stillen, nur dass das Kind dabei nicht mehr ganz einschlafen darf. Dies hat den Vorteil, dass die Vorteile des abendlichen Stillens, nämlich dass das Baby sich beruhigt und schläfrig wird, weiterhin genutzt werden können.

Dies kann auch auf unterschiedlichen Wegen umgesetzt werden: Das Kind kann beispielsweise abends in einem anderen Zimmer gestillt werden, bevor es zum Schlafen ins Schafzimmer gebracht wird. Oder die Mutter setzt sich mit dem Kind auf einen bequemen Stuhl im Schlafzimmer und legt sich anschließend mit ihm ins Bett. So haben wir es gemacht und so wurde die abendliche Stillmahlzeit bei uns zur „Sesselmilch“. Ihm war nach einigen Tagen klar: „Jetzt gibt es Sesselmilch und schlafen kann er schon ohne Milch, weil er so groß ist und die andere Brust kommt erst dran, wenn es draußen hell ist und die Sonne scheint“.

Das morgendliche Stillkuscheln, das uns Müttern oft noch eine halbe Stunde oder Stunde mehr Schlaf beschert, ist für viele Stillpaare die letzte Stillmahlzeit, die noch längere Zeit beibehalten wird und beeinträchtigt das nächtliche Abstillen nicht.

Und nun kommen wir zur Frage der Fragen:

 

Wie kann das Kleinkind zum Weiterschlafen gebracht werden?

Nun ja, weiterschlafen bzw. wieder einschlafen kann dein Kind nur selbst wieder. Ihr als Eltern könnt es dabei unterstützen (wieder) zur Ruhe zu kommen und eine Atmosphäre zu schaffen, in der es sich wohl und geborgen fühlt. Wichtig ist es, dass ihr dabei ruhig und emphatisch bleibt und das Kind nicht alleine lasst. 

Geht dabei nach dem Motto vor: Weniger ist mehr! Eure Versuche, das Baby wieder zum Schlafen zu bringen sollten nicht zu sehr ausufern, denn was habt ihr davon, wenn ihr in Zukunft das Baby auf dem Pezziball hüpfend oder im Auto fahrend wieder zum Schlafen bringen müsst? Es soll ja lernen, eigenständig, ohne andere Hilfsmittel, einzuschlafen.

Hier einige Anregungen:

  • Vielleicht hilft eurem Kind ein Ersatzobjekt (siehe weiter unten: Das Baby vorbereiten)
  • Das Baby liegend im Arm halten und mit ihm kuscheln
  • Leise singen
  • Streicheln
  • Im Arm halten und wiegen
  • Eine bekannte Spieluhr oder Musik einschalten
  • Ein Nachtlicht/Projektor, bei dem das Baby zusehen kann
  • Im Zimmer auf und ab tragen bis es sich beruhigt hat
  • Wenn es keinen Körperkontakt möchte, einfach bei ihm sein und da sein.

 

Das Weinen des Kindes aushalten und begleiten

Ein weinendes Baby durch seine Emotionen zu begleiten kann sehr anstrengend und belastend sein. Wenn die Mutter das Weinen des Babys schlecht aushält und selbst unruhig und angespannt dabei wird, ist es besser, wenn der Vater das Baby beruhigt. Die Mutter kann beispielsweise einen kurzen nächtlichen Spaziergang machen. 

Oft werde ich gefragt, wie lange es denn vertretbar ist, dass das Kind weint (natürlich immer von den Eltern begleitet, niemals alleine weinen lassen!). Dafür gibt es keine Regel, da kann ich immer nur empfehlen auf das eigene Gefühl zu hören. Ihr wisst, wie es eurem Kind geht! Ist es gerade sehr wütend? Oder schon völlig verzweifelt? Schreit es durchgehend? Oder beruhigt es sich zwischendurch immer wieder einmal kurz? Kann es sich in diesem Zustand überhaupt noch selbst beruhigen?

Für manche Eltern ist der Punkt nach 15 Minuten erreicht, für manche nach einer Stunde. Hört dabei auf euer Gefühl. Und es ist völlig in Ordnung, abzubrechen und das Kind doch wieder zu stillen, wenn ihr das Gefühl habt, dass es einfach nicht mehr passt und keinen Sinn mehr hat. Ihr könnt morgen wieder anfangen!

 


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