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Doppelresidenz – Eine sinnvolle Option

Im Rahmen eines Pilotprojekts an der Fakultät für Psychologie der Universität Wien wurden mehrere Teilstudien zum sogenannten „Doppelresidenzmodell“ durchgeführt.
Nach einer Scheidung, von der auch gemeinsame Kinder betroffen sind, besteht neben der alleinigen Obsorge eines Elternteils in Österreich seit ca. 10 Jahren auch die Möglichkeit, dass beide leiblichen Eltern weiterhin die Obsorge (ganz oder eingeschränkt) behalten (KindRÄG 2001). Die Einführung dieser damals neuen Option entsprach den gesellschaftlichen Veränderungsprozessen um die Jahrtausendwende in Österreich, speziell dem sich wandelnden Rollenverständnis von Müttern und Vätern und den damit einhergehenden sich verändernden Bedürfnissen und Anliegen, wenn auch bei weitem nicht aller betroffenen Mütter und Väter. Dieses Angebot einer geteilten Obsorge beider Elternteile hat sich inzwischen etabliert und (wie z.B. in einer umfassenden Evaluation nachgewiesen) auch bewährt, insbesondere zum Wohl der betroffenen Kinder. Auch im Fall einer geteilten Obsorge muss nach einer elterlichen Scheidung entsprechend der geltenden österreichischen Gesetzeslage allerdings ein hauptsächlicher Aufenthaltsort für das Kind („Heim erster Ordnung“) festgelegt werden. Als Begründung wurden und werden zumeist vor allem die für Kinder gerade in dieser Situation notwendige Stabilität der Wohnsituation und die Idee, Kinder durch dieses Setting aus den elterlichen Konflikten besser heraushalten zu können, angeführt. Alternative Modelle, wie insbesondere das Modell der „Doppelresidenz“ bzw. das „Wechselmodell“, wonach gemeinsame Kinder nach einer elterlichen Scheidung abwechselnd – in welchen genauen Intervallen auch immer – bei beiden Elternteilen in annähernd gleichem zeitlichen Ausmaß wohnen, sind in Österreich, im Gegensatz zu einigen anderen, auch EU-Staaten, gesetzlich nicht vorgesehen und daher weitgehend unerforscht. Aber dennoch bzw. gerade deshalb sind sie auch in Österreich zunehmend in Diskussion.
Weiter Infos auf der Website des OIF.
Der Autor:
Ass.-Prof. Dr. Harald Werneck, Institut für Entwicklungspsychologie und Psychologische Diagnostik der Universität Wien.
E-Mail: harald.werneck@univie.ac.at
Quelle: Österreichisches Institut für Familienforschung an der Universität Wien

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