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Elternbildung für alle? – Inanspruchnahme der Elternbildung durch sozial benachteiligte Frauen

Die “Elternbildung Schweiz” thematisiert in ihren Veranstaltungen eine große Palette von Fragestellungen rund ums Elternsein. Weit verbreitet ist die Meinung, dass diejenigen Mütter und Väter, die Elternbildung besonders nötig hätten, nicht daran teilnehmen. Forschungen aus Deutschland und Österreich betonen zwar, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen wie bildungsferne oder sozial benachteiligte Eltern nur schwer Zugang zu Angeboten der Elternbildung finden. Tiefergreifende Studien über die Zielgruppe der „unerreichbaren Eltern“ haben jedoch bis jetzt gefehlt. Für die qualitative Untersuchung über das Verhältnis zur Elternbildung von Frauen in schwierigen Familiensituationen hat Judith Binder zehn sozial benachteiligte Mütter zu ihrer aktuellen ebenssituation und ihren Erziehungserfahrungen befragt.
Zudem interessierte sie, welche Informationsquellen und unterstützungsmöglichkeiten diese Mütter bei Erziehungsfragen nützen.
Der Hauptfokus der Interviews bildeten die Kenntnisse und Meinungen dieser Frauen zur Elternbildung: Kennen Sie Elternbildungsangebote? Was halten Sie davon? Nutzen Sie sie? Wenn nein, aus welchen Gründen? Was spricht Sie an? Was könnte verbessert werden? Welche Rahmenbedingungen sind wichtig? Angebote werden genütztÜberraschend zeigt die Studie, dass vier der zehn befragten Frauen über Elternbildungserfahrungen verfügen. Die Frauen, die an Elternbildungsveran-staltungen teilnahmen, fanden es entlastend zu erfahren, dass andere Eltern mit ähnlichen Schwierigkeiten konfrontiert sind. Als Gründe für eine Nichtteilnahme an der Elternbildung werden Mangel an Zeit und Kraft, Angst vor Stigmatisierung aufgrund eines
Elternbildungsbesuches und die Infragestellung des Nutzens der Elternbildung genannt. Auch werden nicht ansprechende Themen oder unpassende Rahmenbedingungen wie Zeit, Ort, Preis oder fehlende
Kinderbetreuung angeführt.

Elternbildung wird positiv gesehen

Sieben der zehn befragten Mütter stehen der Elternbildung positiv gegenüber. Fehlt aber bereits die Kraft und Zeit, um den Alltag zu meistern, ist ein Elternbildungsbesuch fraglich. Elternbildung kann an
sich eine angemessene Unterstützung für die befragten Frauen darstellen, sofern sich die Eltern nicht in einer akuten psycho-sozialen Krise befinden.

Wer sucht, der findet

Während dem Interview wurden die Mütter auf konkrete Elternbildungsangebote aus dem aktuellen Programm ihrer Region angesprochen. Wenn die Frauen über eine gewisse Offenheit gegenüber der Elternbildung verfügen, konnten Veranstaltungen gefunden werden, welche auf Interesse stießen. Je besser die ausgewählten Elternbildungsangebote zur psycho-sozialen Familiensituation passen, desto eher sind die Frauen zu einem Besuch bereit. Die Befragung machte deutlich, dass die meisten Interviewpartnerinnen das Elternbildungsprogramm kannten, die einzelnen, konkreten Angebote jedoch nicht wahrnahmen.

Hinweise steigern die Nachfrage

In den Fällen, wo eine Sensibilisierung durch eine Fachperson wie
beispielsweise eine Sozialarbeiterin erfolgte, waren die Reaktionen der

befragten Mütter positiv. Einige Frauen bedauern es sogar, dass sie
nicht auf die Angebote der Elternbildung angesprochen worden
sind. Die Ergebnisse ermutigen dazu, dass den Eltern zugetraut
werden darf, auf die Elternbildung angesprochen zu werden – auch wenn
eine Teilnahme erst zu einem späteren Zeitpunkt in Frage kommt. Grundvoraussetzung ist eine gute Beziehung zwischen der Fachperson und der/dem Klient/in. Wichtig ist dabei, dass die motivierende Fachperson das Elternbildungsangebot selber recht gut kennt, um gezielte Anregungen machen zu können. Nur das Programm zu überreichen genügt nicht.Folgerungen für die Elternbildung
– Fachpersonen wie ÄrztInnen, Mütterberater-Innen, PädagogInnen, SozialarbeiterInnen sind wichtige Vermittlungspersonen. Dazu brauchen
sie Kenntnisse des aktuellen Programms und Informationen zu den verschiedenen Angeboten.

– Sozial benachteiligte Eltern haben oft Schwierigkeiten, ihren Alltag zu meistern. Das erschwert die Teilnahme von Elternbildungsveranstaltungen. Parallel dazu angebotene Kinderbetreuung, zentrale, gut erreichbare Lage, günstige Preise und eventuell Bekannte als Begleitung verringern die Zugangsbarrieren.

– Verschiedene Informationskanäle (Veranstaltungsprogramme,
Zeitungen und Zeitschriften, Aushänge, Lokalradio und -fernsehen, Internet, etc.) tragen dazu bei, dass Elternbildung bekannt und als selbstverständlich angesehen wird.

Literatur: Judith Binder: Inanspruchnahme der Elternbildung durch sozial benachteiligte Frauen. Qualitative Untersuchung über das Verhältnis zur Elternbildung von Frauen mit Kindesschutzmassnahmen
im Kanton Zürich. 2005. (€ 16.- zzgl. Versandkosten)

Kurzfassung „Was halten Mütter in schwierigen
Familiensituationen von der Elternbildung?“ (€ 6.50 zzgl.Versandkosten)

Info und Bestellung: Elternbildung Kanton Zürich, Amt für Jugend und Berufsberatung, Dörflistrasse 120, CH–8090 Zürich
Tel. +41-43-259 96 54
E-Mail ebzh@ajb.zh.ch

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