Der Erziehungsalltag bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich. Ob im beruflichen Kontext oder im Familienleben – oftmals fühlen wir uns von den Anforderungen überwältigt. In solchen stressigen Momenten scheint uns im wahrsten Sinne des Wortes „die Luft wegzubleiben“. Um zu vermeiden, dass diese Belastungen in gesundheitsschädlichen Dauerstress übergehen, ist es entscheidend, bewusst „ATEM-Pausen“ in unseren Alltag einzubauen. Diese gezielten Atempausen stärken nicht nur unsere Fähigkeit zur Stressbewältigung, sondern fördern auch unsere Selbstregulation.
Emotionelle Erste Hilfe (EEH) – Unterstützung in herausfordernden Zeiten
Die „Emotionelle Erste Hilfe“ (EEH) bietet einen integrativen, körperorientierten Ansatz, der die liebevolle Bindung zwischen Eltern und Kind während der Schwangerschaft und nach der Geburt in den Mittelpunkt stellt. Eine zentrale Komponente dieser Methode ist die „Selbstanbindung“, die es Eltern ermöglicht, einen tieferen Kontakt zu sich selbst und ihren eigenen emotionalen Bedürfnissen zu finden. Diese emotionale Verbindung fördert die Selbstregulation und ist sowohl für Eltern als auch für Kinder entscheidend.
Um in akuten Stresssituationen die Bindung zu stärken und ein sicheres, unterstützendes Umfeld zu schaffen, sind praktische Hilfestellungen unerlässlich. Hier kommen gezielte Atemübungen ins Spiel, die nicht nur den Eltern helfen, ihre eigene innere Ruhe zu finden, sondern auch den Kindern ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.
Die Bedeutung einer sicheren Bindung
Eine sichere Bindung ist essenziell für gesunde zwischenmenschliche Beziehungen und bildet die Grundlage für die emotionale und soziale Entwicklung eines Kindes. Kinder, die sicher gebunden sind, empfinden Vertrauen und Unterstützung, was ihre Neugier und Exploration fördert. Eltern, die durch bewusste Atempausen in der Lage sind, ihre Emotionen zu regulieren, können auch die emotionale Sicherheit ihrer Kinder fördern.
Praktische Atemübungen zur Stressregulation
Um diese theoretischen Konzepte in den Alltag zu integrieren, sind hier drei einfache Atemübungen, die Eltern und Kinder gemeinsam durchführen können:
- Atemübung „4-7-8 Atmung“ (Starten sie zu Beginn mit 4-2-5):
Stellen Sie sich den hektischen Morgen vor, wenn alles durcheinandergeht. In solchen Momenten kann die Stressbelastung schnell ansteigen. Nehmen Sie sich eine Minute Zeit für die „4-7-8 Atmung“:
- Setzen oder stellen Sie sich bequem hin.
- Atmen Sie durch die Nase ein, zählen Sie bis 4 (4).
- Halten Sie den Atem an, während Sie bis 7 (2) zählen.
- Atmen Sie langsam durch den Mund aus, während Sie bis 8 (5) zählen.
- Machen sie 4 – 7 Durchgänge
Diese Atemtechnik beruhigt und hilft, stärker und gelassener in den Tag zu starten.
- Achtsamkeits-Atem-Pause:
Nach einem langen Tag, während Sie die Kinder ins Bett bringen, können Sie eine Achtsamkeits-Atem-Pause einlegen:
- Schließen Sie die Augen und konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem.
- Atmen Sie tief ein, zählen Sie bis 5, halten Sie für 2 Sekunden an und atmen Sie dann langsam bis 5 aus.
Diese Übung fördert die Präsenz im Moment und steigert Ihre Geduld und Gelassenheit im Umgang mit Ihren Kindern.
- Mit Kindern spielerisch atmen:
Wenn Ihre Kinder aufgedreht sind, können Sie die Atemübung als Spiel gestalten:
- Lassen Sie die Kinder ihre Hände zu einem Ballon formen und beim Einatmen die Hände auseinander bewegen, als ob der Ballon sich aufbläht.
- Lassen Sie beim Ausatmen die Hände wieder zusammenkommen.
Diese spielerische Übung hilft nicht nur beim Stressabbau, sondern lehrt die Kinder auch, wie sie sich selbst beruhigen können.
Fazit
In Anbetracht der Herausforderungen, die das Elternsein mit sich bringt, ist es unerlässlich, bewusst ATEM-Pausen in den Alltag zu integrieren. Diese einfachen Atemtechniken unterstützen nicht nur die eigene Stressbewältigung der Eltern, sondern fördern auch die emotionale Regulation der Kinder. Indem wir die Kraft des Atems und die emotionale Verbindung zu uns selbst nutzen, schaffen wir ein harmonisches Umfeld, in dem sowohl Eltern als auch Kinder gedeihen können. Lassen Sie uns die Bedeutung dieser „Atem-Pausen“ erkennen und als wertvolles Werkzeug in unser Familienleben integrieren.