Ei-Rahmen für Bilder

Hort, Ganztagesschule, Tageseltern - Welche Betreuungsform passt für mein Schulkind?

von Mag. Elisabeth Lukaseder-Rizzo, BA

In der Vereinbarkeit von Familie und Beruf stehen Eltern oft vor der Frage, wo Ihre Kinder am besten nachmittags, nach dem Schulbetrieb, aufgehoben sind. Eltern wünschen sich Stabilität, Sicherheit und eine gute Förderung für ihre Kinder. Die Hausaufgaben sollten im besten Fall auch erledigt sein. Doch welche Form ist nun die Beste für mein Kind?

Die schulische Nachmittagsbetreuung ist Teil des Konzepts der Ganztagesschule. Kinder verbringen den Nachmittag in der Schule, gemeinsam mit Lehrpersonen und Freizeitpädagog*innen in den Räumlichkeiten der Klassen. Lern- und Übungszeiten sind klar strukturiert, was Kindern entgegenkommt, die feste Tagesstrukturen brauchen. Eltern werden vom organisatorischen Aufwand entlastet, vor allem in Bezug auf die Hausübungsbetreuung. Allerdings kann der ganztätige Aufenthalt für manche Kinder belastend sein: Das Stundenausmaß der Anwesenheit in der Schule kommt einer Vollzeitbeschäftigung eines Erwachsenen gleich. Ein*e akademische*r Freizeitpädagog*in betreut bis zu 25 Schüler*innen gleichzeitig. Es gibt Kinder, die gut mit der Betriebsamkeit zurechtkommen und den Tag freudvoll mit Klassenkolleg*innen verbringen. Andere bräuchten am Nachmittag mehr Rückzug und Ruhe.

Der klassische Hort ist nicht zwingend an eine Schule angeschlossen, der Träger kann ein Verein oder eine Organisation sein. Somit gibt es mehr Möglichkeit zur freien Gestaltung des Nachmittags. Nach dem Mittagessen haben die Kinder Möglichkeiten zu Entspannung oder zur Bewegung. Die Lernstunde ist ein fixer Bestandteil. Wie in der schulischen Nachmittagsbetreuung bekommen die Kinder die Möglichkeit, ihre Hausaufgaben zu erledigen, Pädagog*innen und Betreuer*innen stehen bei Fragen zur Seite. Durch die altersgemischte Gruppe lernen die Schüler*innen andere Kinder kennen, was ihrer sozialen Entwicklung sehr entgegen kommt. Vor allem jene Kinder, die Schwierigkeiten in der eigenen Schulklasse haben, bekommen im Hort die Möglichkeit, ihren „Stempel“ abzulegen und neue Freunde zu finden.

Tageseltern betreuen, je nach eigenem Schwerpunkt, Schulkinder am Nachmittag. Die familiäre Atmosphäre, die kleine Gruppengröße (maximal 7 Kinder) und die flexible, individuelle Betreuung kommen Kindern und Eltern sehr entgegen. Bring- und Abholdienste können vereinbart werden, wenn die Tagesmutter*der Tagesvater diese Möglichkeit anbietet. Vor allem für jüngere Kinder, sowie Kinder, die mit großen Gruppen überfordert sind und mehr Ruhe brauchen, ist diese Möglichkeit der Nachmittagsbetreuung optimal. Die Dauer und Betreuung der Hausaufgaben können individuell gestaltet werden, und die Bedürfnisse des einzelnen Kindes werden berücksichtigt. Ein Nachteil können höhere Kosten für diese individuelle, bedürfnisorientierte Betreuungsform sein.

Eltern wissen um die Bedürfnisse ihres Kindes und den Lebensumständen als Familie am besten Bescheid. Somit kann nach folgenden Kriterien abgewogen werden, welche Form der Betreuung am besten passt: Stresslevel durch Gruppen, Bedürfnis nach Kontakt zu Klassenkolleg*innen oder mehr Ruhebedürfnis, Flexibilität der Öffnungszeit und Ferienbetreuung, Hausaufgabenbetreuung und Zusatzangebote (Sport, Musik, Kreatives) sowie Leistbarkeit und Verfügbarkeit (Stadt-Land).

Die „beste“ Betreuungsform gibt es somit nicht, die Qualität der Betreuung steht und fällt mit den erwachsenen Personen, die pädagogische Aufgaben übernehmen sowie die Passung zur Lebenssituation. Zusammenfassend kann gesagt werden: Ganztagesschulen fördern Bildungschancen, Horte sichern Freiräume und Tageseltern zeigen Stärke in der individuellen Betreuung.

Zum Inhalt Zum Menü