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Autismus-Diagnose als Befreiung

von Birgit S.

Elternbildung
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Elternbildung

Viele Eltern spüren es, wenn etwas mit ihren Kindern „nicht ganz stimmt“. Aber die Scheu und sogar Angst vor einer Diagnose ist meist groß. Warum wir es nicht bereut haben, eine Autismus-Diagnose für unser Asperger-Kind zu stellen – und warum wir sogar richtig froh über diese Diagnose sind:

Wir haben es immer schon gemerkt – irgendwas ist anders bei unserem Kind. Irgendwie verhält sich unser Kind anders als andere Kinder. Als Kleinkind war es noch nicht wirklich auffällig – jedes Kind entwickelt sich schließlich anders. Im Kindergarten gab es erste Problemchen – aber noch nichts Gravierendes. Und niemand konnte sein Anders-sein so richtig einordnen.

In der Volksschule gab es dann rasch Probleme – große Probleme. Und noch immer konnte es niemand einordnen – bis wir nach vielen Umwegen letztendlich eine Diagnose bekamen.

Angst vor der DiagnoseElternbildung

Viele Eltern fürchten sich vor einer Diagnose – es ist schließlich ein fachliches Urteil, dass das Kind „nicht entspricht“. Auch wir hatten riesengroße Bedenken. Andererseits waren wir ratlos und unsicher. Wir haben viel gegrübelt und befürchteten, dass wir Eltern etwas falsch gemacht hätten – dass es an unserer Unfähigkeit uns unserem Versagen liegt.

Die Autismus-Diagnose bringt ErleichterungElternbildung

Wir haben die Diagnose als enorme Entlastung empfunden. Endlich wussten wir, was Sache ist. Das Ding hatte einen Namen und verstanden, warum unser Kind so handelte und dass es manchmal schlichtweg nicht anders konnte.

Ich habe zahlreiche Bücher zum Thema gelesen und dabei auch viele Tränen geweint: Denn erst jetzt konnte mich wirklich in mein Kind einfühlen. Ich konnte seine enormen Leistungen wertschätzen, den Alltag mit den vielen zusätzliche Herausforderungen zu meistern. Erst jetzt verstand ich sein Bemühen und auch seine Grenzen.

Mein Kind ist wie es ist.
Und wir leben es wie es ist!
Sein für uns mitunter unverständliches Verhalten war und ist oft eine wichtige Schutzmaßnahme für ihn.

Die vielen Fragezeichen und Versagensgefühle machten Platz für eine ganz neue, intensive Liebe zum Kind.

Wichtiger Schritt für weitere SchritteElternbildung

Mit der Diagnose konnte die Schule beginnen, zielgerichtet mit ihm zu arbeiten. Viele Dinge lassen sich dann auf den Weg bringen: Weiterbildungen, Sonderbetreuungsmaßnahmen und auch Nachteilsausgleiche. Die Diagnose ebnet auch Wege hin zu sehr zielgerichteten Förder- und Therapiemöglichkeiten, zum Behindertenausweis und erhöhter Familienbeihilfe.

Gerade die Beantragung des Behindertenausweises ist auch wieder eine große emotionale Hürde für betroffene Eltern. Denn ein Asperger-Kind – bzw. „hochfunktionaler Autist“ – wirkt meist so gar nicht „schwerbehindert“. Mir geht es zumindest so mit meinem Kind. Über unseren Weg zum Behindertenausweis berichte ich auf meinem Blog: Ist ein Asperger-Autist behindert?

Nur so viel: Später im Gymnasium konnte so manches Krisengespräch mit Lehrerinnen und Lehrern durch Vorlage des Ausweises entscheidend verkürzt werden.

Es bleibt weiterhin herausfordernd, aber alle Beteiligten können wenigstens an einem Strang ziehen und zielgerichtet arbeiten.

Fazit: Eine Diagnose bringt Orientierung.
Ich kann es nur empfehlen.

 


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