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Alles zu seiner Zeit, Sauber werden, ganz entspannt

von Susanna Haas

Sauberwerden im Kindergarten

In den letzten Jahren wurden in ganz Österreich Plätze für Kinder unter drei Jahren geschaffen. Finanzierungmöglichkeiten wie: Kindergartenmilliarde, oder Anstoßfinanzierung über die 15a Vereinbarung, die von Seiten des Bundes und der Länder zur Verfügung gestellt wurden und werden, sollen vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Dies bedingt auch im System Kindergarten veränderte Angebote und Betreuungsmodelle für das junge Kind. So ist auch das Thema Sauberkeitserziehung in Kindergärten zum Alltag geworden. Vor allem im urbanen Bereich, wo die Versorgungsdichte an Krippenplätzen bereits fast an die 30 Prozent liegt, ist der Umgang mit Kindern in dieser sensiblen Phase meist sehr vertraut.
Vor einigen Jahren noch war bei der Aufnahme eines Kindes im Kindergarten das „Sauber sein“ ein Kriterium für die „Kindergartenreife“. Kinder mit Windeln wurden im Regelkindergarten nicht aufgenommen. Heute ist dies in den meisten Kindergärten kein Ausschließungsgrund mehr.

Aufnahme in den Kindergarten heute

Je nach Kindergarten, es kommt auf den Träger bzw. auf das Bundesland an, finden Eltern bei der Anmeldung ihres Kindes unterschiedliche Gruppenformen vor: Für Kinder von 0 bis 3 Jahren stehen Krippengruppen oder Familiengruppen zur Verfügung, Kindern ab drei Jahren Regelkindergartengruppen oder auch Familiengruppen von 0 bis 6 Jahren.
Für die Aufnahme eines Kindes in den Kindergarten, egal in welcher Gruppenform, darf es heute keine Rolle mehr spielen, ob ein Kind bereits sauber ist oder nicht. Dennoch werden Kinder oft abgewiesen mit der Begründung, dass es keine Möglichkeit gibt, ein Kind zu wickeln. Auch das Argument, Kinder, die noch nicht sauber sind wären noch nicht reif für den Kindergarten, stammt aus der Zeit, in der vorwiegend nur Kinder ab drei Jahren aufgenommen wurden.
Es ist natürlich so, dass im Kindergarten eine für das Kind entsprechende Wickelmöglichkeit mit dementsprechender hygienischer Ausstattung zur Verfügung stehen sollte. Und es braucht vor allem MitarbeiterInnen, die bereit sind, diesen Entwicklungsschritt des Kindes zu begleiten. Durch die Ausdehnung des Betreuungsangebotes für junge Kinder gibt es in den meisten Kindergärten eine adäquate Ausstattung. Darum ist es auch meist kein Thema mehr, dass Kinder, die noch nicht vollständig sauber sind, in den Kindergarten aufgenommen werden können.
Und es wäre auch fatal, wenn dies ein Grund wäre, nicht in eine Gemeinschaft von Kindern aufgenommen zu werden.

Die pädagogische Arbeit im Kindergarten

Der Kindergarten versteht sich als Bildungs- und familienergänzende Einrichtung. PädagogInnen versuchen Kindern und Eltern verlässliche Partnerinnen und Begleiterinnen in einer wichtigen Entwicklungszeit zu sein. Gerade eine sensible und positive Sauberkeitserziehung trägt auf vielschichtigste Weise zu Ausbildung einer gesunden stabilen Persönlichkeit bei. Je ungezwungener und natürlicher die Sauberkeitsentwicklung stattfindet, umso besser für die Entwicklung eines Kindes. PädagogInnen (und Eltern) sollten sich gerade beim Sauberwerden der Kinder deswegen stets um eine macht-/druck- und angstfreie Atmosphäre bemühen.
PädagogInnen im Kindergarten begleiten und unterstützen Kinder in all ihren  Bildungsprozessen. Dass die kindliche Selbststeuerung und Eigenaktivität gewahrt bleibt, sind PädagogInnen jedoch darauf angewiesen, Signale von Kindern wahrzunehmen, zu deuten und darüber ihre Interessen und anstehenden Entwicklungen zu erfassen (vgl. Stenger/ Viernickel 2010). Dieses Wahrnehmen der Pädagogin/des Pädagogen ist nur in einer Atmosphäre der Achtsamkeit möglich. Eine stabile und verlässliche Beziehung zur Pädagogin/zum Pädagogen ist hierfür Voraussetzung. Kindern Erfolgserlebnisse und Bestärkungen in der Zeit des Sauberwerdens zu geben trägt wesentlich dazu bei, dass Mädchen und Buben in dieser wichtigen Phase der Entwicklung auch durch positive Verstärkung lernen, Signale des Körpers zu verstehen.

Entwicklung der Kompetenzen

Sauberkeitserziehung an sich ist keine losgelöste Kompetenz die es alleine zu üben gilt. Sie ist ein Teil eines umfassenden Entwicklungsgeschehens wie z.B. der Selbstständigkeits- und Autonomieentwicklung oder der Ausbildung der eigenen Identität und zunehmender  Sozialkompetenz.  Der Kindergarten ist ein Ort, an dem Kinder in ihrer Selbstständigkeit bestärkt werden. „Selber machen“, der Wunsch aller Kinder. Anna Tardos (Mit Kindern neue Wege gehen; L. Valentin) macht die „gewagte“ Aussage: „Es ist wichtig zu verstehen, dass wir Selbständigkeit vom Kind nicht erwarten oder gar fordern dürfen, sondern dass wir ihm die  Möglichkeit geben, so selbständig zu sein, wie es das von sich aus möchte. Sie ist also ein Angebot und keine Forderung, es muss nicht selbständig sein, denn wir können darauf vertrauen, dass es selbständig werden wird, sich von uns lösen wird, seinen Weg gehen wird, wenn es dafür bereit ist  – wenn die Zeit reif ist.
Jedes Kind will von sich aus selbständig werden, sich weiter entwickeln. Im Kindergarten versuchen wir Kindern dazu die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu geben. Das heißt, Kinder bekommen Zeit, ihre Entwicklung selbst voranzutreiben.  Sie bekommen Zeit, in ihrem Tempo sauber zu werden.

Die Kindergruppe als Übungsfeld

Der Vorteil eines Kindergartens ist, dass Kinder ältere Mädchen und Buben zum Vorbild nehmen können. So erleben sie tagtäglich, dass Kinder ihrer „Peergroup“ (unter gleichaltrigen Kindern) entweder schon auf die Toilette gehen oder dass auch das Thema für andere gerade aktuell ist. Kinder beobachten und sind neugierig, d.h. Kinder werden in dieser Phase auch andere beim Toilettengang beobachten. Und so lernen Kinder.
Im Kindergarten finden Kinder ideale Rahmenbedingungen vor. Die Ausstattung des sanitären Bereiches ist der Körpergröße der Kinder optimal angepasst. Im Krippenbereich gibt es z.B. Töpfchen-WCs, diese Toiletten sind ideal zum Üben und in Folge zum selbstständigen Toilettenbesuch.

Ohne Eltern geht es nicht

Gerade in der Zeit des Sauberwerdens braucht es eine gute Absprache zwischen Eltern und MitarbeiterInnen des Kindergartens. Bei der Aufnahme des Kindes in den Kindergarten wird es beim Elternerstgespräch je nach Alter des Kindes auch abgeklärt, in welcher Weise ein Kind zuhause schon mit dem Thema sauber werden zu tun hatte. Es muss abgeklärt werden, welche Vorstellungen Eltern zu diesem Thema haben und die PädagogIn muss auch über die Möglichkeiten des Kindergartens aufklären. Wenn z.B. ein dreißig Monate altes Kind zuhause niemals ohne Windel sein darf, dann wird es nicht viel Sinn haben, dass der Kindergarten mit der Sauberkeitserziehung beginnt. Erste Schritte müssen vom Elternhaus ausgehen oder zumindest weitergeführt werden. Sind Kinder z.B. den ganzen Tag im Kindergarten, dann wird es  auch den Großteil der Zeit mit Üben und Ausprobieren in der Einrichtung verbringen. Zuhause ist es wichtig, dass das Kind in der gleicher Weise bestärkt und begleitet wird, wie im Kindergarten. Dazu braucht es, wie anfangs erwähnt, eine intensive und offene Klärung und Gespräche zwischen Eltern und der Pädagogen/dem Pädagogen. Das Kind gibt das Tempo vor, die Erwachsenen begleiten.
Beide, Eltern und Einrichtung tragen dazu bei, dass das Kind sich in einer angenehmen und bestärkenden Umgebung entwickeln kann.


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