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Das Wochenbett

von Christine Kügerl

Das Wochenbett ist für die Frau von der hormonellen Umstellung und den körperlichen Geburtsfolgen geprägt. Für Mutter und Vater ist es eine Zeit des Vertrautwerdens mit dem Baby und der neuen Situation. Für die Frau soll das Wochenbett eine Zeit der Schonung sein, und für beide Eltern ein sanfter Übergang von der Schwangerschaft zur Elternschaft. Das Wochenbett ist somit nicht mit dem Krankenhausaufenthalt beendet sondern dauert 6 bis 8 Wochen. Gönnen Sie sich diese Zeit der Umstellung.
Sofort nach der Geburt beginnt der Veränderungsprozess des weiblichen Körpers vom schwangeren in den nicht-schwangeren Zustand. Das Hormon Oxytocin sorgt dafür, dass die Gebärmutter wieder auf ihre alte Größe schrumpft. Dieser Rückbildungsprozess fühlt sich beim ersten Kind wie Menstruationsschmerz an. Bei jedem weiteren Kind sind die Schmerzen meist stärker und halten länger an. Sie müssen nicht tapfer sein: Bei Bedarf können Sie nach Rücksprache mit dem Arzt ein leichtes Schmerzmittel nehmen.
Auch die Seele macht eine Umstellung durch. Miteinander vertraut zu werden ist nichts, was auf Knopfdruck geschieht. Die neue Familie braucht Zeit und einen geschützten Rahmen. Leicht wird übersehen, wie überwältigend die Veränderungen auch für den jungen Vater sind. Dabei ist die Umstellung für ihn genauso groß wie für Mutter und Kind. Auch er muss das Erlebte verarbeiten und in seine neue Rolle hineinwachsen.

Wie lange dauert der Wochenfluss?

Wo der Mutterkuchen (die Plazenta) in der Gebärmutter verwurzelt war, befindet sich nach der Geburt eine Wunde. Der Wochenfluss transportiert Wundflüssigkeit, Blut und abgestorbene Zellen nach außen. Das dauert etwa zwei bis sechs Wochen. Der Wochenfluss ähnelt der Menstruationsblutung, ist zuerst rot, dann bräunlich, dann gelb bis weißlich. Es handelt sich nicht um eine Krankheit, sondern um die Begleiterscheinung eines Heilungsprozesses.
Diesen Prozess beschleunigen Sie mit Rückbildungsgymnastik und durch regelmäßiges Stillen. 

Wie kann ich meinen Beckenboden wieder kräftigen?

Die Beckenbodenmuskeln gehören zu den wichtigsten Muskeln im weiblichen Körper. Sie halten die Unterleibsorgane ein Leben lang an ihrem Platz. In der Schwangerschaft werden diese Muskel stärker belastet und wenn der Kopf des Kindes geboren wird beinahe überdehnt.
Mit richtiger Gymnastik können Sie Ihre Beckenbodenmuskeln wieder stärken. Beginnen Sie damit gleich nach der Geburt! Lassen Sie sich im Krankenhaus oder von der Hebamme passende Übungen zeigen, denn falsche Gymnastik wie z.B. Hüpf- und Springübungen können dem Beckenboden schaden.

Wichtig bei den Übungen ist, dass Sie nichts mit Druck und Anstrengung tun. Steigern Sie nur sehr behutsam und setzen Sie sich nicht unter Leistungsdruck. Hören Sie auf, wenn etwas wehtut.
Einzelne Übungen lassen sich auch gut in den Tagesablauf einbauen. Zum Beispiel können Sie beim Telefonieren, beim Kochen und beim Zähneputzen den Beckenboden bewusst anspannen.

In der ersten Zeit nach der Geburt sollten Sie nichts heben und tragen, was schwerer ist als Ihr Baby. Wenn Sie etwas vom Boden hochheben, gehen Sie in die Hocke und spannen Sie den Beckenboden an.

Wurde Ihre Scheide bei der Geburt verletzt oder war ein Dammschnitt erforderlich, so fragen Sie noch im Krankenhaus nach der richtigen Nachbehandlung. Vorsicht! Bei einem Dammriss müssen Sie mit dem Beckenbodentraining mindestens drei Wochen warten, um die Heilung nicht zu stören!

Wie können wir mit unserem Baby vertraut werden?

Indem Sie sich Zeit nehmen. Nach der Geburt beginnt das „Bonding“, der Aufbau der Eltern-Kind-Beziehung. Das ist ein Prozess, der ungestörte Aufmerksamkeit erfordert. Ihr Baby bringt diese Aufmerksamkeit mit – Sie werden sehen, dass es Sie im wachen Zustand oft lange und intensiv betrachtet. Belohnen Sie es mit derselben Konzentration, alles andere (Besuche, Anrufe) kann warten.

Bleiben Sie in der Nähe Ihres Babys und halten Sie, nicht nur beim Füttern und Pflegen, Körperkontakt. In Geburtskliniken ist Rooming-In heute üblich, Sie können Ihr Kind also von Anfang an rund um die Uhr bei sich haben. (Es ist trotzdem kein Grund für schlechtes Gewissen, wenn Sie am Anfang zu erschöpft dazu sind!) Lassen Sie sich das Wickeln und Baden zeigen und machen Sie es wenn möglich vor dem Heimgehen bereits selbst.

Wie sieht das Wochenbett für Väter aus?

Das mit Spannung erwartete Ereignis der Geburt ist vorbei. Vielleicht war es so, wie Sie es sich vorgestellt hatten, vielleicht ganz anders. Wahrscheinlich waren Sie dabei, vielleicht – aus welchen Gründen immer – auch nicht. Jedenfalls wissen Sie, dass nichts mehr ist wie vorher. Die Geburt Ihres Babys hat vermutlich intensive Gefühle in Ihnen ausgelöst. Falls Ihre Partnerin in der Klinik entbunden hat und Sie danach heimgegangen sind, können Sie (noch) nicht mit ihr darüber sprechen. Es könnte gut sein, einen anderen Gesprächspartner zu suchen: einen Freund, der auch Vater ist oder einen Verwandten, dem Sie vertrauen.
Die meisten jungen Väter stehen auch im Beruf vor Spannungen. Sie wollen „für die Familie sorgen“ und gleichzeitig Zeit mit dem Kind verbringen. Suchen Sie nach Kollegen und Kolleginnen die für Ihre neue Situation Interesse zeigen. Vielleicht finden Sie dadurch Gleichgesinnte, mit denen auch später Erfahrungen über das Vater-sein ausgetauscht werden kann. 

Tipps für Väter:

  • Sprechen Sie mit vertrauten Personen über das überwältigende Erlebnis der Geburt.
  • Haben Sie Verständnis für Stimmungsschwankungen Ihrer Partnerin und hören Sie einfach zu.
  • Sorgen Sie gut für sich selbst, während Ihre Partnerin im Krankenhaus ist.
  • Eine aufgeräumte Wohnung und gewaschene Wäsche ermöglichen Mutter und Kind eine entspannte Ankunft zu Hause.
  • Wenn es möglich ist, nehmen Sie Urlaub oder Pflegeurlaub, wenn ihre Partnerin mit dem Baby heimkommt.
  • Engagieren Sie sich von Anfang an bei der Babypflege.
  • Übernehmen Sie freiwillig Hausarbeiten, das wirkt auch für Ihre Beziehung Wunder.
  • Nehmen Sie Ihrer Partnerin Einkaufkörbe, Wäschekörbe und andere Lasten ab, die schwerer sind als das Baby.
  • Schützen Sie Ihre Partnerin und das Baby vor zu viel und zu langem Besuch.

Tipps für Mütter:

  • Bei starkem Wochenfluss sollten Sie keine Tampons benützen.
  • Wegen der Infektionsgefahr sollten Sie duschen statt baden.
  • Aus demselben Grund verzichten Sie für die Zeit des Wochenflusses auf Geschlechtsverkehr!
  • Ist der Wochenfluss längere Zeit braun, riecht er scharf oder bekommen Sie Fieber, können das Zeichen einer Infektion sein. Gehen Sie sofort zum Arzt!
  • Durch die Dehnung in der Schwangerschaft ist in Ihrer Bauchmuskeldecke ein senkrechter Spalt entstanden. Schonen Sie in der ersten Zeit die geraden Bauchmuskeln, damit er sich wieder schließen kann. Regelmäßige Bewegung, z.B. auch Stiegensteigen, stärkt die Bauchmuskeln.
  • Gut sind harmonische, fließende Bewegungen. Tanzen Sie!

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