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Die Besonderheiten der kindlichen Haut

von Dr. Karin Jahn-Bassler

Elternbildung
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Elternbildung

Die Anforderungen an junge Eltern sind sehr mannigfaltig. Im Vordergrund steht immer der Wunsch, dass es dem Kind gut geht. Schon kurz nach der Geburt werde ich oft mit der Situation konfrontiert, dass Eltern ein großes Bedürfnis verspüren, ihre Kinder ausgiebig zu pflegen – dies ist meist durch die Tatsache begründet, dass sich die Haut eines Neugeborenen durch ihren hohen Wassergehalt und der dünneren Hornschicht ausgesprochen zart anfühlt  und den Eltern suggeriert, dass das Kind Pflege benötigt – um diese Besonderheit der kindlichen Haut zu bewahren.  Zusätzlich verunsichert, dass die Babyhaut gerade in den ersten Lebensmonaten oft gerötet oder etwas schuppig ist. Die Haut des Neugeborenen macht einen radikalen Wechsel durch – von der komplett feuchten Umgebung im Fruchtwasser an die relativ trockene Luft der Außenwelt. Besonders von der zweiten Lebenswoche an schuppt sich die Haut deshalb oft stark. „Das ist normal und dauert etwa vier bis sechs Wochen“. Leider gibt es keine offiziellen Leitlinien (AWMF-Leitlinien) wie für Kinder mit chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte. Für die „gesunde Kinderhaut“ gibt es lediglich Empfehlungen.

Was unterscheidet nun die Babyhaut zu der des Erwachsenen und auf was ist zu achten – und wie empfindlich ist die kindliche Haut?Elternbildung

Die Funktionalität der Babyhaut ist nach der Geburt noch nicht vollständig ausgebildet und entwickelt sich vor allem in den ersten zwei Lebensjahren stetig weiter.

  • Im Vergleich zu Erwachsenen ist die Hornschicht um ca. 30% dünner und verliert schneller ihre Feuchtigkeit. Das kann zu trockener Haut führen bzw. ist die kindliche Haut empfindlicher gegenüber Reibung und weist eine erhöhte Verletzlichkeit auf.
  • Da die Talgdrüsen weniger Lipide produzieren, besteht anfänglich noch kein fertiger Säureschutzmantel – so bietet die Haut noch keine stabile Barriere gegen Keime von außen. Gefährdet sind vor allem Stellen, die wenig belüftet werden und in denen sich meist Schweiß oder Urin ansammelt – in diesem feuchtwarmen Milieu – meist der Windelbereich – gedeihen Hefepilze prächtig – und die Windeldermatitis stellt sich als klinisches Bild ein.
  • Es kommt zu einer erschwerten Thermoregulation durch das Fehlen der Schweißdrüsenfunktionen in den ersten Lebenswochen – die Kinder können somit leichter überhitzen, was vor allem im Sommer große Gefahren birgt.
  • Die hohe UV-Lichtempfindlichkeit begründet sich auf der Tatsache, dass die kindliche Haut weniger pigmentbildende Stoffe produziert und so kaum Melanin – somit ist sie schlechter gegen die UV-Strahlung geschützt. Ein adäquater Sonnenschutz mit LSF 50 ist somit unerlässlich.
  • Das ungünstigere Volumen-Oberflächenverhältnis des Babys (2,3 Mal größer als beim Erwachsenen) führt zu einem erhöhten Resorptionsverhalten der Haut.

Somit ergeben sich meist folgende Fragen: Elternbildung

Welche Pflege wird empfohlen?

Die Pflege der kindlichen Haut ergibt sich durch die Klinik und die Jahreszeiten (da im Winter die Luft durch die Heizungen sehr trocken ist und im Sommer die Kinder vermehrt schwitzen). Die Pflegeprodukte sollten gut verteilbar sein, geruchsneutral, frei von Duftstoffen – hier ist auch darauf zu achten, dass vor allem Zusätze, die Kamille und Ringelblume enthalten, von dermatologischer Seite her nicht empfohlen sind da sie starke Kontaktallergien verursachen können. Ebenso sollten keine Öle auf die Kinderhaut aufgebracht werden, da diese die Haut in letzter Konsequenz austrocknen.

Wie oft und wie lange sollte man Babys baden? Und: braucht es einen Zusatz?

Babys sollten vor allem in den ersten Tagen nach der Geburt nicht gewaschen werden, da die Käseschmiere einen Schutz der Haut darstellt. In den ersten Lebenswochen sollten die Kinder nur 1-2x pro Woche gebadet werden. Zusätze benötigt man anfänglich bei gesunden Kindern nicht. Rücksicht ist auch auf den Nabel / Nabelschnurrest zu nehmen! Auch gilt: zu häufiges Baden kann den natürlichen Schutzfilm der Haut zerstören, der krank machende Erreger abhalten soll und die Haut trocknet aus.

Wie Bade ich mein Kind richtig:

  • Bevor das Baby entkleidet wird, sollte die Raumtemperatur mindestens 23 bis 25 Grad betragen.
  • Handtücher und Wäsche, die nach dem Baden gebraucht werden, sollten griffbereit liegen, damit das Kind nicht auskühlt – natürlich können Handtücher auch auf der Heizung vorgewärmt werden.
  • Die Wassertemperatur sollte bis zu 37 Grad betragen.
  • Im Allgemeinen müssen Sie dem Badewasser keine speziellen Zusätze beifügen, Wasser allein reicht völlig aus.
  • Waschen Sie das Baby mit der Hand oder einem weichen Waschlappen ab – Salben- oder Schmutzreste in den Hautfalten entfernen.
  • Die Haare des Babys sollten Sie zuletzt waschen, da das Baby über einen nassen Kopf viel Wärme verlieren kann. Auch für die Haare gilt: Wasser ist zur Reinigung, vor allem bei Neugeborenen, völlig ausreichend. Bei etwas größeren Babys ab etwa sechs Monaten können Sie auch zu einem milden Babyshampoo greifen.
  • Das Bad sollte insgesamt nicht länger als etwa 5 Minuten dauern, da das Wasser nach dieser Zeit deutlich abkühlt und dem Baby schnell kalt wird.
  • Wickeln Sie Ihr Baby sofort nach dem Bad gut ein und bedecken Sie auch den Kopf mit einem Handtuch. Trocknen Sie es überall gut ab und achten Sie dabei besonders darauf, dass in den Hautfalten keine Feuchtigkeit zurückbleibt, die leicht zu Wunden führen kann. Bitte die Kinderhaut nur abtupfen nicht abreiben.
  • Kinder mit chronischen Hauterkrankungen benötigen rückfettende Badezusätze (Mandelölbäder oder Traubenkernölbäder), sollten höchstens 5 Minuten baden und die Temperatur sollte nicht mehr als 35 Grad betragen, ein tägliches Baden ist erlaubt – hier muss im Anschluss immer eine Pflege des gesamten Körpers erfolgen.

Sollte man die Haut nach dem Bad eincremen, -einölen? Womit am besten?

Auch hier gilt: Kinder mit chronisches Hauterkrankungen oder wenn bei beiden Elternteilen eine positive Familienanamnese auf inhalative Allergien besteht – müssen nach dem Baden eingecremt werden. Kinder die eine gesunde Hautstruktur aufweisen, benötigen keine zusätzliche Pflege nach dem Baden.

Verwendung von Feucht- oder Öltüchern?

Für unterwegs sind sie eine Ergänzung, von der Eltern aufgrund der einfachen Handhabung profitieren. Jedoch empfehle ich persönlich reines Wasser mit Wattepads. Die Tücher können die empfindliche Haut austrocken oder zu Kontaktallergien führen.

Babyschwimmen ist sehr beliebt, aber wie steht es eigentlich um Chlor auf der Babyhaut?

Hier spreche ich eine klare Empfehlung aus: Bei Kindern mit positiver Familienanamnese der Eltern auf Allergien bezüglich inhalativer Allergene (Pollen, Hausstaub,…) bzw. Neurodermitis oder wenn das Kind bereits Hautprobleme in Richtung trockene Haut und/oder Ekzeme hat : kein Babyschwimmen,….leider kann ich persönlich diesem Trend nichts abgewinnen und erlebe sehr häufig schwere Schübe die durch das Chlorwasser getriggert werden. Im Gegensatz hierzu steht das richtige „Schwimmen lernen“ im Kleinkindalter – da Ertrinken eine der häufigsten Todesursachen bei Kleinkindern ist sollten alle Kinder – egal ob mit oder ohne Hauterkrankungen Schwimmkurse besuchen.

Wie sieht der richtige Sonnenschutz bei Babys aus und worauf muss man besonders achten?

Wir haben das Glück das die Industrie für Kinder gute Produkte anbietet und hier aus einer großen Vielfalt ausgewählt werden kann. Bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres sollten alle Kinder mineralische Sonnencremen verwenden mit LSF 50. Leider trockenen diese die Haut meist aus und es kann nötig sein, die Kinder ab und an einzucremen – meist machen sie auch gelbe Verfärbungen auf der Kleidung und sind schwer auf der Haut zu verteilen – dennoch gilt, das sie die Kinderhaut weniger belasten als Sonnencremen mit physikalischen Filtern. Zusätzlich sollten die Kinder zwischen 12 und 15 Uhr nicht in der Sonne sein,  Baumwolle als Schutz tragen und sich im Schatten aufhalten. Sonnenschutzkleidung ist nicht für alle Kinder passend, da diese synthetisch ist und die Kinder zumeist stark darunter schwitzen – dies kann wiederum zu Irritationen der Haut führen – prinzipiell rate ich aber nicht davon ab. Ab dem ersten Lebensjahr können  – sofern nicht schwere Hauterkrankungen vorhanden sind alle gängigen Produkte für Kinder verwendet werden mit LSF 50 – Milch und Lotionen lassen sich meist besser verteilen. Sprays: bitte hier die Kinder nicht direkt ansprühen, sondern zuerst auf die Hände der Eltern aufbringen und dann die Kinder eincremen da die Partikel sonst von den Kindern inhaliert werden können .

Fehler bei der Babypflege?

Fehler ist ein hartes Wort, dennoch kann es aufgrund mangelnder Aufklärung der Eltern zu Missverständnissen kommen. Die häufigsten seien hier aufgelistet:

  • Die Käseschmiere wird abgewaschen
  • Zu häufiges Baden oder zu wenig Baden
  • Baden mit zu warmem Wasser – die Temperatur sollte zwischen 35-37 Grad betragen
  • Statt zu cremen, ölen manche Eltern die Haut der Kinder gerne mit normalen Speiseölen wie Olivenöl ein. Daraus entwickeln sich leicht Oxidationsprodukte, die die Haut reizen können.
  • Die Haut wird nach dem Baden trocken gerieben – es sollte die Haut abgetupft werden
  • Unzureichender Sonnenschutz
  • „gewaltvolles“ Entfernen des Milchschorf – mitunter blutet die Kopfhaut. Findet sich auf der Kopfhaut Ihres Babys sogenannter Milchschorf (weißlich-gelber, fest haftender Belag, der durch eine Überaktivität der Talgdrüsen entsteht), sollten Sie nicht versuchen, diesen beim Haarewaschen abzulösen. Dies kann zu Verletzungen der empfindlichen Kopfhaut führen. Reiben Sie stattdessen die Kopfhaut des Babys nach dem Bad mit einem milden Pflegeöl ein, das Sie über Nacht einziehen lassen, und versuchen Sie am nächsten Morgen, den Belag vorsichtig mit einer weichen Bürste zu entfernen. Scheitert dies, sollte eine Vorstellung beim Dermatologen oder Kinderarzt erfolgen, der dann weitere Präparate empfehlen kann.

 

 


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