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Diese Grenzen brauchen Volksschulkinder

von Karin Felbinger

Elternbildung
Elternbildung
Elternbildung

„Hört es denn irgendwann einmal auf mit dem Grenzen setzen?“, werde ich oft gefragt. „Nein, es wird nur anders“, antworte ich, „weil immer neue Themen dazukommen.“

In der Volksschule sind die Kinder nun in einem Alter, in dem sich ihr Horizont immer weiter vergrößert und sie ein gewisses Maß an Selbständigkeit erlangt haben. Und somit auch mehr Eigenverantwortung tragen können. Die Kinder schaffen ihren Schulweg oftmals ganz alleine, meistern die Herausforderungen des Schulalltages, besuchen Freunde in der näheren Umgebung, gehen einkaufen, zum Sport, zum Musikunterricht. Sie übernehmen eventuell zu Hause schon kleine Aufgaben, wie Mistkübel ausleeren, Geschirrspüler ausräumen, Zimmer zusammenräumen.

Es ist die Zeit, in der die Kinder schon mehr mitentscheiden wollen, was das Familienleben und ihr eigenes Leben betrifft. Speziell am Ende der Volksschule streben sie nach Unabhängigkeit und lehnen es ab, wie „Kleinkinder“ behandelt zu werden. Sie möchten gehört und ernstgenommen werden. Einfach nur so eine Grenze zu setzen oder eine Regel aufzustellen, ohne gute Begründung, geht nicht mehr so einfach. Sie zweifeln immer mehr die von den Eltern aufgestellten Regeln an und können sich sprachlich meist gut ausdrücken. Diskussionen mit den Eltern bleiben in diesem Alter nicht aus. Gleichzeitig ist der große Wunsch der Kinder nach Nähe und Geborgenheit weiterhin da.

Das Alter zwischen 6 und 11 Jahren ist ein so feines und doch gibt es ein paar Themen, die für Konfliktpotenzial sorgen.

1. Die SchuleElternbildung

Zwei Themenkreise spielen hier eine Rolle: Lernen/Aufgabe machen und schulischer Alltag (Schultasche herrichten, Arbeitsmaterial ordentlich behandeln, Jausenbox ausräumen, Mitteilungsheft herzeigen ….).

Eine wichtige Regel für unsere Kinder könnte sein: Die Hausübung machst du alleine. Für Fragen bin ich jederzeit da.

Wann beginnen wir mit der Hausübung? Gleich nach dem Mittagessen oder zuerst spielen, dann für die Schule etwas tun. Die Hausübung in der Schule während der Lernbetreuung machen und zu Hause nur üben. Es gibt viele Möglichkeiten und für jede Familie passt etwas anderes. Kommt auch darauf an, wie viele Aktivitäten am Nachmittag noch stattfinden. Ziel ist, dass die Hausübung erledigt wird. Und es gibt eine Deadline, wann damit begonnen wird. Diese legen wir gemeinsam fest. Dieser Zeitplan wird nun über einige Tage konsequent eingehalten.

Bevor die Deadline überschritten wird bekommt ihr Kind eine klare Mitteilung. „Du hast noch zehn Minuten zum Spielen, dann ist die letzte Möglichkeit deine Hausübung zu beginnen. Wenn der Wecker läutet ist es soweit.“ Wenn der Wecker läutet und das Kind noch immer nicht bereit ist anzufangen, dann braucht es eine Erinnerung mit der Ankündigung einer Konsequenz. „Ich möchte, dass du jetzt mit der Hausübung beginnst, sonst ist es zu spät und du kannst morgen keine Aufgabe abgeben.“ Bleiben Sie bei Ihrem Kind und warten Sie, bis Aktivität eintritt. Die Frage „Machst du zuerst Mathe oder Deutsch?“ oder „Welches Buch brauchst du für die Hausübung?“ bringt die Kinder in Schwung. Erst, wenn ihr Kind mit der Hausübung begonnen hat, entfernen sie sich.

Sollte sich ihr Kind weiterhin strikt weigern, mit der Hausübung zu beginnen, dann ist es bereits zu spät geworden, um zu beginnen und das Kind geht ohne Hausübung in die Schule. Wenn sich jetzt Widerstand in Ihnen regt, wie etwa „Das geht doch nicht, dass kann ich nicht zulassen, was wird da die Schule über uns denken.“ Glauben Sie mir, die Lehrerinnen und Lehrer stehen hinter ihnen. Schreiben Sie eine kurze Mitteilung an die Schule, dass ihr Kind sich nach oftmaliger Aufforderung geweigert hat, die Hausübung zu machen. Das Problem gemeinsam mit der Schule zu lösen ist der beste Weg.

Das Lernen für einen Test oder eine Schularbeit, üben für das Diktat oder die Leseaufgabe geht mit Unterstützung der Eltern am besten und macht gemeinsam mehr Freude.

Beim Schultasche herrichten, Mitteilungsheft herzeigen, …. brauchen die Kinder zu Beginn noch Unterstützung und Struktur. Dann übernehmen sie die Aufgaben nach und nach alleine mit allen Konsequenzen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass kleine Hinweise z.B. ob etwas im Mitteilungsheft steht oder ob die Jausenbox schon in der Küche ist, bis zum Ende der Schulzeit gerne angenommen werden.

2. Die MedienElternbildung

Kinder im Volksschulalter nutzen das Internet über Computer und das Smartphone der Eltern immer intensiver. Am Ende der Volksschulzeit besitzt mehr als die Hälfte ein eigenes Gerät. Sie spielen verschiedene Computerspiele, machen Fotos und teilen diese mit Freunden, sie kommunizieren mit Freunden z.B. mit WhatsApp, suchen mit Google nach interessanten Inhalten wie z.B. Bildern und schauen Videos auf YouTube. YouTube-Stars haben im Leben der Kinder einen wichtigen Stellenwert. Kinder erweisen sich häufig als sehr geschickt bei der Bedienung der Geräte. Fernsehen oder Filme schauen ist bei den jüngeren Volksschulkindern sehr beliebt.

Klar ist: Regeln und Grenzen im Umgang mit Medien zu setzen ist unerlässlich. Nur über das wie und wie lange herrscht gerade in diesem Bereich große Verunsicherung.

Ein wichtiger Punkt ist zeitliche Limits zu setzen, diese klar zu kommunizieren und konsequent einzuhalten.

Von klein auf liegt es an den Eltern, Kinder dabei zu unterstützen, ihre Grenzen wahrzunehmen und Handlungsalternativen anzubieten. Diese können sein: sich bewegen, ins Freie gehen, analoge Spiele spielen, gemeinsam ein Buch lesen, gemeinsam etwas unternehmen.

Während der Hausübungen, am Esstisch, bei gemeinsamen Unternehmungen ist das Handy tabu. Meine Empfehlung: Das Gerät in dieser Zeit auf lautlos stellen. Wenn alle paar Minuten das Signal einer Nachricht kommt dann können sich die Kinder nicht konzentrieren und schauen ununterbrochen auf ihr Handy.

Vor der Schule und kurz vor dem Schlafengehen ist Medienkonsum nicht ratsam. Und beim Schlafen gibt es kein Handy. Das bleibt im Wohnzimmer.

Wichtige Regeln mit den Kindern besprechen: Welche Fotos darf ich veröffentlichen bzw. weitersenden? Was tun, wenn ich im Internet angstmachende Inhalte finde? Mit wem darf ich kommunizieren?

Wir sind Vorbilder für unsere Kinder. Je öfter ich ohne Fernseher, Handy oder PC meine Zeit verbringe umso mehr sehen sie, dass es ohne Medien geht. Handyverbot am Esstisch gilt auch für die Eltern. Und vor dem Veröffentlichen von Kinderfotos die Kids fragen, ob es für sie in Ordnung ist.

3. Das Aufräumen Elternbildung

Da gehen die Welten zwischen Kinder und Eltern weit auseinander. Während Kinder das Chaos lieben, möchten Eltern Ordnung haben. Doch wann ist genug? Wenn der Boden vor lauter Spielzeug nicht mehr sichtbar ist und wir aufpassen müssen, wo wir hintreten?

Ein Regel in diesem Alter könnte sein: Das Wohnzimmer ist kein Spielzimmer und es bleibt kein Spielzeug hier liegen.

Im Kinderzimmer wird am Ende des Tages zumindest der Weg bis zum Bett und bis zum Kasten freigeräumt. Großes Ordnung machen ist dann am Samstagvormittag oder am Tag bevor die Reinigungskraft kommt. Das kann richtig Spaß machen. Gemeinsam mit schwungvoller Musik oder wenn wir ein lustiges Rollenspiel daraus machen. Je jünger die Kinder umso mehr Unterstützung und genauere Anweisungen brauchen sie beim Aufräumen. Und positive Verstärkung nicht vergessen: „Wow, alle Autos sind in der Autokiste.“ „Deine Puppen sitzen nebeneinander auf dem Bett. Wie nett das aussieht.“ Kein Anspruch auf Perfektion bitte. Die Kinder räumen zusammen, so gut sie es können. Und da bessern wir auch nicht vor den Kindern nach oder kritisieren. Wir würden ihnen dadurch die Freude nehmen.

Je älter das Kind wird, umso mehr Verantwortung übernimmt es für sein Zimmer. Und je mehr in Richtung Pubertät, umso weniger gerne wird aufgeräumt.

Daher drei wichtige Grundregeln:
Es wird nur gesaugt, wenn der Boden frei ist.Nur wer seine schmutzige Wäsche in die Wäschetonne legt, bekommt auch frische wieder zurück. Essensreste haben nichts im Zimmer verloren.

Tisch- und Haushaltsdienste organisieren gibt Struktur. Jeden Tag ist jemand anders dran den Tisch zu decken oder den Geschirrspüler auszuräumen, auch Mama und Papa. Nach dem Essen räumt jeder seinen Platz ab, entfernt Bröseln oder Essensreste und stellt sein Geschirr in den Geschirrspüler. Was wenn nicht? Dann hören die Kinder: „Dein Geschirr steht noch am Tisch.“ Oder „Ich möchte gerne den Geschirrspüler einschalten, bringst du mir noch deinen Teller?“. Nein, wir räumen den Teller nicht ab. Der bleibt stehen, unter Umständen auch bis zur nächsten Mahlzeit. Und ohne Aufdecken, kann nicht gegessen werden.

Die Kinder sollen spüren, dass wir als Familie eine Gemeinschaft sind, in der jeder seine Aufgaben hat. Und nur, wenn jeder mithilft, dann ist ein harmonisches Miteinander möglich. Dann geht es uns allen gut.

4. Das „Frech sein“Elternbildung

Statt Trotzanfälle sind es nun Schimpfwörter, freche Antworten, Gleichgültigkeit, Drohungen …, die wir von den Kindern zu hören bekommen. Wir fühlen uns dadurch gekränkt und verletzt, haben das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. Doch dieses Verhalten ist ganz normal in diesem Alter. Sie machen ihrem Frust, ihrer Wut, ihrem Stress nun anders Luft. Wichtig ist, die Äußerungen nicht persönlich zu nehmen sondern Verständnis dafür zu haben und zu überlegen, was könnte hinter dieser Aktion stecken? Vielleicht Überforderung, nerviges Gerede unsererseits, das Kind fühlt sich unter Druck gesetzt, ist wütend, weil wir Grenzen setzen, hat eine Enttäuschung in der Schule erlebt. Gerade da brauchen sie uns als Eltern. Sie testen uns aus, wie wir auf ihr Verhalten reagieren. Wir sprechen unsere eigenen Gefühle an und die unserer Kinder. Wenn wir sehr verärgert sind, ist es besser vorher auf Abstand zu gehen und abzukühlen. Gemeinsam können wir herausfinden, was der Grund für den Ärger ist. Natürlich sprechen wir über den respektvollen Umgang miteinander. Wir geben dem Kind zu verstehen: Ich mag dich sehr, nur dein Verhalten mir gegenüber passt für mich manchmal nicht. Den Kindern tut es sehr oft leid, dass sie so emotional reagiert haben und umso mehr brauchen sie unsere Zuneigung.

Regeln und Vereinbarungen gemeinsam zu erarbeiten gelingt in diesem Alter wunderbar. Und die Garantie, dass diese dann eingehalten werden ist um ein vielfaches höher. Sowohl wir als Erwachsene als auch unsere Kinder lernen durch die gemeinsame Auseinandersetzung was jedem einzelnen wirklich wichtig ist. Statt Erziehung besteht Beziehung.


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