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Emotionelle Erste Hilfe (EEH) – Bindungsorientierte Unterstützung von Eltern mit unruhigen/häufig weinenden Babys

von Mag.a Ursula Schoner

Elternbildung
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Babyweinen ist ein Teil der Babysprache. Babys sprechen mit ihrem Körper. Sie können uns nur auf diese Weise mitteilen, wie es ihnen gerade geht. Ihre Gefühle drücken sie durch Mimik, Körperbewegungen, Körperspannung (und Entspannung), Lachen und eben auch Weinen aus.

Mit den glücklichen Gefühlen können wir ja  gut umgehen. Da lassen wir uns auch gerne vom Glucksen eines zufriedenen Babys anstecken. Wir fühlen uns in Kontakt, entspannt und selbst zufrieden.

Doch wie geht es uns mit den Gefühlsausdrücken des Babys, die wir als negativ betrachten. Wenn das Baby angespannt, unruhig, zappelig ist, wenn es heftig oder lange weint.

Mit negativen Emotionen tun wir uns generell in unserer heutigen Gesellschaft schwer und verständlicherweise besonders, wenn wir als frischgebackene Eltern selber noch unsicher oder müde von unserem neuen Alltag sind.

Gerne möchten wir alles tun, um das Weinen des Babys möglichst rasch abzustellen. Und vor allem beschäftigt uns die Sorge, warum denn das Baby jetzt gerade weint?

Warum weinen Babys?Elternbildung

Wir können bei einem gesunden Baby, das medizinisch abgeklärt und eine Erkrankung ausgeschlossen ist,  drei Formen des Babyweinens unterscheiden:

Bedürfnisweinen
Daran denken wir meist als erstes. Hat das Baby Hunger, ist ihm kalt, ist es müde … Neben den körperlichen Bedürfnissen hat ein Baby auch das Bedürfnis nach Nähe, nach Sicherheit, nach Kontakt, nach Anregung bzw nach Neuem und nach Ruhe und Verarbeitung.

Wenn es von irgendetwas zu wenig hat, meldet es sich. Oft mit kleinen Babyzeichen, die man anfangs leichter übersehen kann, und schließlich mit stärkeren Spannungszeichen und eben Weinen.

Erinnerungsweinen
Eine zweite Form des Babyweinens sieht man bei Babys, die ganz plötzlich und heftig zu weinen beginnen, Eltern beschreiben es oft „von 0 auf 100“.

Dieses „Erinnerungsweinen“ steht häufig mit sehr belastenden Erfahrungen in der bisherigen Lebensgeschichte des Babys in Zusammenhang. Das können längere Trennungen, Stress  in der Schwangerschaft, eine schwere  Geburtserfahrung usw. gewesen sein. Das Baby hat all dies ebenso miterlebt wie die Mutter (und der Vater), es ist Teil seiner Körpererinnerung und wird oft durch kleine Auslöser wieder „getriggert“.  Das macht es uns oft auch so unverständlich, da das Weinen für uns mit der Situation im Hier-und-Jetzt nicht zusammenpasst.

Resonanzweinen
Babys haben ganz feine Antennen und nehmen Unruhe, Stress in ihrer Umgebung stark wahr. Sei es Spannungen in der Familie, ein Umzug,  aber auch zum Beispiel  unterdrückter Ärger oder große Unsicherheit, die wir als Erwachsene selbst oft noch gar nicht bewusst wahrgenommen haben. Die Babys spiegeln es uns in ihrem Ausdruck deutlich wider.

Was passiert eigentlich mit den Erwachsenen, wenn das Baby weint?Elternbildung

Meist erzeugt ein sehr unruhiges oder untröstlich weinendes Baby beim Erwachsenen sofort ein aktives intensives Suchen nach Lösungen. Wenn wir nicht verstehen, warum das Baby jetzt gerade so heftig weint, antworten wir ganz unbewusst mit Hektik. Unser Gestresstsein läßt uns  das Baby schnell auf und nieder schaukeln,  wir laufen mit ihm herum, versuchen diese und jene Position, wickeln es zum wiederholten Male, und versuchen es erfolglos mit der Brust oder Flasche zu beruhigen. Wir grübeln und grübeln, sind „total im Kopf“…

Körperlich kann man beobachten, dass das eigene Herz schneller schlägt, der Atem nur mehr flach geht und unsere Anspannung immer mehr zunimmt. Oft bleibt diese Spannung auch, wenn das Baby gerade ruhig ist. Und wenn das länger andauert, sind wir bald erschöpft, übermüdet, gereizt…

Oft fühlen wir uns dann ratlos, ohnmächtig, verzweifelt, ängstlich, ärgerlich…

Unser gesamtes Nervensystem kommt in Stresszustand. Die Unruhe des Babys hat uns miterfasst (der Körper ist immer schneller als das Denken) und schwupp befinden wir uns in einem emotionalen und körperlichen Teufelskreis.

Wenn wir in diesem Zustand sind,  fällt es uns jedoch am schwersten die Zeichen unseres Babys zu lesen, sein Weinen zu begleiten, ihm Halt zu geben.

Was also tun? Elternbildung

Der Gedanke, jemand muss mein Baby „reparieren“, es hat ja eine Störung, ist naheliegend. Aber den ersten Schritt aus diesem Zyklus aus Anspannung, Unruhe und Angst können nur wir Erwachsene selbst tun.

Aber wie?
-„Sei doch mal ein bisschen gelassener!“ Dieser gutgemeinte Ratschlag lässt Druck, Anspannung und   Ärger (auf den Ratgebenden) oft noch mehr werden (das Fünkchen Wahrheit siehe weiter unten).
-„Ich tu doch eh schon alles um das Baby zu beruhigen!!“   Aber nichts von dem hilft wirklich…  Ablenkungen,  um das Weinen zu stoppen, wirken häufig nur kurzfristig bzw. müssen ständig wiederholt werden und bringen letztendlich noch mehr Druck und Anspannung.
-„Lass es mal schreien, du verwöhnst es ja, es schreit immer mehr, wenn du es ständig hochnimmst!“ Schreienlassen endet jedoch nicht mit Beruhigung sondern mit Rückzug, Abkapseln  und innerer Resignation des Babys. Alleine Weinen schwächt das Vertrauen, das Immunsystem, die Beziehungsfähigkeit.

Darf ein Baby also nie weinen?? Doch! Aber nicht alleine!

Und damit es sich auch nicht bei einem Erwachsenen trotz z.B. Herumgetragenwerdens alleine fühlt, weil dieser Erwachsene gerade selbst durch das Weinen in einem Zustand des „ausser sich seins“ ist, führt der Weg zu mehr Verbundenheit und Sicherheit über das besser „zu sich kommen“ des Erwachsenen.  Dadurch bekommt das Baby die Möglichkeit sich  in Sicherheit ausdrücken und letztlich auch beruhigen zu können.

Wege  dazu bietet die
Emotionelle Erste Hilfe (EEH)

Diese körper- und bindungsorientierte Form der Unterstützung zielt unter anderem darauf ab, Eltern zu helfen, in der Belastungssituation des heftigen Babyweinens wieder Kontakt zu sich selbst und quasi „Boden unter den Füßen“ zu bekommen.

Mit Unterstützung einer*m  EEH-Berater*in  können Eltern wieder in eine besseren Selbstkontakt finden (in der EEH „Selbstanbindung“ genannt) , und es fällt ihnen damit leichter ihrem Baby Halt zu geben  und nicht von seiner Unruhe und seinem Weinen emotional mitgeschwemmt zu werden. Dadurch ist es möglich dem weinenden Baby ein empathisches sicheres Gegenüber zu sein, wenn es sein Leid ausdrückt. Durch Stabilisierung des eigenen Zustandes  können die Eltern einem gestressten, unruhigen Baby helfen, in eine bessere Regulation und Entspannung zu kommen.

Einen guten sicheren Kontakt zu sich selbst herzustellen, heißt als erstes, dass wir überhaupt mal bewusst wahrnehmen, wie wir uns in dieser Stresssituation gerade verhalten und was dabei innerlich bzw. körperlich bei uns los ist.  Die Hektik, die Anspannung, die damit verbundenen Gefühle… Das will erstmal anerkannt werden.

Erst dann können wir hilfreich z.B. durch Körperwahrnehmung, Atmung u.a. gegensteuern.

Als kleines Beispiel könnten wir uns beim Herumtragen des schreienden Babys auf unsere eigenen Fußsohlen konzentrieren, und darauf, wie sie den Boden beim Gehen wahrnehmen. Wir richten dadurch die Aufmerksamkeit auf uns selbst, unser Nervensystem konzentriert sich auf die Bewegung und das Spüren und kommt in einen ruhigeren Zustand.
Ebenso kann uns z.B. eine vertiefte Atmung helfen, unser unwillkürliches Nervensystem, das beim Weinen unseres Babys im Gefahr- und Stressmodus ist, ein wenig auszutricksen. Die Botschaft an es lautet: Wenn wir tief und entspannt in den Bauch atmen, dann kann doch keine Gefahr da sein! Körper und Gehirn schalten um in einen sichereren Modus, im Hier und Jetzt. Wir werden wieder ruhiger, klarer und orientierter und fühlen uns selbstwirksamer.
Durch die Resonanz fühlt sich auch das Baby sicherer und es setzt häufig schon eine erste Beruhigung ein.  Ob es sich dadurch nun auch gleich ganz beruhigt oder in diesem sicheren und gehaltenen Umfeld  weinen und somit noch etwas „erzählen“ darf, hängt ab von der jeweiligen Geschichte und Form des Babyweinens.

Wenn die belastenden Erfahrungen z.B. eine  überwältigende Geburt, auch für die Eltern sehr groß waren, kann es zusätzlich für das Erlangen einer größeren Haltefähigkeit wichtig sein, dieser Erfahrung noch einen Platz in der Beratung zu geben.

Auch das Erlernen sanfter haltgebender Berührungen für sich und das Baby aus dem Bereich der „Bindung durch Berührung“ fördert die (Selbst)Regulation.

Alleine wieder zu mehr Sicherheit, Selbstkontakt und Haltefähigkeit für das Begleiten des eigenen Babys zu finden, ist oft gar nicht einfach. Deshalb bieten EEH-Berater*innen betroffenen Eltern emotionale und körperorientierte Unterstützung, quasi Hilfe zur Selbsthilfe, sodass sie dann auch zu Hause selbstwirksam  ihr Baby immer besser begleiten und beruhigen können.

https://www.emotionelle-erste-hilfe.at/

 


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