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Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme

von Christine Kügerl

Babies und Kleinkinder tanken beim Essen und Trinken Kraft für den Körper, aber auch Geborgenheit für ihre seelische Entwicklung. Sie erleben Selbstständigkeit und wachsen in die Ess- und Trinkkultur der Familie hinein. Eltern sind dabei die wichtigsten Begleiter.

Hungrig und Satt

Eltern legen viel Augenmerk auf eine gesunde Zusammenstellung der Nahrung ihres Babys und Kleinkindes. Ebenso wichtig ist die Beachtung der Esssituation. Sie soll entspannt und liebevoll sein und das Kind darf mitbestimmen.

Schon das Baby erlebt beim Stillen eine wohlige Zweisamkeit. Es zeigt durch Kopf- und Mundbewegungen und durch Schreien, dass es hungrig ist. Nach kleinen Pausen macht es deutlich, dass es weitertrinken will und durch Kopf wegdrehen, Verweigern der Brustwarze oder Einschlafen zeigt es, dass es satt ist. Bei der Flaschennahrung zeigen Babies ebenso Hunger- und Sättigungszeichen. Wenn Eltern diese Körpersprache beachten, dann stärken sie bereits in den ersten Monaten das natürliche Essverhalten ihres Kindes.

Auch ältere Kinder zeigen und sagen schließlich wann sie Hunger haben, etwas zu trinken brauchen oder satt sind. Das Nahrungsbedürfnis schwankt von Tag zu Tag und ist auch nicht bei jedem Nahrungsangebot gleich.

Bei süßen Nahrungsmitteln kann der Appetit deutlich größer sein, als der wirkliche Nahrungsbedarf.

Beikostbeginn wann und wie?

Den Beikostbeginn kann man für das Baby mit einem Abenteuer vergleichen. Es erlebt vom Geschmack, von der Nahrungskonsistenz und durch das Füttern mit dem Löffel gleich drei Neuigkeiten. Für ein Abenteuer muss man bereit sein, damit es nicht zur Überforderung wird. Babies die für die Beikost bereit sind, schauen Erwachsenen hoch interessiert beim Essen zu und versuchen selbst nach Nahrung zu greifen. Manchmal wird ihnen der „Mund wässrig“ wenn sie die Eltern beim Essen sehen. Wenn man ihnen Brei mit dem Löffel anbietet, dann spucken sie die Nahrung nicht mehr aus. Sie öffnen den Mund, um Nahrung mit dem Löffel zu bekommen und bewegen sich auch nach vorne zum Löffel, wenn sie mehr haben wollen. Diese Bereitschaft entsteht zwischen der 17. und 26. Lebenswoche. Auch beim Beginn der Beikost haben Kinder ihr eigenes Entwicklungstempo. Da die ersten Löffel Beikost viele neue Eindrücke bringen, die das Baby verarbeiten muss, hat es meist nach ein paar Löffel genug und braucht noch zusätzlich Milchnahrung, um satt zu werden. Meist nimmt im Laufe von einem Monat der Appetit auf Brei immer mehr zu, dass schließlich eine Milchmahlzeit durch eine Breimahlzeit ersetzt wird. Wichtig ist, dass die Breimahlzeit, so wie die Flaschen- oder Stillmahlzeit in einer angenehmen Atmosphäre stattfindet und dass die Sättigungszeichen des Kindes, wie Kopf wegdrehen, sich ablenken oder den Löffel wegschieben, beachtet werden.

Essen mit den Großen

Zwischen 6 und 12 Monaten beginnt das Baby immer mehr Nahrung vom Löffel zu essen, es bekommt Zähne und kann immer besser beißen und festere Nahrung zu sich nehmen. Es kann gezielt greifen, Nahrung selbst halten und zum Mund führen. Wenn es auf den ersten Geburtstag zugeht, beginnt es „Finger Food“ zu lieben. Es macht mit Lauten und Gesten deutlich, wenn es etwas essen oder wenn es trinken will. Wenn es krabbeln kann, dann kann es meist auch bald den Becher selbst halten und daraus trinken.

So werden gegen Ende des ersten Lebensjahres gemeinsame Mahlzeiten am Tisch immer wichtiger. Das Baby entwickelt sich langsam zum Kleinkind und will „dabei sein“ und nicht mehr nur von anderen versorgt werden. Im eigenen Sessel (meist ein Hochstuhl) beim Tisch sitzen und sehen, wie Mama und Papa oder auch Geschwister essen, wird zunehmen wichtig.

Tischsitten für Groß und Klein

Im zweiten Lebensjahr machen Kinder viele Schritte zur Selbstständigkeit. Selber aus dem Becher trinken können sie schon und nun beginnt die Übung mit dem Besteck. Auch hier hat jedes Kind sein eigenes Tempo. Es ist gar nicht so leicht, den Löffel so zu halten, dass die Nahrung darauf auch im Mund landet. Eltern brauchen Gelassenheit um Experimente zulassen zu können. Das Kind findet seinen eigenen Weg, um zuerst den Löffel, schließlich auch die Gabel und später das Messer richtig handhaben zu können. Wenn es den Kindern zuviel ist, dann zeigen sie, dass sie lieber gefüttert werden wollen oder sie greifen auf die Finger-Food-Technik zurück. Es ist dabei ein Unterschied zu sehen, ob ein Kind mit den Fingern die Nahrung „entdeckt“, deren Beschaffenheit prüft und schließlich die Finger abschleckt oder abgewischt bekommen will. Oder ob das Kind mit der Nahrung zu spielen beginnt. Meist ist das Spielen mit der Nahrung ein Sättigungszeichen. Bedeutet also: „danke ich bin satt.“ Da Kleinkinder dies meist noch nicht sagen können, können die Eltern die „Körpersprache“ übersetzten in: „Ich glaube Du bist satt. Dann räume ich den Teller jetzt weg.“ So erlebt das Kind durch das Vorbild, dass Nahrung zum Essen, aber nicht zum Spielen ist.

Das zweite und dritte Lebensjahr ist auch die Zeit, in der Kinder eine Vorliebe für Rituale entwickeln. Diese geben Orientierung und auch Sicherheit. Daher nehmen Kinder einen Tischspruch oder ein Tischgebet zu Beginn des Essens freudig auf. Auch ein kurzes „Danke“ oder „Danke ich bin satt“, am Ende des Essens ist für alle ein Signal, dass die Mahlzeit nun beendet ist oder das Kind den Tisch verlassen möchte. Kinder haben oft ein rascheres Tempo als Erwachsene. Wenn sie satt sind, dann wollen sie sich wieder bewegen oder spielen. Das ist o.k. und es können sich dadurch auch ein paar Minuten gemeinsame Zeit für die Eltern ergeben. Es kann auch vorkommen, dass ein Kleinkind am gemeinsamen Familientisch zuerst so mit der Beobachtung der anderen beschäftigt ist oder sich mitteilen will, dass es erst nach einiger Zeit so richtig mit dem Essen beginnt. Die anderen sind dann schon fertig und wollen vom Tisch aufstehen, während z.B. der Zweijährige noch mitten im Essen ist. Auch das ist o.k. Wenn Erwachsene noch im Raum sind und den Tisch abräumen usw. kann das Kind in Ruhe fertig „schmausen“. Das gemeinsame Essen verträgt durchaus eine gewisse Flexibilität.

Einige Anregungen die das Essen zur Nahrung für Körper und Seele machen:

  • So oft wie möglich wird gemeinsam gegessen.
  • Die Essenszeiten sind von Anfang an für Kinder und Erwachsene eine angenehme, stressfreie Zeit.
  • Eltern und Kinder dürfen sich an den Tischgesprächen beteiligen und jedem/jeder wird zugehört.
  • Das Kind bestimmt selbst wieviel es isst.
  • Die Eltern bestimmen was gekocht wird bzw. was angeboten wird.
  • Kleine Rituale zu Beginn und am Ende des Essens tun Kindern gut.
  • Bei den Mahlzeiten geht es um das Essen, Trinken und die Gemeinschaft und nicht um Arbeit oder andere Themen.
  • Die Mahlzeiten sind eine handyfreie und fernsehfreie Zeit.
  • Probleme werden zu anderen Zeiten besprochen, nicht beim Essen.

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