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Familientisch: Gemeinsame Mahlzeiten als Anker fürs Familienleben

von Dr. Luitgard Derschmidt

Elternbildung
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Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme
Alle Menschen müssen essen, um zu leben. Von Geburt an braucht der Mensch Nahrung, soll er am Leben bleiben. Aber essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme. Schon für den Säugling bedeutet gestillt werden weit mehr als nur das Vertreiben des Hungers. Das Baby  riecht den Duft seiner Mutter. Es spürt  sich warm und geborgen, in den Arm genommen, angenommen und sicher. Es fühlt sich einfach rundum wohl. Bindung entsteht. Auch wenn das Fläschchen gegeben wird, macht es ähnliche Erfahrungen. Das alles ist wichtig für sein ganzes Leben.

Wenn Kinder älter werden, haben ihre Mahlzeiten für sie weiterhin große Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um die richtige Ernährung, das gesunde und gute Essen, eine gewisse Regelmäßigkeit und damit die Sicherheit, dass es auch immer wieder etwas zu essen gibt. Aber es geht es auch darum, wie diese Mahlzeiten gestaltet werden.

Die gemeinsame Mahlzeit
Die gemeinsame Mahlzeit ist im Familienleben von zentraler Bedeutung. Der  dänische Familientherapeut Jesper Juul sagt, sie sei vielleicht das stärkste Symbol der Liebe in unserer Kultur.  Das gilt aber nicht von allen Mahlzeiten, sondern das hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Atmosphäre, die am Familientisch herrscht. Auch wenn es jetzt aufgrund der verschiedenen Verpflichtungen und Termine der einzelnen Familienmitglieder nicht mehr ganz leicht ist, zu einem gemeinsamen Essen zu kommen, sollte doch täglich oder mindestens dreimal in der Woche so eine gemeinsame Mahlzeit stattfinden.

Gemeinsames Essen fördert und stärkt
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass regelmäßiges gemeinsames Essen von Eltern und Kindern die Gesundheit fördert und die Hirnforschung belegt, dass  die Lernmotivation durch die guten Erfahrungen  einer gemeinsamen Mahlzeit verstärkt wird. Man kann bei so einem Essen den anderen Familienmitgliedern von den eigenen Erlebnissen erzählen, erfährt von den anderen, wie es ihnen geht und kommt einander näher. Man wird wahr- und ernst genommen. Nichts ist schlimmer, als wenn man das Gefühl hat, man ist seinen Nächsten egal. Das ist für Kinder und Erwachsene schlimm.  Beim gemeinsamen Familientisch können auch die nächsten Unternehmungen besprochen werden. Alle sollten dabei zu Wort kommen, damit es auch zu einer gemeinsamen Sache wird. Menschen sind soziale Wesen und Sozialverhalten wird auch am gemeinsamen Esstisch erlernt. Eine gute Mahlzeit spiegelt immer die echten Gefühle der Familienmitglieder füreinander wieder. Man spürt, man erlebt die Zuneigung, das gegenseitige Wohlwollen  und  dass wir zusammen gehören. Zusammensitzen, sich austauschen sind Sinnesnahrung für Körper und Geist und bringen einen ausgeglichenen Gefühlszustand. Und übrigens: in Gesellschaft schmeckt es immer besser als allein.

Zeit
Dafür braucht es aber eine gemeinsame Zeit, auf die man sich einigen kann und in der man sich Zeit für einander nimmt. Also eine Zeit ohne Handy, ohne Fernsehen, ohne Laptop, und was es sonst noch für Störungen geben kann. Wir nehmen uns füreinander Zeit und lassen uns dabei so wenig wie möglich stören. Wir sind es uns wert.

Alle Familienmitglieder sind wichtig
Früher gab es einen lehrreichen Spruch, der häufig beim Essen zitiert wurde: „ Kinder soll man bei Tisch zwar sehen, aber nicht hören“ Kinder hatten bei Tisch manierlich zu sein und nicht zu stören. Sie sollten antworten, wenn sie gefragt wurden, sich aber sonst wie Puppen verhalten, die von sich aus keinen Mucks machen. Das ist Gott sei Dank vorbei. Kinder werden ernst- und angenommen und man gibt ihnen das „Ansehen“, das sie benötigen, um sich gut entwickeln zu können. Das heißt bei der gemeinsamen Familienmahlzeit, sie werden als gleichwertige Familienmitglieder in die Gespräche einbezogen. Das heißt aber nicht, dass sie die Mahlzeit dominieren und im Mittelpunkt stehen sollen. Es ist wichtig, dass sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, je nach Alter, genauso an die Tischregeln zu halten haben.

Kritik und Nörgelei haben keinen Platz
Kritik, und dauernde Nörgelei vertreiben aber die Lust an der Gemeinsamkeit und den Appetit. Erziehung kann jede Mahlzeit ruinieren. Kinder, denen dauernd Vorhaltungen gemacht werden, werden die Lust am Essen verlieren, bis hin zu Unwohlsein und  Magenschmerzen.

Vorbild der Eltern
Außerdem werden Kinder, wie uns Fachleute versichern, ohnehin zu 90% durch das Verhalten der Erwachsenen erzogen und nicht durch Erziehungsmaßnahmen. Kinder kopieren die Erwachsenen von klein auf. So auch am Familientisch. Die Esskultur, das Essverhalten, den Umgang miteinander lernen sie direkt durch ihre Erfahrung. Dessen sollten Eltern sich bewusst sein. Den Essensregeln und dem ausgewogenen Essen darf aber nicht mehr Bedeutung beigemessen werden als dem Wohlergehen aller, die um den Tisch sitzen. Die dauerende Sorge um die Gesundheit kann die Atmosphäre  sehr ungesund machen!

Gesundes Essen
Natürlich ist es nicht egal, was gegessen wird. Eine ausgewogene Ernährung, frisches  Obst und Gemüse, frisch gekochtes Essen sind wichtig. Dazu gibt es viele verschiedene Überlegungen. Dabei man auch,  Hunger von Appetit zu unterscheiden. Die sind nicht immer gleich groß, daher ist es nicht richtig, immer die gleich großen Portionen zuzuteilen. Ein Kind kann auch einmal keinen Hunger haben. Kinder sollten nicht zum Essen gezwungen werden. Auch nicht dazu, den Teller leer zu essen. Sie sollten lernen, ihr eigenes Hungergefühl wahrzunehmen und danach zu essen. Lieber einmal: „Ganz wenig bitte!“

Eine gute Grundlage
Kinder lernen durch das Verhalten der Erwachsenen die Lust am Essen, sie lernen eine gute Mahlzeit auch zu genießen. Genießen können bedeutet Glück. Dieses Glück können Eltern und Kinder bei einer gemeinsamen Mahlzeit  in guter und ruhiger Atmosphäre spüren und sich schenken, wenn sie liebevoll, wertschätzend und aufmerksam miteinander umgehen.

Das Schlimmste, was Erwachsene ihren Kindern antun können ist Gleichgültigkeit. Wenn sie erfahren: „Es ist mir egal, ob du da bist oder nicht.“ Heißt das für sie: „ Du bist mir egal.“ Jemandem gleichgültig zu sein heißt überflüssig zu sein, sich nicht gewollt und bejaht fühlen. Das ist schlimm und keine gute  Grundlage für ein glückliches, zufriedenes Leben.

Sich wahrgenommen und geliebt fühlen, bejaht zu werden, ist ein sicherer Boden auf dem man durchs ganze Leben gut gehen kann, auch wenn Schwierigkeiten auftreten.

Miteinander essen vermittelt Freude, Geborgenheit und Sicherheit. Das sind Dinge, die Kinder heute dringend brauchen.

 


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